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Bericht der Staatsanwaltschaft Loveparade soll rechtswidrig gewesen sein

Die Loveparade in Duisburg, bei der 21 Menschen ums Leben kamen und mehr als 500 verletzt wurden, hätte in dieser Form nie genehmigt werden dürfen. Zu diesem Fazit kommt die Staatsanwaltschaft in einem Zwischenbericht.
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Wie die Loveparade zur Katastrophe wurde
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Samstag, 14 Uhr: Die Loveparade startet. Hunderttausende Techno-Fans feiern auf dem Gelände des alten Güterbahnhofs in Duisburg.

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Samstag, zwischen 16 und 17 Uhr: Bei der Abschlusskundgebung entsteht ein Gedränge unter den Besuchern vor dem Eingang des Geländes. Als Gäste sich über eine gesperrte Treppe retten wollen, stürzen einige nach Angaben von Augenzeugen in die Menge. Eine Massenpanik entsteht.

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Samstag, 18 Uhr: Die Polizei berichtet von zehn Toten vor dem Eingang des Geländes. Zehn Besucher müssen demnach reanimiert werden, 15 weitere werden verletzt.

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Samstag, kurz nach 18 Uhr: Viele Menschen weichen auf die Gleise in der Nähe des Geländes aus. Der Hauptbahnhof wird gesperrt.

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Samstag, 18.30 Uhr: Die Stadt spricht inzwischen von 45 Verletzten. Am Rande des Geländes kümmern sich viele Ärzte um die Besucher. Um eine mögliche weitere Panik zu verhindern, läuft die Veranstaltung weiter.

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Samstag, 19 Uhr: Nach der Katastrophe fahren wieder erste Züge der Deutschen Bahn. Zusätzlich werden 120 Busse eingesetzt.

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Samstag, 19.25 Uhr: Die Polizei ändert ihre Angaben auf 15 Tote.

Düsseldorf Die Tragödie von Duisburg ist auf formale Rechtswidrigkeiten zurückzuführen - die Veranstaltung hätte nie genehmigt werden dürfen. Wie die "Rheinische Post" mit Berufung auf den Zwischenbericht der Staatsanwaltschaft Duisburg berichtet, lasse sich die bisherige Darstellung der Stadt Duisburg von einem fehlerfreien Handeln der Stadtverwaltung nicht aufrechterhalten. Das mehr als 400 Seiten umfassende Papier wird bislang noch von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen geheim gehalten.

Die Ermittler werfen demnach unter anderem Mitarbeitern zweier städtischer Ämter vor, ihren Verpflichtungen zur Prüfung des Sicherheitskonzepts und der Einhaltung von Auflagen nicht nachgekommen zu sein, berichtet die Zeitung. Dass es bei der Loveparade zu Toten und Verletzten gekommen sei, sei laut dem staatsanwaltlichen Bericht auch auf das pflichtwidrige Verhalten des Leitenden Polizeidirektors zurückzuführen, der ab dem Mittag für das Einsatzgeschehen verantwortlich gewesen sei.

Der Bericht führt weitere 15 Beschuldigte auf, zum Zeitpunkt der Loveparade seien elf bei der Stadt Duisburg und vier bei Loveparade-Veranstalter Rainer Schaller beschäftigt gewesen. Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland, gegen den ebenso wenig strafrechtlich ermittelt wird wie gegen Schaller, hat für den heutigen Montag eine Erklärung zu seiner „moralischen Verantwortung“ angekündigt.

Am 24. Juli 2010 waren bei einem Massengedränge am Tunnel vor dem Party-Gelände 21 Menschen erdrückt und niedergetrampelt sowie Hunderte verletzt worden. Die juristische Aufarbeitung des Unglücks läuft noch. Gegen 16 Beschuldigte wird wegen fahrlässiger Körperverletzung und fahrlässiger Tötung ermittelt. Darunter sind zahlreiche städtische Mitarbeiter wegen der Genehmigung der Veranstaltung. Eine Anklage ist aber bisher nicht erhoben worden.

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