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Mein Handelsblatt Beständig ist nur der Wandel

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Handelsblatt erscheint börsentäglich

So haben Sie die Geschichte des Handelsblatts noch nie gesehen

Der  Aufmacher der ersten Ausgabe drehte sich unter der Schlagzeile: „Regelung des Verbrauchsgüterkreislaufs“ um Fragen des Bewirtschaftungssystems. Gut zwei Jahre später war die Bewirtschaftung mit der Währungsreform Vergangenheit. Über dem zweiten großen Seite-1-Artikel stand der noch 70 Jahre später tagesaktuelle Titel: „Eisen und Stahl in der Kostenkrise“. Die erste Handelsblatt-Ausgabe war eine Bleiwüste mit acht Seiten Umfang.  Ein Pferdefuhrwerk brachte die Zeitungspakete von der Druckerei im Pressehaus über den halben Kilometer zum Düsseldorfer Hauptbahnhof. Das Blatt erschien zunächst nur einmal die Woche, jeweils am Donnerstag, in einer Auflage  von 10.000 Exemplaren. Mehr gab das von der Britischen Militärbehörde zugeteilte Papierkontingent nicht her.  

Zeitungen, so heißt es,  entwickeln sich meist  in Sprüngen –  das Handelsblatt wagte den ersten Sprung unmittelbar nach der Währungsreform vom 20. Juni 1948. Der Geldschnitt hatte die wertlose Reichsmark durch die werthaltige D-Mark ersetzt. Über Nacht wandelte sich der Verkäufer- zum Käufermarkt. Um aktueller berichten zu können, erschien die Zeitung nun zweimal die Woche, später dann dreimal wöchentlich und seit April 1959 „börsentäglich“ fünfmal die Woche.

Wie sich eine Zeitung immer wieder neu erfindet
2016
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Das Handelsblatt feiert seinen 70. Geburtstag: am 16. Mai 2016

16. Mai 1946
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Das erste „Handelsblatt“ erschien am 16. Mai 1946, acht Seiten stark und mit einer trockenen Schlagzeile: „Regelung des Verbrauchsgüterkreislaufs“.

Lizenz für das Handelsblatt
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Nach der nationalsozialistischen Terrorherrschaft prüfte die britische Besatzungsmacht genau, welchen Deutschen sie die Lizenz gab. Es ging nicht nur darum, eine Zeitung aufzubauen. Sie sollte auch mithelfen, die verschüttete demokratische Kultur im Land neu zu entwickeln. Dem Journalisten Herbert Gross trauten die Briten das zu - zunächst.

Ende 1946
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Ein prominentes Thema war "Eisen und Stahl in der Kostenkrise". Zunächst erschien die Zeitung nur einmal in der Woche, jeweils am Donnerstag, und nur in der britischen Zone. Schon nach wenigen Monaten aber konnte die Zeitung deutschlandweit gekauft werden - sie wurde geschätzt, vor allem wegen ihrer Informationsdichte.

Friedrich Vogel
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Der Gründungsvater Herbert Gross gab Ende 1946 seine Lizenz zurück, die Briten ernannten den als wirtschaftsnah geltenden Journalisten Friedrich Vogel zum neuen Lizenznehmer. Da in Großbritannien zu jener Zeit die Labour-Party regierte, wurde Vogel zunächst der prominente Gewerkschafter Erich Potthoff zur Seite gestellt.

16. Mai 1956
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Das Handelsblatt feiert seinen zehnten Geburtstag mit einer Sonderbeilage. Gezeigt wird auch die Aufwärtsentwicklung - in Form von Text- und Anzeigenseiten.

Ludwig Erhard
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Im ersten Jahrzehnt nach ihrer Gründung ähnelte die Zeitung nicht nur optisch amtlichen Bekanntmachungen, sondern auch inhaltlich. Schlagzeile am 25. Juni 1957: „Erhard lobt das Kartellgesetz“.

(Foto: dpa)

Von Anfang an verstand  sich das Handelsblatt als „Stimme der ökonomischen Vernunft“. Die Redaktion trat und tritt für die Soziale Marktwirtschaft ein. Der Wertekanon zielt ab auf ein sozial verantwortliches Unternehmertum, das von Staat und Gesellschaft nicht über Gebühr gegängelt wird. Zu den eifrigsten Lesern des Handelsblatts gehörte jahrzehntelang Ludwig Erhard, Bundeswirtschaftsminister und später Kanzler. In einem Almanach zum Bonner Bundespresseball heißt es: „Was Erhard morgen denkt, steht heute schon im Handelsblatt.“ Vor allem Chefkorrespondent Wolfram Langer hatte einen direkten  Draht zum „Dicken mit der Zigarre“. Er schrieb 1957 auch Erhards  Buch „Wohlstand für alle“ –  der populärste Slogan des „Wirtschaftswunders“ war geboren. 1958 wechselte Langer als Leiter der Grundsatzabteilung ins  Bundeswirtschaftsministerium.

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11 Kommentare zu "Mein Handelsblatt: Beständig ist nur der Wandel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum brauche ich die Auswahl zwischen 25 inhaltlich gleichen TV-Programmzeitschriften, wenn mir letztlich eine genügt?
    Sowas ist doch Wahnsinn!

  • Erstmal herzlichen Glückwunsch ans Handelsblatt für die bisherigen 70 Jahre!
    „Auflagen-Verluste der Magazine dramatischer denn je“
    Wenn der stern so weitermacht, ist er auch bald nur noch Geschichte und das absolut zurecht, Jörges sei Dank.
    Gilt für viele weitere Printerzeugnisse und Verlage. Sind ja eh alle im Eigentum der paar Großen, die den noch vorhandenen immer kleiner werdenden Markt unter sich aufteilen => Bertelsmann, Bauer, Burda, Holtzbrinck (verlegt das Handelsblatt), Springer, Gruner + Jahr, Medien-Union Schaub. Wenn man sich mal die Preise (zwischen 5 und 20 Euro) anschaut, welche zum größten Teil heute für die Printausgaben der Magazine und Sonderhefte aufgerufen werden, dann verzichte ich als möglicher Käufer gerne auf deren Nachfrage und den Kauf. Auch die Inhalte können nicht mehr überzeugen, da fast alle eh das gleiche voneinander klauen und abschreiben. Nennt sich dann politisch motivierter Journalismus. Nein, auf große Teile der aktuellen Printmedienlandschaft kann ich gut und gerne verzichten. Zu D-Mark Zeiten waren es mir die 3,50 D-Mark noch wert, ein Wochenmagazin käuflich zu erwerben. Seit sich aber die Preise mittlerweile innerhalb von nur 14 Jahren verdoppelt haben, sind mir diese Ausgaben schlicht und ergreifend zu teuer geworden. Das Internet ist für mich persönlich übrigens kein wirklicher Leseersatz zu den Printausgaben. Hinzu kommt eine Flut von Zeitschriftentiteln, die kein Mensch wirklich braucht. Ich frage mich oft, wie die Verlage diese Überproduktion finanzieren, da sich die Zeitschriften und Magazine immer mehr als Ladenhüter entpuppen.

  • @Caruso

    wie Sie sehen, wurde nun wegen "sachlich" gelöscht.......

    Einen "Grund", missliebige Meinungen zu löschen, findet sich eben immer.......

  • Ja, ich wäre auch für so ein bedingungsloses Grundeinkommen, wenn es zur Abwechslung mal die Industrie bezahlen würde. Dafür aber bräuchten wir eine Politikvertretung, die Lobbyarbeit für die Bürger und und nicht für die Industrie machen würde und so etwas gibt es nicht. Daran scheitert das Konzept.

  • @ Herr Pier
    Herr Weimer ist aber auch nur Gastautor, seine Beiträge sind die einzigen mit politischem Inhalt, die ich auf dieser Seite noch ernstnehmen kann (von den Kommentaren mal abgesehen).
    Nein, auch an mir verdient das HB schon lange keinen Cent mehr.
    Werbung? Kenne ich keine. Wozu gibt es das wunderbare Adblock Plus?

  • es ist sicher sinnvoll keine Namen zu nennen,sonst wird "gelöscht wegen "nicht persönlich werden......"

    Ich denke aber, dass jeder, der regelmäßig hier "unterwegs" ist weiß, wer gemeint ist.....
    Solange diese Leute beim HB auf der Gehaltsliste stehen, verdient das HB auch an mir, zumindest direkt, keinen Cent mehr.

    W. Weimer gehört in jedem Fall NICHT dazu.

    Werbung beachte ich gar nicht - die wird umgehend weggeklickt oder wo nicht mgl. , eben ignoriert.
    Es reicht, was ich jeden Monat an Zwangsgebühren für die ach' so neutralen GEZ-Sender abdrücken muss.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Hier die Vervollständigung des letzten Absatzes (sorry, eben keine Zeit mehr gehabt):

    Ist es für die Menschen da, oder ist es umgekehrt?

    Der letzte Absatz klingt reichlich zaghaft-resigniert:

    „Die Initianten glauben auch nicht ernsthaft an einen Sieg. Sie sind schon damit zufrieden, dass jetzt über das Konzept diskutiert wird.

    Auch wenn es die meisten (noch?) als „Spinnerei“ abtun, angesichts obiger Argmente gehört das Thema dringend aus der Versenkung geholt (und an prominenterer Stelle diskutiert)!!!

  • Richtig, beständig ist nur der Wandel. So gesehen, passt der Artikel „Die nächste soziale Revolution“, rechts oben auf Seite 11 der heutigen (06.05.16) HB-Printausgabe.

    Aus besagtem Artikel hier das gewichtigste Argument „PRO bedingungsloses Grundeinkommen“:

    „Guy Standing von der Universität London forscht seit Jahrzehnten über dieses Thema. Er hat Studien in Indien begleitet, bei denen 6.000 Menschen über Jahre ein bedingungsloses Grundeinkommen in bar bekamen. „Die Leute arbeiten mehr, nicht weniger, Kinderarbeit ging dagegen zurück“.

    Das muss natürlich erstmal nochmal genau überprüft werden, aber:

    Falls es sich so bestätigen sollte, dürfte es wohl das schlagendste Argument gegen die Befürchtung, dass eine Befreiung vom Zwang zur Arbeit von den Menschen als Freibrief zur Faulheit angesehen würde. Sondern dass diese Befreiung sich – ganz im Gegenteil – als ein sehr effektiver Impuls für die (nicht zuletzt wirtschaftliche) Weiterentwicklung der heutigen Gesellschaft erweisen könnte.

    Und jetzt das Argument „contra bedingungsloses Grundeinkommen“ (bezogen auf die Abstimmung in der Schweiz):

    „In einem hochentwickelten Industrieland wie der Schweiz hätte das Konzept indes pharaonische Kosten: Rund 200 Milliarden Franken im Jahr (…) Ohne massive Steuererhöhung würde es nicht gehen. Und die Folgen für die Wirtschaft wären kaum abzusehen.

    Dazu nur soviel:

    Was genau ist „Geld“? Und, weitaus interessantere Frage noch:

    Ist es für die Menschen da, oder ist es umgekehrt?
    Der letzte Absatz klingt reichlich zaghaft-resigniert:
    „Die Initianten glauben auch nicht ernsthaft an einen Sieg. Sie sind schon sehr Spinnerei oder nicht, Dabei gehört das Thema – auch wenn es die meisten (noch) als „Spinnerei“ abtun, angesichts obiger Argmente dringend aus der Versenkung geholt (und an prominenterer Stelle diskutiert).

  • Beständig ist nur die Erkenntniss dass sich das Volk gegen die tendenziöse Berichterstattung immer mehr wehrt wenn man sich die Auflage von Bild, Spiegel und Co. anschaut. Sie werden bald ihren Pressemüll nur noch gratis ans Kanzleramt liefern können denn die Leute werden es nicht mal zum anzünden ihres Kamins oder Grills kaufen.

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