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Beruf „Kuhflüsterer“ „Die können sich ja keinen anderen Bauern suchen“

Phillip Wenz hilft Landwirten, mit ihren Rinderherden sicher und stressfrei umzugehen. In Zeiten, in denen die Massenproduktion die Landwirtschaft bestimmt, setzt er sich für einen vernünftigen Umgang mit den Tieren ein.
28.11.2016 - 08:21 Uhr 1 Kommentar
Philipp Wenz ist Experte für den Umgang mit Rindern. Immer wieder berät er Landwirte, wie sie ihre Tiere möglichst gut in den Begriff bekommen. Die Notwendigkeit für seine Arbeit liegt seiner Meinung nach in der heutigen Viehzucht: Zu große Betriebe, zu viele Kühe in zu kleinen Ställen, mehr Technik, gestresste Menschen, die die Tiere nicht verstehen - und andersrum. Quelle: dpa
„Kuhflüsterer“ Phillip Wenz

Philipp Wenz ist Experte für den Umgang mit Rindern. Immer wieder berät er Landwirte, wie sie ihre Tiere möglichst gut in den Begriff bekommen. Die Notwendigkeit für seine Arbeit liegt seiner Meinung nach in der heutigen Viehzucht: Zu große Betriebe, zu viele Kühe in zu kleinen Ställen, mehr Technik, gestresste Menschen, die die Tiere nicht verstehen - und andersrum.

(Foto: dpa)

Jungingen Der Mann, dem die Kühe vertrauen: Phillip Wenz hat einen eher außergewöhnlichen Job. Von der Bezeichnung „Kuhflüsterer“ hält er aber reichlich wenig. „Das würde ja implizieren, dass ich flüstere“, sagt er. Aber wenn Wenz mit Kühen kommuniziert, dann ist es meist ganz still. „Ich schweige“, sagt Wenz. Ganz ruhig läuft er neben ihnen her, den Mund verschlossen, die Hände in der Hose. „Rumgefuchtel macht die Tiere nervös“, sagt er.

Philipp Wenz ist Experte für „Low-Stress-Stockmanship“ und Herdenmanagement. Auf Deutsch: Er zeigt Rinderhaltern, wie sie sicher und stressfrei mit ihren Tieren umgehen. Denn das Verhältnis von Mensch und Rind liegt seiner Meinung nach oft im Argen: Zu große Betriebe, zu viele Kühe in zu kleinen Ställen, mehr Technik, gestresste Menschen, die die Tiere nicht verstehen - und andersrum.

„Bei aller Sensortechnik und Automatisierung im Stall zeichnet die erfolgreichen Betriebe aus, dass sie einen Blick fürs Tier haben“, sagt der 47-Jährige. Die Halter müssten sich die Eigenarten der Tiere zunutze machen und den Tieren die Zeit geben, die sie brauchen. Dadurch werde die Arbeit einfacher und effektiver - und auch sicherer: Jährlich verzeichnet die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau etwa 8000 meldepflichtige Unfälle mit Rindern, rund 10 davon sind tödlich. „Es passiert immer wieder, dass Landwirte zerquetscht werden“, sagt Wenz.

Wenz steht im schwäbischen Dorf Jungingen in einem Seminarraum vor 20 Landwirten. Die baden-württembergische Rinderunion hat ihn eingeladen. Auf einer Schreibtafel neben ihm hat er eine Kuh skizziert, sie ist von Strichen, Kreisen und Pfeilen umgeben.

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    Daneben stehen Begriffe wie „Neutrale Zone“, oder „Bewegungszone“. „Passen sie Ihre Geschwindigkeit den Tieren an“, rät er den Mutterkuhhaltern. Die hören aufmerksam zu. Wenz zeigt verblichene Filmaufnahmen aus den USA, von Cowboys, die neben Kühen stehen, und Kühen, die wie von Geisterhand bereitwillig in den Stall marschieren.

    Das essen die Deutschen am liebsten
    Platz 7: Fleischgerichte
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    Die Deutschen sind Fleischesser: Bei vier von fünf Deutschen (83 Prozent) kommen Fleisch und Wurst mehrmals in der Woche auf den Tisch – vor allem bei Männern und stärker in den neuen Bundesländern. Und was ist mit den Vegetariern? Ihr Anteil bleibt eher gering: Nur drei Prozent der Befragten essen nie Fleisch oder Wurst. Frauen sind mit sechs Prozent bei den Vegetariern weit häufiger vertreten als Männer (ein Prozent). Das geht aus dem „Ernährungsreport 2016“ hervor, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft jetzt veröffentlicht hat. Im Auftrag des Ministeriums wurden vom Meinungsforschungsinstitut Forsa 1000 Bürger ab 14 Jahren befragt.

    (Foto: dpa)
    Platz 6: Pizza
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    Noch beliebter als Fleisch ist bei den Deutschen die Pizza – für 14 Prozent gehört sie zu den Lieblingsgerichten. 37 Prozent der Männer bereiten sich gerne schnell eine Tiefkühlpizza zu (Frauen: 27 Prozent). Im Zeitalter von Fast Food geben gut drei Viertel an, dass ihnen Kochen Spaß macht. Besonders ausgeprägt ist die Kochlust bei jungen Erwachsenen bis 29 Jahren (81 Prozent), Frauen (80 Prozent) und Großstädtern (80 Prozent). Allerdings kochen nur 41 Prozent täglich – am häufigsten kochen Frauen (51 Prozent) und die über 60-Jährigen (50 Prozent).

    (Foto: Imago)
    Platz 5: Salat
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    Beim Salat muss sich das Schnitzel (elf Prozent) geschlagen geben: 15 Prozent greifen zum Klassiker in der leichten Küche. 76 Prozent der Befragten legen Wert darauf, dass ein Lebensmittel aus ihrer Region kommt. 61 Prozent achten auf Produktinformationen, für 58 Prozent ist es vor allem wichtig, dass die Produkte preiswert sind. Etwa ein Drittel bevorzugt Produkte bestimmter Marken. Erwachsene bis 29 Jahre lassen sich vor allem von Preis (68 Prozent) und Werbung (43 Prozent) leiten.

    (Foto: Imago)
    Platz 4: Fischgerichte
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    Bei 16 Prozent der Deutschen kommt Fisch auf den Teller. Agrarminister Christian Schmidt (CSU) fordert, dass auf Lebensmittelverpackungen „draufsteht, was drin ist – und umgekehrt“ – damit das Einkaufen leichter wird.

    (Foto: dpa)
    Platz 3: Kartoffelgerichte
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    Auch der ruinöse Preiskampf mit hochwertigen Grundnahrungsmitteln müsse ein Ende haben. Vom Preisdumping mit Lebensmitteln profitierten auf lange Sicht weder Landwirte noch Verbraucher, sagte Schmidt bei Vorstellung der Studie. 18 Prozent der Befragten bereiten sich häufiger Kartoffelgerichte zu.

    (Foto: Imago)
    Platz 2: Gemüsegerichte
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    76 Prozent der Frauen achten stärker auf eine ausgewogene Ernährung. Ihnen gelingt das im Alltag auch häufiger als Männern (62 Prozent). Statt Fleisch essen die meisten unter anderem Gemüse: 18 Prozent.

    (Foto: dpa)
    Platz 1: Pasta
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    Nudelgerichte stehen ganz hoch im Kurs: 35 Prozent nennen Spaghetti, Spätzle und Co. als Lieblingsgericht. Mit Blick auf die wachsende Zahl übergewichtiger Menschen und vor allem Kinder kritisierte Bundesagrarminister Schmidt (CSU) Wissenslücken in Sachen gesunder Ernährung. Er forderte erneut ein eigenes Schulfach Ernährungsbildung.

    (Foto: Imago)

    Seine Methode hat der Landwirt in den USA gelernt. Er bietet mittlerweile Schulungen in Deutschland an, in der Schweiz und den Niederlanden. Sein Prinzip ist simpel: Kommt der Mensch der Kuh zu nah, bewegt er sich in ihre Komfortzone, dann geht die Kuh weg.

    Nur über seine Position zum Tier und seine Geschwindigkeit kontrolliert Wenz die Rinder. So lassen sich die Tiere stressarm in den Stall treiben, zum Klauenschneiden oder zum Melken. Dieses Konzept klappt nicht nur bei Rindern: Er habe schon mit Schafen und Alpacas, Gänsen, und Truthühnern gearbeitet, sagt Wenz.

    Am späten Nachmittag steht Wenz in Jungingen auf der Weide, es nieselt. Ein paar Dutzend Aberdeenrinder entspannen sich auf einem saftig-grünen Hügel, manche liegen, manche stehen, andere grasen vor sich hin. Die Mutterkühe lassen sich vom Regen genauso wenig stören wie von den Rinderhaltern, die sie anstarren. „Ich kenne die Tiere nicht, aber es kann nichts schiefgehen“, sagt Wenz und tritt durch das Gatter auf die Weide.

    „Der erste Eindruck ist sehr wichtig“, sagt er und läuft langsam im Zick-Zack-Kurs auf die Rinder zu. Nun tut sich was. Manche werden unruhig, andere neugierig. Sie verlieren Wenz nicht aus den Augen - wie auch, bei einem Blickfeld von 330 Grad.

    Wenz schiebt die Herde allein durch seine Präsenz gemächlich vor sich her. Immer wieder brechen Tiere aus dem Verbund aus, immer wieder verirren sich Rinder im angrenzenden Waldstück. Mit unwahrscheinlicher Geduld bewegt sich Wenz über die Weide.

    „Ich locke sie normalerweise über Stimme, Brot und Leckerli“, sagt Benjamin Junck, dem die Angusrinder gehören. Er steht im Schlamm und blickt skeptisch auf das Treiben auf der Weide. „Ich habe die ganz anders trainiert.“ Besonders das zehn Monate alte Jungrind Björk sei sehr störrisch, mit dem habe er immer wieder Probleme. „Wenn er die kriegt, bin ich überzeugt“, lacht Junck.

    Nach rund zwei Stunden hat Wenz die Herde im Griff. Es ist ganz ruhig, als er sie ins kleine Gatter treibt, nur vereinzelt muht eine Kuh. Auch Björk ist nun mit seinen Artgenossen eingesperrt. Die Landwirte klatschen. Auch Bauer Junck ist beeindruckt. „Über viele Wiederholungen gewöhnen sie sich daran. Sie lernen“, erklärt Wenz. Sein Credo: Sei nett und freundlich zum Tier. Denn die können mitarbeiten - oder eben nicht. „Die können ja nicht kündigen und einen anderen Bauern suchen.“

    • dpa
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    • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

      @ Herr Hoffmann

      ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
      Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

      @Porters

      VIELEN DANK Herr Porters,
      es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
      Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
      Schön das Sie das zu schätzen wissen.

      Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
      Paff, von Horn, Trautmann, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke....

      ohne sie wäre ich hier sehr einsam !
      Danke

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