Siemens baut UMTS-Netz für italienische H3G

Die Mobilfunksparte des Konzerns soll 4000 Basisstationen für den italienischen Mobilfunkanbieter errichten. Das Auftragsvolumen liegt im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Auch Ericsson hat von H3G einen Auftrag erhalten.

Reuters MÜNCHEN. Der Mobilfunk-Bereich des Siemens-Konzerns hat zusammen mit dem japanischen Kooperationspartner NEC von dem italienischen Mobilfunkanbieter H3G S.p.A. einen Auftrag zum Bau eines UMTS-Netzes erhalten. Für Siemens liege das Auftragsvolumen im dreistelligen Millionen-Euro-Bereich, sagte eine Sprecherin der Mobilfunksparte am Donnerstag. Siemens liefere und installiere erste Bestandteile der UMTS-Technologie bereits im vierten Quartal 2001. Insgesamt würden 4000 Basisstationen errichtet, die mehr als die Hälfte des H3G-Netzes abdeckten. Der italienische Mobilfunkbetreiber wolle sein UMTS-Netz in der zweiten Jahreshälfte 2002 kommerziell in Betrieb nehmen.

H3G ist eine Tochter der Hutchison Whampoa Ltd in Hongkong, für die Siemens und NEC bereits das UMTS-Netz in Großbritannien geliefert haben. Mit der UMTS-Technik erhöht sich die Übertragungsstandard, wodurch auch bewegte Bilder auf dem Handy empfangen werden können.

Auch der schwedische Konkurrent Ericsson gab bekannt, von H3G einen Auftrag zur Lieferung von UMTS-Technologie erhalten zu haben. Ein Auftragsvolumen wurde jedoch nicht genannt. Den Angaben zufolge will H3G insgesamt rund 4,8 Mrd. Dollar zwischen 2001 und 2005 investieren, 75 Prozent davon in Netz-Infrastruktur.

In ihrem UMTS-Pilotprojekt auf der Isle of Man führten Siemens, NEC und der Mobilfunkbetreiber BT wireless außerdem den ersten Video-Anruf über ein Netz der dritten Mobilfunkgeneration durch. Der Anruf, bei dem sich die Gesprächsparter auf einem Videoschirm sehen konnten, wurde über das von Siemens errichtete Netz und NEC-Endgeräte getätigt. Weitere UMTS-Dienste würden in diesem Jahr vorgestellt, sagte Chris Hall, Geschäftsführer der BT wireless-Tochter Manx Telecom, die das erste kommerzielle UMTS-Netz auf der britischen Insel aufbaut. Im Mai hatte British Telecommunications den Start des ersten kommerziellen Netzes auf Isle of Man verschoben.

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