Rolex segelte schon 1977 beim America’s Cup mit Zeit zu gewinnen

Ob beim Rudern oder beim Regattasegeln, eine robuste Armbanduhr taucht bei jedem Wettbewerb auf.
  • Inge Hufschlag (Handelsblatt)
Unter Wasser muss eine gute Uhr etwas aushalten können.

Unter Wasser muss eine gute Uhr etwas aushalten können.

Es war während der Weltausstellung 1851, als ein vom New Yorker Yacht Club gebauter Schoner namens America die britische Isle of Wight in Bestzeit umrundete. Dafür gab?s eine silberne Teekanne. Seitdem gibt es den America?s Cup.

Bei der gleichnamigen Regatta im Jahr 2000 siegte Neuseeland und trug als Titelverteidiger den Wettkampf 2003 an eigener Küste aus. Als das Team Alinghi als erste europäische Mannschaft den America?s Cup ergattert hatte, schlugen die Wellen im doppelten Wortsinne hoch. Dass eine Schweizer Bootsbesatzung siegte, freute natürlich die eidgenössischen Uhrenmarken, die traditionell im Kielwasser der inzwischen prestigeträchtigsten Hochseeregatta der Welt mitsegeln.

Denn Wassersportler und Segler brauchen eine Uhr, die was aushält und dicht hält. Besonders beim Tauchen, wo die Zeit begrenzt ist. Jede Minute zählt. Taucheruhren haben heute die meisten renommierten Uhrenhersteller im Programm. Und bei diversen Regatten kann man Zeit gewinnen in Form einer Luxusuhr.

Audemars Piguet hat dafür seine Royal Oak Offshore Alinghi kreiert (22 900 Euro, Edition von 1 000 Exemplaren). Der Zeitmesser gewann auch einen Wettbewerb: den Grand Prix d?Horlogerie de Genève 2003 - als Sportuhr. Eigentlich sogar eine Extremsportuhr - gefertigt aus robusten Werkstoffen wie Titan und Platin, mit großen Leuchtstoffzeigern, ablesbar auf dem schwarz- weiß-roten Zifferblatt bis zu 100 Meter unter Wasser. Praktisch im internationalen Wettbewerb: die Dual- Time-Funktion.

"Audemars Piguet teilt unsere Leidenschaft für Technologie", erklärt der Skipper der Alinghi, Russell Coutts. Klar, dass die Schweizer Uhrmacher auch 2007 wieder mit an Bord sind, wenn der America?s Cup erstmals in europäischen Gewässern ausgetragen wird. Für Damen, die an Land die Daumen drücken, gibt?s eine Lady Royal Oak - mit Perlmutt-Zifferblatt und 32 Diamanten kostet sie 12 800 Euro.

Omega entwickelte seinen Seamaster America?s Cup Racing Chronograph gemeinsam mit der neuseeländischen Crew - mit Regattacountdowngeberfunktion: Ein Halbkreis aus fünf Punkten ändert alle fünf Minuten die Farbe und zeigt die Zeit zwischen den Warnsignalen und dem Start einer Segelregatta an.

Rolex segelte schon 1977 beim America?s Cup mit, 1992 beim Swan World Cup vor Sardinien - Ausgangspunkt auch für den Maxi Yacht Rolex Cup im Jahr 2003.

Schon die erste wasserdichte Armbanduhr war eine Rolex, 1926 entwickelt von einem gewissen Hans Wilsdorf. Die Londoner Daily Mail meldete ein Jahr später auf ihrer Titelseite, dass eine Leistungsschwimmerin mit der Rolex Oyster am Arm den Ärmelkanal durchquert hatte. Mit diesem Modell stattete Rolex in den fünfziger Jahren die Expeditionen der Schweizer Forscher Auguste und Jacques Piccard aus. Ihren Härtetest bestand die Oyster 1960 in 10 916 Meter Tiefe im Marianengraben des Pazifiks an der Außenseite von Piccards Tiefseetauchboot Batyscaphe. 1953 entwickelte Rolex seine Taucheruhr Submariner. Zum 50-jährigen Jubiläum gibt?s ein Modell mit grüner Lünette.

Die Sportuhrenmarke Certina begleitete in den 70er-Jahren Forscher des Projektes Tektite auf Unterwasserexpeditionen. Das damalige Erfolgsmodell gibt?s jetzt wieder - in limitierter Auflage (Stückpreis 650 Euro): die Certina DS 3 1000m (steht für Wasserdichte).

"It?s Aqua-Time", erklärt die Schaffhausener Uhrenmanufaktur IWC und kündigt als Weltu(h)raufführung eine "Aquatimer"-Serie an sowie eine limitierte Edition "Cousteau Divers" mit Kautschukband und korallenroten, nachtleuchtenden Markierungen und Ziffern - inspiriert vom wohl berühmtesten aller Taucher: Jacques Cousteau. Dessen Legende ließen die Schaffhausener ein halbes Jahrhundert nach Cousteaus erster Expedition wieder aufleben, mit einer modernen Abenteuertour zu den ehemaligen Tauchrevieren auf dem Nachfolgeschiff "Alycone" (Tochter des Windes).

Doch auch wer nicht in Weltmeeren untertaucht, sondern lieber inmitten von Metropolen auftaucht, wählt oft eine Taucheruhr, schon wegen des meist außergewöhnlichen Designs. Als besonders trendy galten dabei immer die markanten Modelle von Citizen mit ihren typischen schwarzen Kautschukarmbändern. Solche Armbänder, sogar wechselbar in Schwarz und Meerblau, hat auch die attraktive "Bara Cuda" der Marke Aquanautic.

Wer eher in flachen Gewässern herumschwimmt oder-schnorchelt, braucht nicht unbedingt einen hochkomplizierten Computer am Handgelenk. Da tut?s zuverlässig auch eine wasserdichte Modeuhr, sei es eine Scuba von Swatch oder ein "Devil Fish". Der kleine Teufel aus der Hai-Familie ist Pate für Modelle des italienischen Uhrenherstelles Lancaster. Bei denen kommt nicht nur das Perlmuttzifferblatt, sondern auch das Armband aus dem Meer: schwarze Rochenhaut, die wie Asphalt im Regen glitzert.

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