Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Zum Jubiläums-Special von Handelsblatt Online

Mein Handelsblatt Beständig ist nur der Wandel

Seite 3 von 6:
Vogel prägt die nächsten 25 Jahre

Erster Chefredakteur und Verleger in Personalunion war der Wirtschaftsjournalist Friedrich Vogel. Anfang 1947 hatte der 44-Jährige von Herbert Groß, Journalist und Dolmetscher bei der Britischen Militärregierung, die Lizenz für das Handelsblatt übernommen. Unklar ist, ob Groß wegen Vorwürfen, in seiner Zeit als Korrespondent in den USA Wirtschaftsspionage betrieben zu haben, seine Lizenz abgeben musste oder weil bekannt wurde, dass er – wie der TV-Gastgeber des Internationalen Frühschoppens, Werner Höfer - jahrelang für das Nazi-Intelligenzblatt „Das Reich“ geschrieben hatte.

Vogel jedenfalls sollte die Geschichte des Handelsblatts fast 25 Jahre lang  entscheidend prägen.  Schon früh führte er beispielsweise einen Weltwirtschaftsteil ein, weil er die zentrale Bedeutung der deutschen Exportwirtschaft erkannt hatte. Im Laufe der Jahre verbesserte sich auch die Optik der Zeitung. Fotos, Grafiken und Porträts veränderten das äußere Bild, das zuvor den Charme „Amtlicher Bekanntmachungen“ hatte.

Ab seinem 65. Geburtstag im Februar 1967 sondierte Vogel, wer sein Lebenswerk fortsetzen könnte. Ein direkter Erbe war nicht vorhanden, Versuche, intern Nachfolger aufzubauen, scheiterten. 1968 fand Vogel dann einen finanzstarken Partner, der die Kontinuität des Verlags sichern sollte: Georg von Holtzbrinck, Besitzer des Deutschen Bücherbundes, verschiedener Verlage und Mitgesellschafter der Wochenzeitung „Christ und Welt“. Von Holtzbrincks Einstieg „war das große Ereignis dieses Jahres“, heißt es in der  „Handelsblatt-Chronik 1946 bis 1996“.

Zunächst begnügte sich von Holtzbrinck mit einer Minderheitsbeteiligung von 47,5 Prozent, doch schon ein Jahr später wurde er Mehrheitsgesellschafter. Von Holtzbrinck  war zwar kaum jünger als  Friedrich Vogel, seine Kinder, vor allem Dieter von Holtzbrinck, schienen aber die verlegerische Zukunft des Handelsblatts zu garantieren.  1969 kam Dieter, studierter Betriebswirt mit verlegerischer Erfahrung, nach Düsseldorf, um die Holtzbrinck-Gruppe vor Ort zu repräsentieren. Bald trat er in die Geschäftsführung ein, aus der sich Vogel im Januar 1971 zurückzog. „Der Wechsel war vollzogen“, bilanziert die Handelsblatt-Chronik. „Die Leitung des Handelsblatts war aus den Händen eines erfahrenen Journalisten in die Obhut eines gelernten Verlegers und zukunftsorientierten Unternehmers übergegangen.“

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Die goldenen Zeiten brechen an
Seite 123456Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Mein Handelsblatt - Beständig ist nur der Wandel

11 Kommentare zu "Mein Handelsblatt: Beständig ist nur der Wandel"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum brauche ich die Auswahl zwischen 25 inhaltlich gleichen TV-Programmzeitschriften, wenn mir letztlich eine genügt?
    Sowas ist doch Wahnsinn!

  • Erstmal herzlichen Glückwunsch ans Handelsblatt für die bisherigen 70 Jahre!
    „Auflagen-Verluste der Magazine dramatischer denn je“
    Wenn der stern so weitermacht, ist er auch bald nur noch Geschichte und das absolut zurecht, Jörges sei Dank.
    Gilt für viele weitere Printerzeugnisse und Verlage. Sind ja eh alle im Eigentum der paar Großen, die den noch vorhandenen immer kleiner werdenden Markt unter sich aufteilen => Bertelsmann, Bauer, Burda, Holtzbrinck (verlegt das Handelsblatt), Springer, Gruner + Jahr, Medien-Union Schaub. Wenn man sich mal die Preise (zwischen 5 und 20 Euro) anschaut, welche zum größten Teil heute für die Printausgaben der Magazine und Sonderhefte aufgerufen werden, dann verzichte ich als möglicher Käufer gerne auf deren Nachfrage und den Kauf. Auch die Inhalte können nicht mehr überzeugen, da fast alle eh das gleiche voneinander klauen und abschreiben. Nennt sich dann politisch motivierter Journalismus. Nein, auf große Teile der aktuellen Printmedienlandschaft kann ich gut und gerne verzichten. Zu D-Mark Zeiten waren es mir die 3,50 D-Mark noch wert, ein Wochenmagazin käuflich zu erwerben. Seit sich aber die Preise mittlerweile innerhalb von nur 14 Jahren verdoppelt haben, sind mir diese Ausgaben schlicht und ergreifend zu teuer geworden. Das Internet ist für mich persönlich übrigens kein wirklicher Leseersatz zu den Printausgaben. Hinzu kommt eine Flut von Zeitschriftentiteln, die kein Mensch wirklich braucht. Ich frage mich oft, wie die Verlage diese Überproduktion finanzieren, da sich die Zeitschriften und Magazine immer mehr als Ladenhüter entpuppen.

  • @Caruso

    wie Sie sehen, wurde nun wegen "sachlich" gelöscht.......

    Einen "Grund", missliebige Meinungen zu löschen, findet sich eben immer.......

  • Ja, ich wäre auch für so ein bedingungsloses Grundeinkommen, wenn es zur Abwechslung mal die Industrie bezahlen würde. Dafür aber bräuchten wir eine Politikvertretung, die Lobbyarbeit für die Bürger und und nicht für die Industrie machen würde und so etwas gibt es nicht. Daran scheitert das Konzept.

  • @ Herr Pier
    Herr Weimer ist aber auch nur Gastautor, seine Beiträge sind die einzigen mit politischem Inhalt, die ich auf dieser Seite noch ernstnehmen kann (von den Kommentaren mal abgesehen).
    Nein, auch an mir verdient das HB schon lange keinen Cent mehr.
    Werbung? Kenne ich keine. Wozu gibt es das wunderbare Adblock Plus?

  • es ist sicher sinnvoll keine Namen zu nennen,sonst wird "gelöscht wegen "nicht persönlich werden......"

    Ich denke aber, dass jeder, der regelmäßig hier "unterwegs" ist weiß, wer gemeint ist.....
    Solange diese Leute beim HB auf der Gehaltsliste stehen, verdient das HB auch an mir, zumindest direkt, keinen Cent mehr.

    W. Weimer gehört in jedem Fall NICHT dazu.

    Werbung beachte ich gar nicht - die wird umgehend weggeklickt oder wo nicht mgl. , eben ignoriert.
    Es reicht, was ich jeden Monat an Zwangsgebühren für die ach' so neutralen GEZ-Sender abdrücken muss.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Hier die Vervollständigung des letzten Absatzes (sorry, eben keine Zeit mehr gehabt):

    Ist es für die Menschen da, oder ist es umgekehrt?

    Der letzte Absatz klingt reichlich zaghaft-resigniert:

    „Die Initianten glauben auch nicht ernsthaft an einen Sieg. Sie sind schon damit zufrieden, dass jetzt über das Konzept diskutiert wird.

    Auch wenn es die meisten (noch?) als „Spinnerei“ abtun, angesichts obiger Argmente gehört das Thema dringend aus der Versenkung geholt (und an prominenterer Stelle diskutiert)!!!

  • Richtig, beständig ist nur der Wandel. So gesehen, passt der Artikel „Die nächste soziale Revolution“, rechts oben auf Seite 11 der heutigen (06.05.16) HB-Printausgabe.

    Aus besagtem Artikel hier das gewichtigste Argument „PRO bedingungsloses Grundeinkommen“:

    „Guy Standing von der Universität London forscht seit Jahrzehnten über dieses Thema. Er hat Studien in Indien begleitet, bei denen 6.000 Menschen über Jahre ein bedingungsloses Grundeinkommen in bar bekamen. „Die Leute arbeiten mehr, nicht weniger, Kinderarbeit ging dagegen zurück“.

    Das muss natürlich erstmal nochmal genau überprüft werden, aber:

    Falls es sich so bestätigen sollte, dürfte es wohl das schlagendste Argument gegen die Befürchtung, dass eine Befreiung vom Zwang zur Arbeit von den Menschen als Freibrief zur Faulheit angesehen würde. Sondern dass diese Befreiung sich – ganz im Gegenteil – als ein sehr effektiver Impuls für die (nicht zuletzt wirtschaftliche) Weiterentwicklung der heutigen Gesellschaft erweisen könnte.

    Und jetzt das Argument „contra bedingungsloses Grundeinkommen“ (bezogen auf die Abstimmung in der Schweiz):

    „In einem hochentwickelten Industrieland wie der Schweiz hätte das Konzept indes pharaonische Kosten: Rund 200 Milliarden Franken im Jahr (…) Ohne massive Steuererhöhung würde es nicht gehen. Und die Folgen für die Wirtschaft wären kaum abzusehen.

    Dazu nur soviel:

    Was genau ist „Geld“? Und, weitaus interessantere Frage noch:

    Ist es für die Menschen da, oder ist es umgekehrt?
    Der letzte Absatz klingt reichlich zaghaft-resigniert:
    „Die Initianten glauben auch nicht ernsthaft an einen Sieg. Sie sind schon sehr Spinnerei oder nicht, Dabei gehört das Thema – auch wenn es die meisten (noch) als „Spinnerei“ abtun, angesichts obiger Argmente dringend aus der Versenkung geholt (und an prominenterer Stelle diskutiert).

  • Beständig ist nur die Erkenntniss dass sich das Volk gegen die tendenziöse Berichterstattung immer mehr wehrt wenn man sich die Auflage von Bild, Spiegel und Co. anschaut. Sie werden bald ihren Pressemüll nur noch gratis ans Kanzleramt liefern können denn die Leute werden es nicht mal zum anzünden ihres Kamins oder Grills kaufen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote