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Drama in Connecticut Obama ruft nach Amoklauf zur Solidarität auf

Im Kugelhagel eines 20-jährigen Amokläufers sterben 20 Kinder und sechs Erwachsene. Der Amokläufer richtet sich selbst. Amerika steht unter Schock, der Präsident ruft die Nation auf zu einer neuer Geschlossenheit auf.
14.12.2012 Update: 15.12.2012 - 13:39 Uhr 25 Kommentare

Trauer und Entsetzen nach dem Massaker

Newton/Washington/New York Der blutige Amoklauf an einer amerikanischen Grundschule mit 27 Toten hat das gesamte Land in einen tiefen Schock gestürzt. Stunden nach der Horrortat eines 20-Jährigen in der Kleinstadt Newtown im US-Bundesstaat Connecticut nördlich von New York, war über den Täter und sein Motiv noch wenig bekannt.

Der 20-Jährige nahm sich das Leben, nachdem er zwanzig Kinder zwischen fünf und zehn Jahren sowie sechs Erwachsene getötet hatte. Seine Mutter wurde ermordet in einer Wohnung in Newtown aufgefunden. Die Polizei wollte am Samstagmorgen (Ortszeit) Angaben zum Hintergrund des Verbrechens machen.

In der Nacht war die Sandy Hook Elementary School mit den Kinderleichen noch als Tatort abgesperrt. Es handele sich um eine „gewaltige Untersuchung“, sagte ein Polizeisprecher. Es gebe derzeit nur eine vorläufige Liste mit den Namen der getöteten 20 Kinder und 6 Erwachsenen. Die Familien seien informiert worden.

„Es war entsetzlich“, beschrieb eine 29-jährige Lehrerin das Horrorszenario an ihrer Schule. „Ich habe nicht geglaubt, dass wir überleben würden“, sagte Kaitlin Roig dem US-Sender ABC. Als sie Schüsse hörte, habe sie sich mit ihren 14 Schülern auf der Toilette eingeschlossen. „Ich habe ihnen gesagt, sie müssten absolut still sein“. „Es wird alles gut werden“, habe sie die weinenden Kinder getröstet, erzählte die Lehrerin unter Tränen.

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    Bei einer Rede im US-Fernsehen konnte auch Präsident Barack Obama die Tränen kaum zurückhalten. „Unsere Herzen sind gebrochen“, sagte er. Mit dem Blutbad ist die Debatte über die laxen Waffengesetze in den USA neu entflammt. Waffengegner hielten in der Nacht zum Samstag eine Mahnwache vor dem Weißen Haus ab.

    Nach Informationen des TV-Senders CNN identifizierten die Behörden den mutmaßlichen Täter als den 20-jährigen Adam L. Die Polizei stellte drei Waffen sicher: Ein halbautomatisches Sturmgewehr und zwei Pistolen. Alle drei Waffen seien legal erworben worden und auf den Namen der Mutter registriert, berichteten Medien.

    Zusätzlich zu den Toten in der Schule habe man die Leiche der Mutter des Amokläufers in einer Wohnung in Newtown gefunden, berichtete CNN. Entgegen erste Berichte habe Nancy L. nicht als Lehrerin an der Schule gearbeitet, so der US-Sender. Unklar sei aber, wann genau sie getötet wurde. Auch war zunächst noch nicht offiziell geklärt, ob der Amokläufer ebenfalls für diese Tat verantwortlich ist. Der junge Mann soll bei seiner geschiedenen Mutter gewohnt haben, hieß es in Medienberichten. Der TV-Sender CNN berichtete über mögliche psychische Probleme des Mannes, nannte aber keine Einzelheiten.

    Das Verbrechen ereignete sich kurz nach Schulbeginn am Freitag in der Kleinstadt Newtown nördlich von New York. Ermittler sprachen von einem Bild des Grauens. Neben den Kindern starben in der Schule sechs Erwachsene, darunter die Rektorin und ein Psychologe. Nach Berichten von Augenzeugen gab der Amokläufer bis zu 100 Schüsse ab. „Es machte Bang, Bang, ich habe Schreie gehört“, schilderte ein Junge die Szene.

    Der Mann sei ganz in schwarz gekleidet in die Sandy Hook Elementary School eingedrungen und habe das Feuer eröffnet. Er habe zudem eine schusssichere Weste getragen. Lehrer versuchten in Panik, ihre Schüler in Sicherheit zu bringen. Ein Kind berichtete, die Lehrer hätten sie mit der Begründung aus der Schule geführt, dass es dort „ein wildes Tier“ gebe.

    Amerika steht nach der Gräueltat unter Schock, Politiker suchten verzweifelt nach Worten. Obama sagte, derartige Tragödien passierten zu häufig in den USA. Er deutete die Notwendigkeit an, gegen die lockeren Waffengesetzte vorzugehen.

    Wie die Kanzlerin und internationale Politiker reagierten
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    25 Kommentare zu "Drama in Connecticut: Obama ruft nach Amoklauf zur Solidarität auf"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • "Also, wer pazifistisch fühlt und handelt,..."
      -------------------
      ...ist im Gefahrenfall wehrlos. Ich bin bestimmt ein friedlicher Mensch, der tunlichst jedem Streit aus dem Weg geht, weil die Gründe selten dafür stehen. Und trotzdem habe ich jahrelang eine der härtesten Kampfsportarten betrieben und würde mit unerbittlicher Härte gegen jeden kämpfen, der meine Familie bedroht, mit allen mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten. Bekäme ich dabei zufällig eine Schußwaffe in die Hand, würde ich auch die benutzen.
      Wer das nicht tut, wer im Gefahrenfall für seine Familie kneift und sich hinter moralischen Aspekten versteckt, der ist kein edler Pazifist, sondern schlicht ein Feigling, der seine Familie im Stich läßt.
      Dieser Schutzreflex ist ein Erbe unserer Vorfahren, die unter Bedingungen lebten, die oft mehr als lebensgefährlich waren. Nur sind es heute eben keine Höhlenbären, Höhlenlöwen oder feindselige Stämme mehr, sondern Junkies, Straßenräuber, Bahnhofstotschläger, Einbrecher und Co.
      Wohl dem, der sich niemals damit auseinandersetzen muß und ich wünsche mir, NIEMALS in diese Situation zu geraten. Aber im Zweifelsfall muß man eben auch bereit sein, zur Waffe zu greifen wie unser Altvorderen. Unsere Polizei tut, was sie kann, aber hexen und überall zugleich sein, das kann sie beim besten Willen und aller Hilfsbereitschaft nicht!
      Die Amerikaner machen bestimmt nicht alles richtig, eigentlich nach unseren Maßstäben so etliches falsch, aber bei einer Pistole, einem Revolver oder einem Gewehr (keine automatischen Schnellfeuerwaffen = Kriegswaffen!) in der Hand eines besonnenen, in seinen Wertmaßstäben gefestigten Bürgers kann ich wirklich nichts falsches sehen.
      Mit seiner systematischen, geradezu neurotischen Entwaffnung und Wehrlosmachung der Bevölkerung geht Deutschland den falschen Weg und ist auf seine Art genauso extrem wie die Amis.

      Just my 2 Cents...

    • Hallo Schuischel,

      da ist schon etwas dran. Das macht einen Unterschied, dennoch war es für mich verblüffend immer wieder festzustellen, dass bei diesen Amokzätern fast immer festgestellt wern konnte, dass diese häufig folgende Kennzeichen, meißt in Kombination hatten: 1. Waffennarren, 2. starke Hinwendung zu gewaltvherrlichenden Filmen, Videos und rechtsgerichtet.

      Das heißt natürlich nicht, dass die Mehrheit rjenigen, die soche Videos/Spiele intensiv verwenden zur Gewalt neigt, es gibt eben Personen, die anfällig sind, ob für Alkoholismuß oder eben Gewalt und hier führt diese visulle und im Spiel auch handelnde Gewöhnung an Gewalt zum Überspringen einer Klippe. Ich erinnere mich an ein Kind von, ich glaube 13 Jahren, dass ein anderes aufgehängt hat und damit nachgeamt hat, was zuvor als Video gesehen wurde.

      Die Gesellschaft insgesamt wird gewaltbereiter und dazu leisten solche Spiele/Videos einen großen Beitrag . Hinzu kommt noch die Gewöhnung von jüngster Kindheit an, verbunden mit leider ebenfalls zunehmender sozialer Isolation.

      Also, wer pazifistisch fühlt und handelt, für den ist das was ich schrieb nicht zutreffend und der sagt sich richtigerweise, das ist quatsch und trifft für mich nicht zu, doch für viele andere schon.

    • Ein "Amerikanisches" Waffengesetz gibt es nicht, das regelt jeder Bundesstaat selbst. In Bundesstaaten mit Waffengesetzen nach europäischen Standart sieht es leider oft nicht besser aus als in liberaleren Staaten. Also die Rechnung mehr Waffen=mehr Morde stimmt nicht einmal innerhalb Amerikas.
      Mein Beileid gilt den Angehörigen.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Zitat: "Hätte der Irre aus Olso 80 Menschen erschießen können wenn einige der erwachsenen Betreuer bewaffnet gewesen wären?"

      Ja klar, weil er den bewaffneten Betreuer als ersten abgeknallt hätte. Und wenn Einbrecher wissen, dass ein Hausbesitzer bewaffnet ist, wird der Landlord präventiv erst einmal umgelegt, um die Bude auszuräumen. Je mehr funktionierende Waffen im Umlauf sind, desto einfacher ist es auch illegal dran zu kommen.

      Einfacher und logischer Schluss: Weniger Schusswaffen in privatem Besitz.

    • Ca. 30.000 Menschen sterben in den USA jährlich durch Handfeuerwaffen. (Suizide, Unfälle, Tötungen) Die Chance, in Amerkika durch eine Schusswaffe getötet zu werden ist dort fast 20 mal so hoch, wie in Deutschland. Auch der jetzige Amoklauf wird an dieser Situation nichts ändern.

      Bei uns gibt es ja eigentlich keine ähnlich emotionale Diskussion über den privaten Waffenbesitz, wie in den USA. Jagdwaffen und Sportwaffen werden bei uns noch akzeptiert aber damit hat es sich auch schon. Von mir aus sollte es Privatpersonen überhaupt nicht gestattet sein, eine funktionsfähige Schusswaffe im eigenen Haus zu lagern. Wer in einem Sportschützen-Verein ist, kann ja seine Knarre ohne Schlagbolzen und ohne Munition zu hause lagern.

      Bei den Waffengesetzen sollten wir uns an Großbritannien orientieren.
      http://de.wikipedia.org/wiki/Waffenmissbrauch

    • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

    • Schliesslich zeigt ja die statistik: mehr waffen bedeutet mehr tote....

      Welche Statistik meinen Sie?

    • Richtig, du hast keine Ahnung. Ein Amoklauf ist nur die Spitze eines Eisbergs. Ein Amoklauf ist auch in Deutschland nicht zu verhindern, jedoch weitaus unwahrscheinlicher. Auch in den skandinavischen Ländern ist es unwahrscheinlicher. Zum Vergleich: Es ist in den USA über 18x wahrscheinlicher an einer Schusswaffe zu sterben, als in Deutschland. Dass die Möglichkeit besteht ist kein Argument, sondern eine Binsenweisheit. Die Frage ist vielmehr wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass ein verdrehter Kerl eine halbautomatische Waffe in die Hand gedrückt bekommt. Und die ist in Deutschland eben wesentlich geringer. Sowohl für legale, wie für illegale Waffen.

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