Wechsel aber erst 2005 Montoya sitzt bald im „Silberpfeil“

McLaren Mercedes rüstet auf der Jagd nach Serien-Weltmeister Michael Schumacher kräftig auf: der Kolumbianer Juan Pablo Montoya wechselt 2005 von BMW Williams zu McLaren Mercedes. Für BMW ist dies ein harter Schlag, doch das Team macht gute Miene zum bösen Spiel.
Juan Pablo Montoya wechselt zu Mercedes. Foto: dpa

Juan Pablo Montoya wechselt zu Mercedes. Foto: dpa

HB STUTTGART. Mit Juan Pablo Montoya hat sich das Mercedes-Team einen der größten Herausforderer des sechsmaligen Weltmeisters Michael Schumacher geangelt. "Die Verpflichtung stellt eine große Chance für mich dar", verriet der kolumbianische Teamkollege von Ralf Schumacher am Montag seine Beweggründe. Knapp vier Monate vor Saisonbeginn erklärte der Rennstall McLaren-Mercedes per Fax hoch offiziell, was in der Formel 1 die Spatzen schon lange von den Dächern pfiffen: "Juan-Pablo Montoya fährt 2005 für West McLaren Mercedes."

"Für BMW-Williams ist es natürlich sehr schade, dass Juan-Pablo 2005 das Team verlässt. Für die Saison 2004 ändert sich dadurch aber nix: Wir werden beide Gas geben, und der Schnellere von uns beiden fährt dann um die Weltmeisterschaft", sagte Ralf Schumacher. "Für uns ist es selbstverständlich, beide Fahrer mit dem gleichen Material auszurüsten und beide in gleicher Form zu unterstützen", kündigte BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen einen sportlich-fairen Konkurrenzkampf im Team des Vize-Weltmeisters in der Marken-WM an.

Mit dem WM-Dritten Juan-Pablo Montoya, der im übernächsten Jahr Teamkollege von Vize-Weltmeister Kimi Räikkönen wird, hat die britisch-schwäbische Allianz zwei der anerkannt stärksten Fahrer nach Ferrari-Star Michael Schumacher unter Vertrag. "Wir wollen Rennen und Weltmeisterschaften gewinnen, deshalb konzentrieren wir unsere Kräfte nicht nur auf die bevorstehende Saison, sondern planen auch für die Zukunft. Wir haben die Chance genutzt, ein Talent wie Juan Pablo unter Vertrag zu nehmen", betonte Teamchef Ron Dennis. Für die Saison 2004 bestätigte er noch einmal Räikkönen und den Schotten David Coulthard als Fahrer.

Williams-BMW machte unterdessen gute Miene zum bösen Spiel: "Ganz normal" sei der Wechsel, erklärte Theissen. Schließlich sei es legitim, entsprechend der bestehenden Verträge über einen Team- Wechsel nachzudenken und diesen auch zu vollziehen. Sein Mercedes- Kollege Norbert Haug frohlockte: "Juan Pablo Montoya ist mit seinen Erfolgen in wenigen Jahren zu einer festen Größe im internationalen Motorsport geworden und wird gut in unser Team passen."

Doch bis es soweit ist, will Montoya seinen neuen Arbeitgeber noch kräftig ärgern: "Ich werde mich darauf konzentrieren, die Weltmeisterschaft 2004 zu gewinnen", sagte Montoya, der bei McLaren - Mercedes doppelt so viel verdienen soll wie bei Williams-BMW. Doch mit der frühzeitigen Festlegung fährt der heißblütige Kolumbianer hohes Risiko. Sollte er wirklich noch Weltmeister werden, könnte er im neuen Team viel verlieren. "Wir haben noch ein gemeinsames Jahr mit Juan Pablo vor uns. Ich bin davon überzeugt, dass er auch 2004 genauso motiviert an seine Aufgabe rangeht wie bislang. Der Fahrer und das Team haben einen gemeinsames Interesse: Den WM-Titel. Weder Fahrer noch Team können es sich leisten, den WM-Titel zu verschenken", so Theissen.

In diesem Jahr war der Südamerikaner, der seit seinem Einstieg in die Formel 1 im Jahr 2001 drei Grand Prix' gewonnen hat, lange Zeit der erste Herausforderer von Michael Schumacher, doch im Endspurt zeigte er im Nerven im Titelkampf und musste die Jäger-Rolle seinem künftigen Teamkollegen Räikkönen überlassen.

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