Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

140.000 Euro für Alwine Unbekannter ersteigert Dorf in Brandenburg

Wochenlang haben die Bewohner des Dorfs Alwine im südlichen Brandenburg gerätselt, wer ihre Siedlung ersteigern will. Nach der Auktion sind sie etwas schlauer. Als Spekulationsobjekt eignet sich Alwine wohl nicht.
10.12.2017 - 16:02 Uhr Kommentieren
Der Käufer zahlte für das gesamte Dorf 140.000 Euro. Quelle: dpa
Dorf Alwine in Brandenburg

Der Käufer zahlte für das gesamte Dorf 140.000 Euro.

(Foto: dpa)

Berlin, Alwine Ein unbekannter Telefonbieter aus Berlin hat am Samstag bei einer Auktion das gesamte Dorf Alwine in Brandenburg ersteigert - für gerade mal 140.000 Euro. Die abgelegene Waldsiedlung im Süden des Bundeslandes mit etwa 15 Mietern führte jahrelang ein eher beschauliches Dasein. Viele Wohnungen standen leer, Die maroden Häuser müssten nach Schätzung des Bürgermeisters für mindestens zwei Millionen Euro saniert werden.

Bei der Auktion in Berlin-Mitte ging dann alles sehr schnell. In weniger als fünf Minuten wurde das Paket aus neun grauen Wohnhäusern, einer löchrigen Dorfstraße und einem Waldstück an den einzigen Bieter abgegeben. „Er hatte sich erst am Samstagmorgen bei uns gemeldet und die Unterlagen per Fax geschickt“, sagte Matthias Knake vom Auktionshaus Karhausen. Der Bieter aus Berlin wolle zunächst anonym bleiben, er sei dem Auktionshaus nicht von früheren Versteigerungen bekannt.

„Wir hatten weltweite Anfragen, sogar aus Indien“, sagte Knake weiter. „Der Höchstbieter möchte mit dem Kauf etwas Gutes tun.“ Auf dem Bestätigungsfax habe er vermerkt: „Zum Wohle der Einwohner.“ Darauf hofft auch Ortsvorsteher Peter Kroll, der bei der Auktion in Berlin dabei war. „Unser Wunsch ist es, dass wenigstens die bewohnten Bereiche der Häuser instandgesetzt werden.“ Die Häuser seien vom Dach bis zum Keller stark sanierungsbedürftig.

Alwine gehört zur Stadt Uebigau-Wahrenbrück und liegt mehr als 100 Kilometer südlich von Berlin. Einkaufsmöglichkeiten gibt es in dem kleinen Dorf nicht. Die einzige Buslinie in der näheren Umgebung fährt ohne Halt vorbei. Die Siedlung gehörte zu DDR-Zeiten zu einer benachbarten Brikett-Fabrik, die Anfang der 90er Jahre geschlossen wurde.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    2001 habe die Treuhand das kleine Dorf Alwine für eine D-Mark an zwei Brüder verkauft, sagte der Bürgermeister von Uebigau-Wahrenbrück, Andreas Claus, der ebenfalls die Auktion beobachtete. Einer der Brüder sei gestorben - daher jetzt die Versteigerung. „Wir sind sehr böse, dass es soweit kommen musste“, kommentierte Claus den ruinösen Zustand der Häuser mit bröckelndem Putz, kaputten Holzfenstern und undichten Dächern. „Eigentum verpflichtet. Deshalb würden wir gerne mit dem Käufer über seine zukünftigen Pläne reden.“

    „Da könnte man eine Landkommune draus machen“, spekulierte ein Immobilienhändler aus München. „Das ist eher nichts für Spekulanten, weil die Preise in der Gegend sicherlich nicht steigen werden. Wenn man da nichts macht, sind die letzten Mieter auch bald weg.“

    Ein anderer Zuschauer schlug vor, die Häuser abzureißen und ein Waldhotel zu bauen. „Das ist aber nicht möglich. Alwine liegt im Außenbereich und ist als Landwirtschaftsfläche ausgewiesen“, erklärte Bürgermeister Claus. Die alten Häuser hätten Bestandsschutz, Neubauten oder Nutzungsänderungen seien nicht möglich.

    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: 140.000 Euro für Alwine - Unbekannter ersteigert Dorf in Brandenburg
    0 Kommentare zu "140.000 Euro für Alwine: Unbekannter ersteigert Dorf in Brandenburg"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%