Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt Auszeichnung an Österreicherin Elfriede Jelinek erhält Literatur-Nobelpreis

Seite 2 von 2:

Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat sich "außerordentlich erfreut" über den Literatur-Nobelpreis für Elfriede Jelinek gezeigt. Er bezeichnete sie als "äußerst extreme und radikale" Schriftstellerin. "Meine Bewunderung für ihr Werk hält sich in Grenzen. Meine Sympathie für ihren Mut, ihre Radikalität, ihre Entschlossenheit und ihre Wut ist enorm", sagte er in Frankfurt.

Als ihr Hauptwerk hatte Jelinek den Anfang 1995 vollendeten Roman "Die Kinder der Toten" bezeichnet, den sie selbst als "eine Gespenstergeschichte zur österreichischen Identität" umschrieben hatte. Der "Rheinische Merkur" bescheinigte dem Buch damals: "Was hier an Wortwitz und feiner Beobachtung aus den Sargdeckeln hervorkullert, ist so pechschwarz, entlarvend böse und treffsicher geschrieben, wie man es lange nicht mehr zu lesen bekam."

Die 57-Jährige ist die erste deutschsprachige Trägerin des Literatur-Nobelpreises nach der Lyrikerin Nelly Sachs 1966. Seit der ersten Vergabe 1901 haben insgesamt 10 Frauen und 89 Männer die wichtigste literarische Auszeichnung der Welt erhalten.

Im vergangenen Jahr hatte J.M. Coetzee aus Südafrika den Nobelpreis erhalten. Letzter deutscher Preisträger war 1999 Günter Grass. Die diesjährigen Nobelpreise sind mit jeweils umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert.

Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen