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Attentat in Belgien Terrorermittlungen nach Angriff in Lüttich – Weiterer Toter entdeckt

In Lüttich tötet am Dienstag ein Attentäter zwei Polizistinnen und einen Mann. Bereits am Tag davor soll der Täter einen Häftling getötet haben.
Update: 30.05.2018 - 12:23 Uhr Kommentieren

Behörden ermitteln – Tödlicher Schusswechsel scheint terroristisch motiviert

BrüsselDer mutmaßliche Attentäter von Lüttich hat bereits am Vorabend seiner Tat eine Person getötet. Wie der belgische Innenminister Jan Jambon am Mittwoch mitteilte, erschlug der Täter schon am Montagabend einen früheren Häftling, der gemeinsam mit ihm im Gefängnis gesessen hatte. Er habe ihn bei einem Freigang mit einem stumpfen Gegenstand umgebracht.

„Er hat auch am Abend zuvor einen Mord begangen“, befand Jambon im Sender RTL. Am Dienstag hatte der Täter dann zwei Polizistinnen mit einem Messer angegriffen, sie mit ihren entwendeten Dienstwaffen erschossen und später außerdem einen Mann getötet, der in einem geparkten Auto saß. Später wurde er während eines Schusswechsels mit Polizisten erschossen.

Die Behörden prüfen, ob es einen terroristischen Hintergrund für seine Tat gibt. Bei seiner Tat soll er explizit die Polizei ins Visier genommen haben. „Das Ziel des Angreifers war, die Polizei zu treffen“, sagte Polizeichef Christian Beaupère.

Bei dem mutmaßlichen Angreifer handelt es sich um einen 36-jährigen Belgier, der für zwei Tage auf Freigang gewesen war. Er nahm laut Jambon am Dienstag außerdem eine Frau als Geisel. Diese habe den Täter möglicherweise beruhigt und dafür gesorgt, dass es keine weiteren Todesopfer gegeben habe.

„Sie war sehr mutig und hat vielleicht – das müssen wir aber überprüfen – dabei geholfen, weitere Opfer in der Schule zu vermeiden“, sagte Jambon. Er, Ministerpräsident Charles Michel und König Philippe statteten der Frau im Krankenhaus einen Besuch ab. Sie wurde dort wegen eines Schocks behandelt.

Jambon sagte weiter, bei den Ermittlungen werde unter anderem überprüft, unter welchen Umständen er auf Freigang geschickt worden sei. „Es ist wirklich ein isolierter Fall“, sagte er. „Er hat keinem Netzwerk angehört, er hat von niemand anderem Instruktionen erhalten, es gibt also keinen Bedarf, die Terrorwarnstufe zu erhöhen.“

Der Terroralarm in Belgien blieb somit auf Warnstufe zwei. Die höchste Stufe vier war nach den Terroranschlägen vom 22. März 2016 kurzzeitig ausgerufen worden. Damals waren am Flughafen von Brüssel und in der U-Bahn der Stadt insgesamt 32 Menschen von Terroristen getötet worden.

Die Behörden beschrieben den Täter von Lüttich als Gefängnisinsassen, der wegen Diebstahl, Drogendelikten und Übergriffen vorbestraft gewesen sei. Justizminister Koen Geens sagte, es handele sich um einen seit 2003 inhaftierten Wiederholungstäter. Er hätte in zwei Jahren entlassen werden sollen.

Ministerpräsident Michel sagte, der Täter sei indirekt in Behördenberichten über Radikalisierung aufgetaucht. Sein Name habe aber nicht auf einer Liste der Terrorabwehr gestanden. Auch Geens sagte, der Täter sei niemand gewesen, den man eindeutig als radikalisiert hätte bezeichnen können.

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