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Bundesweite Razzia Hitlers „Schreitende Pferde“ in Lagerhaus entdeckt

Eine bundesweite Razzia wegen Hehlerei hat der Polizei einen historischen Fund beschert. Ermittler entdeckten zwei bronzene Pferde – Statuen des Künstlers Josef Thorak, die einst vor Hitlers Reichskanzlei standen.
20.05.2015 - 16:50 Uhr Kommentieren
Josef Thoraks „Schreitende Pferde“ waren schon im Entwurf wesentlicher Bestandteil des martialischen Baus. Quelle: picture alliance / ZB
Modell von Hitlers Reichskanzlei

Josef Thoraks „Schreitende Pferde“ waren schon im Entwurf wesentlicher Bestandteil des martialischen Baus.

(Foto: picture alliance / ZB)

Berlin Zwei monumentale Kunstwerke, die einst für Adolf Hitlers Neue Reichskanzlei in Berlin gedacht waren, sind nach jahrelangen Ermittlungen in Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz) beschlagnahmt worden. Die beiden „Schreitenden Pferde“ des Bildhauers Josef Thorak (1889-1952) sowie ein Granit-Relief von Arno Breker (1900-1991) galten als verschollen und wurden in einer Lagerhalle entdeckt, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes Berlin bestätigte.

Die „Bild“-Zeitung hatte am Mittwoch den Fund der Pferde gemeldet. Die Bronze-Skulpturen sollten vor der Reichskanzlei aufgestellt werden. Nach dem Krieg waren sie auf einem Kasernengelände in Eberswalde (Brandenburg) aufgetaucht, wo sie 1989 jedoch verschwanden. Das fünf mal zehn Meter große Breker-Relief zeigt einen halbnackten muskulösen Kämpfer mit Schwert.

Unter Federführung der Berliner LKA-Fachdienststelle für Kunstdelikte rückte die Polizei in mehreren Bundesländern an zehn Orten zu Razzien aus. Durchsucht wurden wegen des Verdachts der Hehlerei an rechtswidrig erlangtem Bundesvermögen Wohnungen in Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland Pfalz, Schleswig-Holstein und Berlin.

Acht Verdächtige im Alter zwischen 64 und 79 Jahren seien ermittelt werden. Sie sollen nach Polizeiangaben die Skulpturen und Reliefs gestohlen und den Weiterverkauf ausgehandelt haben.

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    Die Kunstwerke sollen in den kommenden Tagen abtransportiert und zunächst auf einem Polizeigelände gesichert werden, sagte ein Polizeisprecher weiter. Wegen ihrer großen Dimensionen sei für die tonnenschweren Kunstwerke eine gewisse Logistik beim Transport notwendig. Über ihre Zukunft müsse der Bund als Eigentümer entscheiden.

    Thorak und Breker gehörten zu einem Kreis von NS-Künstlern und Hitler-Günstlingen, die von Staatsaufträgen lebten. Auch Max Schmeling stand für Thorak Modell, unter anderem für eine Bronzeplastik des Boxers für das Reichssportfeld in Berlin. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Thorak weiter Aufträge, unter anderem von seiner Heimatstadt Salzburg.

    Von Breker stammen unter anderem mehrere Hitler-Büsten sowie die Skulpturen „Die Partei“, die den Eingang zur Reichskanzlei säumten. Breker arbeitete mit dem Architekten Albert Speer zusammen, der in Hitlers Auftrag die Pläne für die Reichshauptstadt „Germania“ entwarf.

    • dpa
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