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Das Wunder von Toronto Beim zweiten Landeanflug gehen die Lichter aus

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Das erste Hinweis, dass etwas schief laufen könnte, kommt ein paar Minuten vor der Landung, als der erfahrene 57 Jahre alte Pilot wegen heftigen Winds, Regens und Blitzen einen ersten Landeanflug abbricht. „Das Wetter ist zu schlecht, deshalb startet der Kapitän durch“, habe eine Flugbegleiterin gesagt, berichtet der Passagier Ahmed Alawata. Dann kommt die Dunkelheit.

Eine Minute später, beim zweiten Landeanflug auf Pearson International, gehen die Lichter aus, erinnert sich Olivier Dubois. „Kurz bevor wir den Boden berührten, war im Flugzeug alles dunkel, es gab kein Licht mehr, nichts.“ Als die Räder auf der Landebahn aufsetzen, brechen die von der Dunkelheit gestressten Passagiere in Beifall aus.

„Vielleicht zehn Sekunden später begann alles auseinander zu fallen. Taschen flogen umher“, berichtet der 19-jährige College-Student Eddi Ho aus Südafrika. „Eine Durchsage wurde gemacht. Der Kapitän sagte: „Alles ist in Ordnung, bleiben Sie ruhig in ihren Sitzen.' Das ist eine ziemlich verrückte Durchsage, wenn Sie mich fragen.“

Zunächst seien die Leute ruhig geblieben und hätten sich in einer Reihe aufgestellt, berichtet Ho weiter. Aber als im Heck des Jets Feuer ausbrach, „stolperten die Leute übereinander weg, kletterten über die Sitze, um zum Ausgang zu kommen“. Ein Flugbegleiter habe ihn aufgefordert, aus der Vordertür ohne Notrutsche dreieinhalb Meter in die Tiefe zu springen. Ho läuft zu einer zweiten Tür. Deren Notrutsche ist zwar beschädigt, aber der junge Mann nimmt sie dennoch.

„Ich sprang und fiel auf einige Leute“, schildert er seine dramatische Rettung. „Einige Menschen haben sich Arme oder Beine gebrochen.“ „Alle waren in Panik“, sagt Olivier Dubois, der im hinteren Teil der Maschine saß. „Jeder hatte riesige Angst, dass der Airbus explodieren könnte.“

Einige Passagiere kritisieren das Verhalten der Besatzung, die nicht genug auf die Reisenden eingegangen sei. Andere berichten, dass die Crew beruhigend auf die Leute eingewirkt und ihren Job offenbar gut gemacht habe. Die 15 Jahre alte Lauren Langille ist mit einer Austauschschülerin auf dem Rückweg aus Frankreich. Die Flugbegleiter hätten sich ruhig und geistesgegenwärtig verhalten. „Sie haben uns angewiesen, das Flugzeug zu verlassen. Es gab viel Panik, aber die Flugbegleiter haben uns wirklich gut beruhigt.“

Sie ist dankbar, mit dem Leben davon gekommen zu sein. „Ich war so froh, all die Leute zu sehen, die sich gegenseitig halfen“, berichtet Lauren. „Ich genieße das Leben jetzt viel mehr und ich werde nicht mehr so viel für selbstverständlich halten.“

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