US-Außenministerin sieht keinen Grund zur Panik Rice: US-Wirtschaft ist belastbar

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Mit erheblichen Auswirkungen der US-Finanzkrise rechnet vor allem China. "Die USA haben unvermindert eine große Bedeutung für die Weltwirtschaft. Wir sind deshalb besorgt über die konjunkturelle Performance der US-Wirtschaft", sagte Cheng Siwei, Mitglied des Nationalen Volkskongresses in China. Weder seien die Auswirkungen der Finanzkrise absehbar, noch sei klar, wie sich der Dollar weiterentwickeln werde. Cheng fürchtet, dass die US-Regierung eher an einem schwächeren Dollar interessiert sei. Cheng nannte es eine ausgesprochen optimistische Prognose, dass die Weltwirtschaft um fast fünf Prozent in diesem Jahr wachsen soll. Wegen der schrittweisen Aufwertung der chinesischen Währung sieht er aber auch seine Heimat unter Druck. "Der Handelsüberschuss Chinas wird in diesem Jahr sicherlich rückläufig sein", kündigte Cheng an.

George Soros, berühmter US-Investor und Stammbesucher von Davos, ist sogar davon überzeugt, dass die Weltwirtschaft in der "schlimmsten Krise seit 60 Jahren steckt". Der 1945 begonnene "Super-Boom" gehe zu Ende, sagte er. Soros empfiehlt eine möglichst schnelle und tiefgreifende Überprüfung der Bankbilanzen durch die Aufsichtsbehörden, um das ganze Ausmaß der Risiken offenzulegen. Noch könne keine Rede davon sein, dass alle potenziellen Belastungen der Finanzindustrie durch komplexe Verbriefungsstrukturen wirklich erfasst seien. Das harte Durchgreifen der Regulierer könne zwar dazu führen, dass Banken zahlungsunfähig würden. Deren Pleite müsse dann durch eine Übernahme oder staatliche Unterstützung verhindert werden.

Optimismus versuchte dagegen Fred Bergsten, Direktor des Peterson-Instituts für internationale Wirtschaft, zu verbreiten. "Selbst wenn das Wachstum in den Vereinigten Staaten und Europa zurückgeht, wird die Weltwirtschaft immer noch um etwa vier Prozent wachsen können", sagte der renommierte US-Ökonom. Er begründete seine These damit, dass das unverändert hohe Wirtschaftswachstum Chinas und Indiens die Entwicklung der Weltwirtschaft positiv beeinflussen werde.

Ausgesprochen optimistisch zeigt sich die Mehrheit der deutschen Manager in Davos. "Die deutsche Wirtschaft ist gut gerüstet gegen eine Abkühlung der Weltwirtschaft", sagte ein Konzernchef dem Handelsblatt. "Unsere Unternehmen sind ausgesprochen wettbewerbsfähig", ergänzte ein Bankvorstand. Voraussetzung sei jedoch, dass das Konjunkturprogramm der US-Regierung möglichst bald komme und die gewünschte Wirkung entfalte. Ohne eine Portion Hoffnung geht es dann eben doch nicht.

Die Rede vom afghanischen Präsidenten Hamid Karsai in Davos geriet angesichts der Krise an den Finanzmärkten in den Hintergrund. Er rief zum anhaltendem Kampf gegen den internationalen Terrorismus auf. "Der Terrorismus, den wir bekämpfen, ist eine existenzielle Kraft, keine konzipierte Herausforderung", sagte Karsai. "Er hat nichts mit Religion zu tun oder mit einer Idee größeren Ausmaßes." Karsai sagte, dieser Terrorismus sei "eine politische Mutation, ein Frankenstein". Die Infrasturktur der Terroristen müsse in der Region vernichtet werden. Um den Teufelskreis von Terrorismus und Gewalt zu durchbrechen, seien Konzentration Entschlossenheit für eine dauerhafte weltweite Partnerschaft vonnöten, sagte der Präsident.

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