US-Vorwahlen Hillary meldet sich zurück

Überraschender Sieg für Hillary Clinton: Die demokratische Präsidentschaftskandidatin hat die zweite Vorwahl in New Hampshire klar für sich entschieden. Nach Hochrechnungen zog Clinton deutlich an Barack Obama vorbei, der nach seinem Sieg in Iowa favorisiert worden war. Doch dies sollte nicht das einzige Comeback sein.
Erst Gefühlsausbruch, dann Sieg: Hillary Clinton kann sich in New Hampshire gegen Barack Obama durchsetzen. Foto: rtr

Erst Gefühlsausbruch, dann Sieg: Hillary Clinton kann sich in New Hampshire gegen Barack Obama durchsetzen. Foto: rtr

MANCHESTER. Clinton konnte sich 39 Prozent der Stimmen sichern. Bei den Republikanern gelang John McCain ebenfalls ein Comeback. Er gewann mit 37 Prozent vor Mitt Romney.

Nach ihrem enttäuschenden dritten Platz bei der Vorwahl in Iowa vergangene Woche und Meinungsumfragen, die Obama auch einen Sieg in New Hampshire prophezeit hatten, kam der Sieg für Clinton unerwartet. Zuletzt hatte sogar ihr eigenes Wahlkampfteam überlegt, die nächsten Vorwahlrunden auszulassen, um sich neu aufzustellen.

„In der vergangenen Woche habe ich euch zugehört und in diesem Prozess meine eigene Stimme gefunden“, sagte Clinton jetzt vor ihren Anhängern. "Lasst uns jetzt Amerika die Art von Comeback geben, die New Hampshire mir gerade gegeben hat." Nach ersten Analysen verdankt Clinton ihr Comeback vor allem Wählern, die sich um die drohende Wirtschaftskrise in den USA Sorgen machen, gewerkschaftsnahen Bürgern und Frauen.

Den ersten Ergebnisse zufolge erreichte Obama 36 Prozent, John Edwards kam mit 17 Prozent auf Rang drei. Auch Obama zeigte sich mit seinem Abschneiden zufrieden. "Ich stehe nach wie vor unter Strom. Wir sind bereit, das Land in eine fundamental andere Richtung zu steuern", rief er seinen Unterstützern zu. Damit ist das Rennen der Demokraten zu einem offenen Zweikampf geworden.

Bei den Republikanern feierte der 71-jährige Kriegsveteran John McCain seine Rückkehr in die ersten Ränge. "Wir haben dem Land gezeigt, wie ein echtes Comeback aussieht", sagte er. Der Sieg in New Hampshire sei "ein erster Schritt ins Weiße Haus". McCain kam auf 37 Prozent der Stimmen. Romney erreichte mit 32 Prozent zum zweiten Mal nur den zweiten Platz und hat damit nur noch wenig Chancen.

Dagegen errang der Überraschungssieger von Iowa, Mike Huckabee, mit elf Prozent einen Achtungserfolg. Er verdrängte den New Yorker Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani (neun Prozent) auf den vierten Platz. Damit gibt es im Feld der Republikaner nach wie vor keinen echten Favoriten.

Die nächste wichtige Wahl der Konservativen findet am 19. Januar in South Carolina statt - dort hat Huckabee laut Umfragen gute Chancen. Bei Demokraten und Republikanern wird eine Entscheidung über die Präsidentschaftskandidatur nun erst frühestens am 5. Februar erwartet, dem so genannten Super Tuesday mit Vorwahlen in mehr als 20 Bundesstaaten.

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