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Anschlag auf BVB-Bus „Ich habe die Tat nicht begangen“

Der Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus erschütterte die Republik. Der mutmaßliche Täter wurde schnell gefasst. Er soll auf einen fallenden Kurs der BVB-Aktie spekuliert haben. Jetzt bestreitet der Mann aber die Tat.
Update: 28.04.2017 - 18:29 Uhr Kommentieren
Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB wurde der Spieler Marc Bartra am Arm verletzt. Quelle: AFP
Mannschaftsbus

Bei dem Anschlag auf den Mannschaftsbus des BVB wurde der Spieler Marc Bartra am Arm verletzt.

(Foto: AFP)

DortmundDer mutmaßliche BVB-Attentäter bestreitet nach Angaben seines Anwalts, für den Sprengstoff-Anschlag auf den Bus der Fußballmannschaft verantwortlich zu sein. Das berichten „Der Spiegel“ sowie „Süddeutsche Zeitung“, NDR und WDR. Der Deutschen Presse-Agentur erläuterte der Tübinger Anwalt Reinhard Treimer am Freitag, sein Mandant habe gegenüber dem Ermittlungsrichter nach der Festnahme gesagt: „Ich habe die Tat nicht begangen.“ Derzeit versuche die Polizei zwischen der Tat und seinem Mandanten Zusammenhänge herzustellen.

Die Bundesanwaltschaft ist weiter überzeugt, den richtigen Täter zu haben. „Der dringende Tatverdacht besteht nach wie vor“, sagte ein Sprecher der Behörde am Freitag. Karlsruhe zufolge hat der 28-jährige Deutsch-Russe Sergej W. vor dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofes „kein Geständnis“ abgelegt. Aber, so betonte ein Sprecher der obersten Anklagebehörde: „Der Tatvorwurf ist schon gewichtig.“ Die Ermittlungen dauern an. Offen sei unter anderem die Frage, woher der Sprengstoff kam: „Dazu gibt es noch keine gesicherten Erkenntnisse.“

„Das wäre ein besonders widerwärtiges Tatmotiv“
Rottenburg am Neckar
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Nach der Festnahme im Fall des Sprengstoffanschlags auf den BVB-Mannschaftsbus konzentrieren sich die Ermittlungen zu dem Tatverdächtigen auf vier Orte in Baden-Württemberg. Nach dpa-Informationen vom Freitag ist der 28-Jährige mit Erstwohnsitz in Freudenstadt gemeldet. In Rottenburg am Neckar gibt es eine Wohnung, die er häufig genutzt haben soll, ohne aber dort aber gemeldet gewesen zu sein.

(Foto: dpa)
Tübingen
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In der Studentenstadt Tübingen hatte der 28-Jährige seinen Arbeitsplatz bei einem Heizwerk. In dem kleinen Ort Haiterbach (Landkreis Calw) lebt dem Vernehmen nach eine Freundin oder Ex-Freundin des Tatverdächtigen.

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Abgesperrt
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Am Vormittag sperrte die Polizei ein Wohngebiet in Rottenburg am Neckar ab und durchsuchte ein Gebäude. Vor dem Haus, das in einer Sackgasse liegt, standen mehrere Mannschaftswagen der Polizei.

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Polizeihund
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Auch Hunde waren im Einsatz. Laut Bundeskriminalamt gehen die Ermittler allerdings von einem Einzeltäter aus.

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Hausgespräch
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Polizeieinsatzkräfte sprachen auch mit Anwohnern in der Nähe eines Gebäudes, das zuvor nach technischem Gerät durchsucht worden war.

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Beschädigter Mannschaftsbus
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Bei dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus am 11. April scheint es um Aktienspekulationen gegangen sein. Der Tatverdächtige soll auf einen durch den Anschlag verursachten Kursverlust der BVB-Aktie gesetzt haben, um dadurch einen Millionengewinn einstreichen zu können, teilte die Bundesanwaltschaft mit.

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Kursverlauf der BVB-Aktie
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Der 28-Jährige spekulierte offenbar auf fallende Kurse: Mit einem erheblichen Kursverfall wäre zu rechnen gewesen, wenn wegen des Anschlags Spieler schwer verletzt oder sogar getötet worden wären.

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Der Anschlag geschah am 11. April, kurz vor dem Champions-League-Viertelfinalspiel gegen AS Monaco bei der Abfahrt des Busses vom Dortmunder Mannschaftshotel. Ein Spieler und ein Polizist wurden verletzt. Das Spiel wurde daraufhin um einen Tag verschoben.

„SZ“, NDR und WDR berichteten, bei der Untersuchung des verwendeten Sprengstoffs seien Kriminaltechniker zu dem vorläufigen Ergebnis gekommen, dass es sich nicht - wie nach dem Anschlag häufiger spekuliert - um militärische Zünder und auch nicht um gewerblichen Sprengstoff gehandelt habe. Der Täter soll eine Art Selbstlaborat mit den dafür üblichen Stoffen gebastelt haben.

Nach Überzeugung der Bundesanwaltschaft handelte Sergej W. aus Habgier. Er soll an der Börse auf große Kursverluste der BVB-Aktie spekuliert haben. Ihm wird versuchter Mord, Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion sowie gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Damit droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Der Mann arbeitete seit Mitte 2016 als Elektriker in einem Tübinger Heizwerk. Zum Tatzeitpunkt hielt er sich im Mannschaftshotel des BVB auf. Den „Ruhr Nachrichten“ sagte der Anwalt, sein Mandat habe am Tag des Anschlags in Dortmund lediglich „Urlaub gemacht, er war deshalb zur Tatzeit dort“. Die Ermittler nahmen den Mann am 21. April in Tübingen (Baden-Württemberg) fest. Sie hatten ihn zuvor tagelang beobachtet.

Laut „Welt“ gehen die Ermittler auf der Suche nach möglichen Komplizen auch der Spur einer Auto-Anmietung nach. Unter Berufung auf Ermittlerkreise berichtet die Zeitung, dass der Tatverdächtige nur einen Monat vor dem Anschlag auffällig weite Strecken mit einem Mietwagen zurückgelegt haben soll, obwohl er ein eigenes Auto besaß.

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  • dpa
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