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Aussöhnung nicht in Sicht Aborigines randalieren in Sydney

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Schlicht als „The Block“ ist jene Gegend in der trostlosen Vorstadt Redfern bekannt, die zum Schauplatz der Straßenschlacht zwischen Polizei und Randalierern in der Nacht zum Montag wurde. Selbst den Justizsprecher der konservativen Opposition im Bundesstaat New South Wales, Peter Debnam, wundert die Aggression kaum: „In vielen Gegenden von Redfern fehlt die Grundversorgung, und seit zehn Jahren verspricht die Regierung ergebnislos eine Sanierung.“ Redfern wirft ein Schlaglicht auf die Lage der Ureinwohner. Dabei blicken sie auf eine reiche, 60 000 Jahre alte Kultur zurück.

Aborigine-Vertreter wie Cliff Foley von der Aboriginal and Torres Strait Islander Commission (ATSIC), einer Art Ureinwohner-Parlament, machen die Kolonisierung Australiens durch die Europäer für die Misere verantwortlich. Und in der Tat würde kein Historiker bestreiten, dass die Ureinwohner dereinst von ihrem Land vertrieben, ihre Kinder weggeschafft und die Aufrührer unter ihnen einfach eingesperrt wurden. „Enteignung, Trennung, Verhaftungen und Rassismus fordern eben ihren Tribut“, ist sich Foley sicher.

Doch scheinen „weiße“ und „schwarze“ Australier nach wie vor uneins, wie das gemeinsame Leben auf dem riesigen Inselkontinent aussehen könnte. So hatte Australiens konservativer Regierungschef John Howard weltweit Empörung geerntet, als er eine Entschuldigung an die Ureinwohner für das Unrecht der Vergangenheit ablehnte. Stattdessen sprach er sich für eine „praktische Versöhnung“ aus, bei der sich die ATSIC nicht um Politik, sondern um Wohnungsbau, Gesundheits-, Bildungs- und Beschäftigungsfragen kümmern sollte.

Viele Aborigines pochen indes auf die politische Anerkennung, erstes Volk auf dem Kontinent gewesen zu sein. Solange die Ureinwohner nicht ihren Stolz zurückerhielten, müsse jeder „praktische“ Ansatz warten, sagen sie. So sieht es auch Lyall Munro, Ältester der Aborigine-Gemeinde von Redfern. „Wir haben all das Gerede über Aussöhnung gehört“, sagt er nach den schweren Krawallen von Sonntagnacht. „Aber so etwas wie Aussöhnung gibt es nicht.“

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