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Drogenschmuggel an der Grenze Der Kampf gegen die Crystal-Schwemme

Vor zehn Jahren verschwanden die Schlagbäume zwischen Deutschland und Tschechien. Damit wurde dem Handel Tür und Tor geöffnet – auch dem Drogen-Geschäft. Das synthetische Crystal Meth alarmiert die Menschen im Grenzgebiet.
22.12.2017 - 10:54 Uhr Kommentieren
Tschechiens höchster Drogenfahnder hat sich dem Kampf gegen das hirnschädigende Methamphetamin verschrieben. Quelle: dpa
Jakub Frydrych

Tschechiens höchster Drogenfahnder hat sich dem Kampf gegen das hirnschädigende Methamphetamin verschrieben.

(Foto: dpa)

Prag/Waldsassen Vor zehn Jahren hieß es erstmals: freie Fahrt an der Grenze zu Tschechien. Am 21. Dezember 2007 trat das Land zusammen mit acht weiteren EU-Staaten dem grenzkontrollfreien Schengenraum bei. Es gab Feuerwerk und Feiern mit Musik im Grenzgebiet. Für die Polizei bedeutete der Schritt: Die Kontrollen verschieben sich von den Staatsgrenzen weiter ins Hinterland.

Doch auch die Dealer und Konsumenten der gefährlichen Droge Crystal Meth sind seither mobiler geworden. Sie bringen das Pulver mit dem Auto, per Fahrrad oder zu Fuß auf immer neuen Schmuggelwegen über die Grenze. „Crystal ist hier ein Riesenthema“, sagt Reinhold Schreyer, Leiter der Polizeiinspektion im oberpfälzischen Waldsassen.

Die Produzenten des hirnschädigenden Methamphetamins, das Bayern und Ostdeutschland überschwemmt, sitzen meist in Tschechien. Jakub Frydrych ist der oberste Drogenfahnder des Nachbarlandes. Sein Büro befindet sich an einem geheimen Ort in Prag. Aus Sicht der Polizei habe sich die Zahl der Trassen des Schmuggels von chemischen Grundstoffen und Drogen seit dem Schengen-Beitritt vervielfacht, sagt er.

Die Zusammenarbeit mit den Kollegen in Bayern und Sachsen lobt der tschechische Kriminalbeamte als sehr gut. Was Frydrych heute noch fehlt, das sind Instrumente zur schnellen und engen Justizzusammenarbeit über die Grenzen der Nationalstaaten hinweg. Denn auch die kriminellen Banden seien stärker international organisiert als früher. „Wir arbeiten mit einem Prozedere, das furchtbar lange dauert“, bemängelt Frydrych.

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    Der Plan, eine europäische Staatsanwaltschaft einzurichten, geht nach seiner Ansicht in die richtige Richtung. Die EU-Justizminister hatten im Juni in einem ersten Schritt den Aufbau einer Europäischen Staatsanwaltschaft für Finanzkriminalität beschlossen. An dem Projekt mit Start im Jahr 2020 wollen sich auch Tschechien und Deutschland beteiligen.

    Doch warum ist es so schwer, die Produktion der tödlichen Billig-Droge einzudämmen? Sein Team decke in Tschechien jährlich 250 bis 350 Crystal-Labors auf, das sei selbst im europaweiten Vergleich kein schlechtes Ergebnis, erklärt Frydrych und räumt ein: „Sicherlich ist es auch eine Frage der Kapazitäten.“ Immerhin wurde sein Personal zuletzt um 150 Mitarbeiter aufgestockt.

    Rund 12.000 Euro Gewinn für ein Kilo
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