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75. Geburtstag von Juan Carlos Ein Bürgerkönig zwischen Pflicht und Peinlichkeiten

Elefantenjagd, Eheprobleme, Anklage gegen den Schwiegersohn: Der spanische König musste 2012 einige Affären übersteht. Trotzdem gilt Juan Carlos weiter als „Bürgerkönig“. Am Samstag feiert er seinen 75. Geburtstag.
05.01.2013 - 16:30 Uhr Kommentieren
Der spanische König Juan Carlos feiert am Samstag seinen 75. Geburtstag. Quelle: AFP

Der spanische König Juan Carlos feiert am Samstag seinen 75. Geburtstag.

(Foto: AFP)

Madrid „Hier musst Du Dir den Thron immer aufs Neue verdienen, Tag für Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr“, hatte der spanische König Juan Carlos einmal gesagt. „Wenn Du das Volk gegen Dich hast, kannst Du einpacken.“ An diese Weisheit dürfte der Monarch gedacht haben, als sein Ansehen im vorigen Frühjahr nach einer umstrittenen Großwildjagd in Afrika mächtige Kratzer erhielt. Der König, der an diesem Samstag (5. Januar) 75 Jahre alt wird, entwickelte trotz seiner angeschlagenen Gesundheit und trotz seines Alters eine emsige Aktivität.

Auf Reisen in Länder wie Brasilien, Chile oder Indien legte er unzählige Kilometer zurück. Dabei warb er nicht nur für das Euro-Krisenland Spanien, sondern polierte nebenbei auch seinen eigenen Ruf wieder auf. Das Jahr 2012 dürfte für Juan Carlos eines der schwersten und bittersten seit der Thronbesteigung gewesen sein. Böse Zungen sprechen vom „Jahr des Elefanten“: Im April war bekanntgeworden, dass der König in Botsuana an einer Elefantenjagd teilgenommen hatte.

Der Jagdausflug löste bei den unter Krise und Arbeitslosigkeit leidenden Spaniern Empörung aus. Er war nur deshalb publik geworden, weil Juan Carlos sich bei einem Sturz eine Hüfte gebrochen hatte. Die Presse übte ungewöhnlich scharfe Kritik am Monarchen und berichtete erstmals offen und ausführlich über angebliche Eheprobleme des Königspaars. Einige Politiker legten Juan Carlos gar eine Abdankung zugunsten des Kronprinzen Felipe nahe. In einer Geste, die in der Geschichte der spanischen Monarchie ohne Beispiel ist, entschuldigte der König sich öffentlich und gelobte Besserung.

Nach Erhebungen des Königshauses ist der damals entstandene Imageschaden mittlerweile weitgehend behoben. Aber eine andere Affäre ist noch nicht ausgestanden. Im neuen Jahr wird voraussichtlich Anklage gegen Iñaki Urdangarín erhoben, den Schwiegersohn des Königs. Der Mann der Königstochter Cristina hatte im Februar 2012 als erstes Mitglied der königlichen Familie als Beschuldigter vor einem Ermittlungsrichter aussagen müssen. Der frühere Handballstar soll als Präsident einer gemeinnützigen Stiftung Millionenbeträge an Steuergeldern beiseitegeschafft haben.

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