Smartphones greifen auf kritische Geschäftsdaten zu Falsch bediente Handys werden zum Sicherheitsrisiko

Smartphones sollen dem Markt für mobile Geräte auf die Sprünge helfen: Nach zwei Jahren rückläufiger Umsatzzahlen werden die Hersteller bis 2007 wieder Zuwächse verzeichnen, schätzen die Marktforscher von IDC. Als Triebfeder nennt das Unternehmen den Durchbruch mobiler Datendienste und Übertragungsstandards wie GPRS, UMTS und Wireless-Lan.
  • Hadi Stiel (Handelsblatt)
Smartphones von Nokia, SonyEricsson, RIM, Palm und T-Mobile

Smartphones von Nokia, SonyEricsson, RIM, Palm und T-Mobile

HB MÜNCHEN. Mit den neuen, leistungsfähigen Handys kommt auch auf die Nutzer "ein neues Anforderungsprofil" zu, sagt Herbert Engelbrecht, Leiter des Kompetenz-Centers IT-Sicherheit bei Ernst & Young. Damit wichtige Geschäftsdaten nicht durch die mobilen Aktivitäten der Mitarbeiter in Gefahr geraten, wie etwa durch E-Mail-Verkehr und Datenbankzugriffe, müssten die Handhelds hinreichend abgesichert werden.

Gerade Unternehmen, die verstärkt auf mobile Präsenz ihrer mit Westentaschen-Computern ausgestatteten Mitarbeiter Wert legen, müssten sich sorgen. Alle drei Dienste - GPRS, UMTS, Wireless-Lan - nutzen als Kommunikationsplattform meist das unsichere Internet. "Angriffe auf Transferdaten sowie unberechtigte Zugriffe auf die Zentrale sind in diesem Fall ohne adäquate Schutzmaßnahmen förmlich programmiert", warnt Peter Scheer, Manager Consultant bei der Meta Group Deutschland. Hinzu komme das Risiko, dass der smarte Wegbegleiter mit allen wichtigen Geschäftsdaten schneller als ein sperriges Notebook in falsche Hände gerate könnte.

Der Sicherheitsspezialist Frank Kölmel von der Firma Secure Computing rät angesichts dieser Unsicherheiten zum parallelen Einsatz mehrerer Techniken: Vom Aufbau eines Virtual Private Networks (VPN) über die sichere Netzeingangskontrolle samt Geräte- und Benutzerauthentifizierung bis hin zur Verschlüsselung der Daten auf der Festplatte des Handhelds. "Als fast vollwertige Computer sollten die intelligenten Handhelds zudem auch in die Zugriffssteuerung der Firmenanwendungen einbezogen werden", fügt Kölmel hinzu. Spätestens damit wäre auch eine Integration der mobilen Teilnehmer in die zentrale Benutzerverwaltung gefordert.

Die Nachteile solcher Sicherheitsvorkehrungen für den Handheld-Nutzer: Er könnte mit den vielen Einstellungen, den regelmäßig nötigen Neuinstallationen und Software-Updates überfordert sein. Dazu kommen die Verbindungseinstellungen. Erste Smartphones bieten bereits alle drei Schnittstellen: GPRS, UMTS und Wireless-Lan. Schludert der mobile Mitarbeiter, geht das auf Kosten der Sicherheit der Geschäftsdaten auf dem Gerät oder in der Zentrale. Wenn er aber sein Gerät falsch konfiguriert, straft es ihn mit nervzehrenden und unproduktiven Ausfällen.

"Deshalb sind die Unternehmen gefordert, ihren mobilen Kräften per Fernkonfiguration und Software-Verteilung unter die Arme zu greifen", sagt Ernst & Young-Berater Engelbrecht. Dementsprechend werde auch ein wachsender Markt entstehen für Dienstleistungen rund um die immer komplexeren Smartphones.

Siemens Business Services hat diese neue Form der Unterstützung für einen Teil der eigenen Mitarbeiter in Schweden, Norwegen, Großbritannien und Polen bereits begonnen. Rund 2600 Nutzer profitieren von der mobilen Installation. Sie brauchen sich lediglich drahtlos anzumelden. Das Gerät übernimmt für sie alle notwendigen Verbindungs- und Sicherheitseinstellungen. Der Service umfasst auch die Software-Verteilung und eine automatische Synchronisation zwischen Westentaschen-Computer und Firmen-PC des Mitarbeiters.

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