Warum Familienunternehmer ihre Nachfolge konsequent regeln sollten Im Schatten der Eichen

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Das bringt viele Firmen in Schwierigkeiten, wie den fränkischen Unternehmer Ernst A. Bettag. Der Erfinder des "Bobby Cars" fuhr zwar mit dem roten Sitzgefährt für Kinder in die Spitze von Europas Spielwarenbranche. Aber seine Nachfolge regelte der agile Unternehmer nicht. So war die Firma BIG nach seinem Tod im vergangenen Frühjahr wie gelähmt. Ein Jahr dauerte es, bis die Witwe eine Lösung fand: Das Familienunternehmen ging an den Konkurrenten Simba Dickie-Group. -

Den Rekord im Nicht-loslassen-Können stellt wohl ein deutscher Druckerei-Chef auf. Sechsmal trat er offiziell ab und dann wieder an, weil es ihm niemand recht machen konnte. So kann kein Nachfolger Fuß fassen. "Unter einer großen Eiche wachsen nur Pilze", merkt May an. Und die Eichen sorgen oft für einen Erneuerungsstau, den die Kinder kaum bewältigen können.

Experten raten deshalb, die Nachfolge so früh wie möglich zu klären. Dietrich Reinhardt empfiehlt einen Vorlauf von "etwa fünf bis sieben Jahren". Das gelte vor allem dann, sagt der Experte der I.M.C. International Executive Search & HR Solutions GmbH in Essen, "wenn die Strukturen nachhaltig von der Persönlichkeit des Unternehmers geprägt worden sind".

Es gibt viel zu regeln. "Erfolgreiche Unternehmen haben zum Beispiel klare Auswahlverfahren für den Nachfolger an der Firmenspitze", sagt Professor Rudolf Wimmer vom Institut für Familienunternehmen an der Privatuni Witten-Herdecke. "Wenn aus der Familie niemand die notwendige Eignung mitbringt, dann müssen die Eigentümer Fremdmanager finden."

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