So seh ich es Alte Weisheiten für neue Lösungen

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Smith plädiert letzten Endes nicht nur für die uneingeschränkte Freiheit der Studenten, sich den "Scheinvorlesungen" so manchen unvorbereiteten Professors ungestraft entziehen zu können, sondern hielt es auch für notwendig, dass die Dozenten von den Leistungsempfängern - sprich den Studenten - bezahlt werden. So kann nur derjenige gut verdienen, der seinen Studenten dauerhaft eine qualitativ hochwertige Ausbildung bietet. Schikane würde ebenso sanktioniert wie Nachlässigkeit.

Dennoch ist es aus verschiedenen Gründen weder wünschenswert noch durchsetzbar, die Finanzierung der Schul- und Studienausbildung allein den Betroffenen selbst zu überlassen. Man sollte aber versuchen, den Dozenten ein Höchstmaß an Verantwortung für die von ihnen erwarteten Dienstleistungen zu übergeben.

Ein gewisses Maß an Studiengebühren wird dafür unvermeidbar sein. Denkt man Schilys und Heesens Ansatz also konsequent zu Ende, dann kann eine systemkonforme Leistungsgerechtigkeit nur durch die Einführung einer wettbewerblichen Struktur erfolgen.

Ich rate somit als ersten Schritt im Zuge einer Bildungsreform zur Einführung einer gemäßigten Studiengebühr in Verbindung mit der Abschaffung des Beamtenstatus für Dozenten. Um gleichzeitig zu verhindern, dass junge Menschen sich aus Angst vor Verschuldung gegen ein Studium entscheiden, sollte man zu einer direkten Förderung der Studenten übergehen, statt die Hochschulen mit obligatorischen Geldern auszustatten.

Gleichzeitig müssen die lokalen Entscheidungskompetenzen der Universitäten und Fachhochschulen deutlich gestärkt werden. Durch den Druck, der durch diese Maßnahmen entstünde, würde sich der Zug langsam in Bewegung setzen. Hochschulen müssten viel stärker als bisher ihr Angebotsprofil schärfen, sich um private Forschungsgelder bemühen, zukunftsorientierte Ausbildungsprogramme entwerfen und sich um eine bessere Betreuung ihrer Schützlinge sorgen. Ausbildung und Forschung würden an Qualität gewinnen - und Adam Smith würde sich wohl darüber freuen.

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