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Mein Handelsblatt Beständig ist nur der Wandel

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Die goldenen Zeiten brechen an

So feiern nur wir – 70 Jahre Handelsblatt

Diese Zäsur gab dem Handelsblatt neuen Schwung.  Die Verlagsgruppe expandierte in das Geschäft mit Wirtschaftsmagazinen, das Handelsblatt übernahm den „Industriekurier“ und steigerte die Auflage erheblich – von 30.000 Exemplaren im Jahr 1970 auf 80.000 im Jahr 1982. Publizistisch war die Bedeutung des Blatts ohnehin immer größer als die Auflage vermuten ließ.

Im Durchschnitt wurde jede Zeitung von fünf bis sechs Lesern in die Hand genommen, überwiegend Führungskräfte aus Wirtschaft und Politik. 1983 zog die Redaktion vom Martin-Luther-Platz in die Kasernenstraße um, eine Parallelstraße der Königsallee. Dort produzierte sie eine optisch aufgefrischte Zeitung, die statt im „Rheinischen“ nun im größeren „Nordischen“ Format erschien. 

Mitte der 1990er-Jahre war die Auflage auf 140.000 Exemplare gestiegen. 1999, Deutschland befand sich im Börsenfieber,  schwang sich nicht nur der Deutsche Aktienindex zu immer neuen Höhen auf, auch die gedruckte Auflage des Handelsblatts erreichte mit 230.000 Exemplaren ihr Allzeithoch. Diese „goldenen Zeiten“ sind  Vergangenheit. Im Zeitalter der Digitalisierung findet heute allerdings auch eine Transformation des traditionellen Zeitungsbegriffs statt. Beim Handelsblatt hat sich der Print-Abonnent als langjähriger Fixstern des Verlagsuniversums  bereits in ein interaktives Mitglied des Handelsblatt-Wirtschaftsklubs verwandelt, mit Ausweiskarte und Mitgliedsnummer. 120.000 Abonnenten und Digitalpassinhaber besitzen sie bereits. Tendenz: steigend.

„Das Handelsblatt ist bei uns eine Instanz“
Tim Zimmermann
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Um in Krisenzeiten den Überblick zu behalten, die Politik bewerten und Entscheidungen treffen zu können – deswegen ist Tim Zimmermann Leser des Handelsblatt. Dem Studenten ist es besonders wichtig, informiert zu sein und zu bleiben. Deswegen liest der 24-Jährige Nachrichten am liebsten unterwegs und schätzt vor allem die digitale Ausgabe des Handelsblatt. Toll findet er, dass die Handelsblatt-Redaktion sich auch sportlichen und politischen Themen widmet – natürlich mit wirtschaftlichem Fokus.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)
Claudio Gentile
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Er ist extra aus dem Ruhrgebiet nach Berlin gereist, weil er bei #wirstudierenhandelsblatt, einer Social-Media-Foto-Aktion des Handelsblatt, Tickets für den Pathfinder-Event im Tempodrom gewonnen hatte. Von dem „Tag des Nachdenkens“ ist der 24-Jährige ebenso begeistert wie vom Handelsblatt. „Denn das bringt wichtige Nachrichten aus Wirtschaft und Politik kurz und knapp auf den Punkt“, sagt Claudio Gentile. In der Uni-Bibliothek liest der Student das Handelsblatt gerne in der Print-Version. „Ansonsten auf dem iPad.“ Eine Überschrift, die er über sich gerne mal im Handelsblatt sehen möchte? „Der Junge aus dem Ruhrpott, der es geschafft hat.“

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)
Alexander Ernst
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Wenn Alexander Ernst Zeitung liest, fragt der Daimler-Mitarbeiter sich immer: Wem nutzen die Informationen? Beim Handelsblatt stünden die Leser im Vordergrund. „Die Zeitung ist unabhängig von Politik, die Texte sind nicht reißerisch, ich bekomme weniger versteckte Meinungsmache serviert“. Seit 20 Jahren liest der 44-Jährige das Handelsblatt. Auch weil es Themen „anders als etwa der Spiegel von vielen Perspektiven beleuchtet“.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)
André Schlüter
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Es gehört zu seinem Job, das Handelsblatt eine halbe Stunde vor seinem Chef gelesen zu haben. Denn André Schlüter, 43, leitet die Unternehmenskommunikation bei der Berliner Bank- und Immobilienberatung „Ziegert“. “Ich muss auf tagesaktuelle Fragen Antworten parat haben und das Handelsblatt ist bei uns eine Instanz“. Daher liest Schlüter das Handelsblatt schon in der Früh. Die anderen Zeitungen folgen im Laufe des Tages . „Mich interessiert alles, was mit Immobilien zu tun hat, global und lokal“. Vom Handelsblatt wünsche er sich deshalb eine Berlin-Seite.  

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)
Lena Stadler und David Schanzenbach
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David Schanzenbach und Lena Stadtle sind begeisterte Handelsblatt-Leser. Der 19-jährige Stadler studiert Wirtschaftsingenieurwesen und bekommt das Handelsblatt im Abo über sein Stipendium beim Karrierenetzwerk e-fellows. Die 27-Jährige unterrichtet an einem Mannheimer Gymnasium Biologie und Deutsch. „Ich habe zwar wenig mit Wirtschaft zu tun, will aber die Fragen meiner Schüler beantworten können“, sagt sie. Sie findet im Handelsblatt genauere Hintergrundinformationen als in anderen Tageszeitungen, etwa zum VW-Skandal: „Wo andere zurückschrecken, hakt das Handelsblatt nach“. Die Party hat sie überrascht. „Wir sind immer noch total geflashed von der Veranstaltung. 70 Jahre Handelsblatt – wir haben gedacht, da treffen wir nur Menschen mit weißen Haaren“, sagt Schanzenbach. „Wir waren total baff, wie gemischt das Publikum war und was für tolle Acts auf der Bühne standen.“

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)
Julian Kichling und Matthias Schwarze
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Julian Kichling, 22, und Matthias Schwarze, 22,

Warum liest jemand, der sich an der Uni mit Nordamerikastudien beschäftigt, das Handelsblatt? „Ich interessiere mich vor allem für Politik und bekomme so auch den wirtschaftlichen Hintergrund“, sagt Julian Kichling, der an der Freien Universität (FU) Berlin studiert. Von seinen Kommilitonen kenne der 22-Jährige sonst niemanden, der das Handelsblatt lese, trotzdem fühle er sich nicht wie ein Wirtschaftsnerd. Für den 22-jährigen Matthias Schwarze, der ebenfalls an der FU Jura mit Schwerpunkt Wirtschaftsrecht studiert, ist das Handelsblatt  Pflichtlektüre. Genau wie Kichling bekommt er die Zeitung im Abo des Karrierenetzwerks e-fellows. Daneben liest er auch die Apps „Handelsblatt Live“ und seit kurzem „Handelsblatt 10“, weil er damit Zeit spare. Einen Vorteil sieht er aber auch bei der gedruckten Ausgabe: „Sie ist so schön handlich. In der Bahn breite ich das Handelsblatt nicht auch noch über das Gesicht meines Sitznachbarn“.  

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)
Monika und Klaus Engelbertz
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Klar gebe es auch Dinge, die er als Unternehmensmitglied anders sehe. Insgesamt sei die Berichterstattung im Handelsblatt aber objektiv, findet Klaus Engelbertz, Geschäftsführer der RWE Netzservice GmbH, einer Tochter des Energieversorgers RWE. Den 60-Jährigen interessieren Berichte, in denen er etwas über die Strategien von Unternehmen erfährt. Besonders über die anderer Dac-Unternehmen. Seine Frau Monika, 58-Jährige Verwaltungsangestellte, schaut auch gern in die Zeitung. Für die Lektüre ist etwa nach dem gemeinsamen Abendessen Zeit. „Wenn ich Bahn fahre, lese ich das Handelsblatt natürlich vorher, da liegt sie aus“, sagt Klaus Engelbertz.

(Foto: Uta Wagner für Handelsblatt)

In den vergangenen 70 Jahren begnügte sich das Handelsblatt nicht damit,  das Auf und Ab der Konjunkturzyklen zu analysieren und politische Umbrüche wie die erste sozial-liberale Koalition 1969 oder den epochalen Mauerfall 1989 ausführlich zu schildern und zu kommentieren. In den vergangenen 70 Jahren schrieb das Handelsblatt auch immer wieder Pressegeschichte.

Im Dezember 1971 etwa warnte die Zeitung auf der  Titelseite vor „konfiskatorischen“ Steuerplänen der SPD.  Die Schlagzeile „Leistung wird sich nicht mehr lohnen“ war erstmals  mit einem markanten Orange unterlegt, das im Laufe der Jahre zum Markenzeichen des Handelsblatts avancierte. Die kleine „orangefarbene Revolution“ hatte Erfolg: Statt der geplanten  Erhöhung senkte die sozial-liberale Koalition 1975 die Einkommensteuer. Im September 1978 variierte das Handelsblatt den Slogan und forderte: „Leistung muss sich wieder lohnen“. Im Bundestagswahlkampf 1983 prangte der Spruch dann auf CDU-Plakaten. In jüngerer Zeit enthüllte die Wirtschaftszeitung beispielsweise eine rauschende Sex-Party in Budapest, auf Kosten der Versicherten organisiert für die 100 besten Vertreter  der Hamburg Mannheimer, oder den Skandal um den Pleite-Billigstromanbieter Teldafax.

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11 Kommentare zu "Mein Handelsblatt: Beständig ist nur der Wandel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum brauche ich die Auswahl zwischen 25 inhaltlich gleichen TV-Programmzeitschriften, wenn mir letztlich eine genügt?
    Sowas ist doch Wahnsinn!

  • Erstmal herzlichen Glückwunsch ans Handelsblatt für die bisherigen 70 Jahre!
    „Auflagen-Verluste der Magazine dramatischer denn je“
    Wenn der stern so weitermacht, ist er auch bald nur noch Geschichte und das absolut zurecht, Jörges sei Dank.
    Gilt für viele weitere Printerzeugnisse und Verlage. Sind ja eh alle im Eigentum der paar Großen, die den noch vorhandenen immer kleiner werdenden Markt unter sich aufteilen => Bertelsmann, Bauer, Burda, Holtzbrinck (verlegt das Handelsblatt), Springer, Gruner + Jahr, Medien-Union Schaub. Wenn man sich mal die Preise (zwischen 5 und 20 Euro) anschaut, welche zum größten Teil heute für die Printausgaben der Magazine und Sonderhefte aufgerufen werden, dann verzichte ich als möglicher Käufer gerne auf deren Nachfrage und den Kauf. Auch die Inhalte können nicht mehr überzeugen, da fast alle eh das gleiche voneinander klauen und abschreiben. Nennt sich dann politisch motivierter Journalismus. Nein, auf große Teile der aktuellen Printmedienlandschaft kann ich gut und gerne verzichten. Zu D-Mark Zeiten waren es mir die 3,50 D-Mark noch wert, ein Wochenmagazin käuflich zu erwerben. Seit sich aber die Preise mittlerweile innerhalb von nur 14 Jahren verdoppelt haben, sind mir diese Ausgaben schlicht und ergreifend zu teuer geworden. Das Internet ist für mich persönlich übrigens kein wirklicher Leseersatz zu den Printausgaben. Hinzu kommt eine Flut von Zeitschriftentiteln, die kein Mensch wirklich braucht. Ich frage mich oft, wie die Verlage diese Überproduktion finanzieren, da sich die Zeitschriften und Magazine immer mehr als Ladenhüter entpuppen.

  • @Caruso

    wie Sie sehen, wurde nun wegen "sachlich" gelöscht.......

    Einen "Grund", missliebige Meinungen zu löschen, findet sich eben immer.......

  • Ja, ich wäre auch für so ein bedingungsloses Grundeinkommen, wenn es zur Abwechslung mal die Industrie bezahlen würde. Dafür aber bräuchten wir eine Politikvertretung, die Lobbyarbeit für die Bürger und und nicht für die Industrie machen würde und so etwas gibt es nicht. Daran scheitert das Konzept.

  • @ Herr Pier
    Herr Weimer ist aber auch nur Gastautor, seine Beiträge sind die einzigen mit politischem Inhalt, die ich auf dieser Seite noch ernstnehmen kann (von den Kommentaren mal abgesehen).
    Nein, auch an mir verdient das HB schon lange keinen Cent mehr.
    Werbung? Kenne ich keine. Wozu gibt es das wunderbare Adblock Plus?

  • es ist sicher sinnvoll keine Namen zu nennen,sonst wird "gelöscht wegen "nicht persönlich werden......"

    Ich denke aber, dass jeder, der regelmäßig hier "unterwegs" ist weiß, wer gemeint ist.....
    Solange diese Leute beim HB auf der Gehaltsliste stehen, verdient das HB auch an mir, zumindest direkt, keinen Cent mehr.

    W. Weimer gehört in jedem Fall NICHT dazu.

    Werbung beachte ich gar nicht - die wird umgehend weggeklickt oder wo nicht mgl. , eben ignoriert.
    Es reicht, was ich jeden Monat an Zwangsgebühren für die ach' so neutralen GEZ-Sender abdrücken muss.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Hier die Vervollständigung des letzten Absatzes (sorry, eben keine Zeit mehr gehabt):

    Ist es für die Menschen da, oder ist es umgekehrt?

    Der letzte Absatz klingt reichlich zaghaft-resigniert:

    „Die Initianten glauben auch nicht ernsthaft an einen Sieg. Sie sind schon damit zufrieden, dass jetzt über das Konzept diskutiert wird.

    Auch wenn es die meisten (noch?) als „Spinnerei“ abtun, angesichts obiger Argmente gehört das Thema dringend aus der Versenkung geholt (und an prominenterer Stelle diskutiert)!!!

  • Richtig, beständig ist nur der Wandel. So gesehen, passt der Artikel „Die nächste soziale Revolution“, rechts oben auf Seite 11 der heutigen (06.05.16) HB-Printausgabe.

    Aus besagtem Artikel hier das gewichtigste Argument „PRO bedingungsloses Grundeinkommen“:

    „Guy Standing von der Universität London forscht seit Jahrzehnten über dieses Thema. Er hat Studien in Indien begleitet, bei denen 6.000 Menschen über Jahre ein bedingungsloses Grundeinkommen in bar bekamen. „Die Leute arbeiten mehr, nicht weniger, Kinderarbeit ging dagegen zurück“.

    Das muss natürlich erstmal nochmal genau überprüft werden, aber:

    Falls es sich so bestätigen sollte, dürfte es wohl das schlagendste Argument gegen die Befürchtung, dass eine Befreiung vom Zwang zur Arbeit von den Menschen als Freibrief zur Faulheit angesehen würde. Sondern dass diese Befreiung sich – ganz im Gegenteil – als ein sehr effektiver Impuls für die (nicht zuletzt wirtschaftliche) Weiterentwicklung der heutigen Gesellschaft erweisen könnte.

    Und jetzt das Argument „contra bedingungsloses Grundeinkommen“ (bezogen auf die Abstimmung in der Schweiz):

    „In einem hochentwickelten Industrieland wie der Schweiz hätte das Konzept indes pharaonische Kosten: Rund 200 Milliarden Franken im Jahr (…) Ohne massive Steuererhöhung würde es nicht gehen. Und die Folgen für die Wirtschaft wären kaum abzusehen.

    Dazu nur soviel:

    Was genau ist „Geld“? Und, weitaus interessantere Frage noch:

    Ist es für die Menschen da, oder ist es umgekehrt?
    Der letzte Absatz klingt reichlich zaghaft-resigniert:
    „Die Initianten glauben auch nicht ernsthaft an einen Sieg. Sie sind schon sehr Spinnerei oder nicht, Dabei gehört das Thema – auch wenn es die meisten (noch) als „Spinnerei“ abtun, angesichts obiger Argmente dringend aus der Versenkung geholt (und an prominenterer Stelle diskutiert).

  • Beständig ist nur die Erkenntniss dass sich das Volk gegen die tendenziöse Berichterstattung immer mehr wehrt wenn man sich die Auflage von Bild, Spiegel und Co. anschaut. Sie werden bald ihren Pressemüll nur noch gratis ans Kanzleramt liefern können denn die Leute werden es nicht mal zum anzünden ihres Kamins oder Grills kaufen.

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