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Entkommenes Tier Tiger tötet Pflegerin in Kölner Zoo

Tödliches Drama im Kölner Zoo: Ein Tiger hat am Samstag in seinem Gehege eine Pflegerin angegriffen und getötet.
25.08.2012 - 13:44 Uhr 6 Kommentare
Zwei Tiger gehen im Kölner Zoo nebeneinander. Quelle: dapd

Zwei Tiger gehen im Kölner Zoo nebeneinander.

(Foto: dapd)

Köln Der Zoodirektor erschoss das flüchtige Raubtier anschließend mit einem Gewehr, wie ein Polizeisprecher der Nachrichtenagentur dapd sagte. Der Tiger war durch eine nicht geschlossene Sicherheitsschleuse entkommen.

In einem Wirtschaftsgebäude wurde er dann erlegt. Weitere Zoobesucher wurden in Sicherheit gebracht. Die Polizei war mit einem Großaufgebot angerückt. Auch ein Hubschrauber war im Einsatz.

"Der Zoodirektor hatte die richtigen Waffen dafür", sagte der Polizeisprecher. Die Polizei habe mit den üblichen Dienstpistolen nicht viel anrichten können.

Das Wirtschaftsgebäude sei für Besucher nicht freigegeben gewesen. Allerdings hätte das Raubtier durch ein Fenster weiter fliehen können. Der Zoodirektor zielte aus einer Dachluke und traf das Tier tödlich.

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    6 Kommentare zu "Entkommenes Tier: Tiger tötet Pflegerin in Kölner Zoo"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Dem vom Handelsblatt bereitgestellten Video ist zu entnehmen, daß der Tiger von den Einatzkräften erst in das Wirtschaftsgebäude gelockt wurde zu dem er normalerweise keinen Zutritt hat. Warum keiner der Beteiligten auf die Idee gekommen ist, das Fenster vorher zu schließen, bleibt unklar. Da Dank der Sicherung des offenstehenden Fensters durch die Feuerwehr keine Gefahr für weitere Menschen mehr bestanden hat, mir erst Recht unklar, warum der Tiger erschossen werden mußte. Ich kann nicht erkennen, warum nicht auch bei Tieren das mildeste Mittel zur Gefahrenabwehr angewendet werden muß.

    • Um mich zu präzisieren: Ich meine, daß man sich bemüht, die Tiere - wenn schon im ZOO - dann wenigstens RELATIV artgerecht zu halten. Persönlich finde ich das Einsperren von Tieren im ZOO eine Anmaßung des Menschen und ich bin aus diesem Grund auch noch nie in einem Zoo gewesen. Das Argument, das Überleben einzelner im Aussterben begriffener Tierrassen durch die Haltung im ZOO zu ermöglichen, muß man allerdings auch gelten lassen. Allerdings setzt dies den Glauben, daß der Mensch irgendwann damit aufhört, die Natur im Übermaß für seine Zwecke zu gebrauchen, voraus.

    • Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
      der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
      ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
      in der betäubt ein großer Wille steht.....Rilke

    • Sicher traurig für die Familie der Pflegerin, dennoch war es ihr eigener Fehler, welcher zu ihrem Tod führte.

      Das Tier zu erschießen, war unverhältnismäßig und somit überflüssig und diente letztlich nur dem Zweck, zukünftigen zahlenden Kunden eine Pseudo-Kompetenz in Sachen Sicherheit zu demonstrieren!

      Wenn Mitarbeiter einer Autobahnmeisterei aufgrund versäumter Sicherung von einem Autofahrer totgefahren werden, kommt niemand auf die Idee, den entsprechenden Autofahrer zu erschießen - nein, er bekommt nicht einmal Ärger, wenn sich der tödliche Zwischenfall deshalb ereignen konnte, weil der verstorbene Mitarbeiter einen "Schusseligkeitsfehler" begangen hatte.

      Bei diesen Unmengen an vor Heuchelei nur so strotzenden Kommentaren zu diesem Thema kann einem wirklich übel werden!

    • Artegerechte Haltung?
      Ein Elefant, an Vorder- und Hinterbein angekettet, ein Delfin, der durch einen Reifen springt, ein Seelöwe, der einen Ball balanciert - artgerecht? Kacheln, Gitter, Gräben, Panzerglas - artgerecht? Einiges hat sich seit Gründung der bürgerlichen Zoos im 19. Jahrhundert geändert. Viele Käfige und Gehege sind größer geworden, künstliche Strukturen und Maßnahmen zur »Anreicherung« der Käfige und Gehege sowie zur Beschäftigung sollen die Gefangenschaft erträglicher machen. Doch es bleibt lebenslange Gefangenschaft. Jede Bewegung endet nach wenigen Metern an der immer gleichen Grenze. Vor allem ist es ein fremdbestimmtes Leben. Lebensraum, Tagesrhythmus, Tagesablauf, Futter, Fütterungszeit, Zusammensetzung der Gruppe, Partnerwahl, Paarungszeit, alles wird vom Menschen bestimmt.
      Stahlstangen und Seile können einem Schimpansen keinen Baum ersetzen, ein Stück Fleisch, das an einem Stahlseil durchs Gehege gezogen wird, einem Raubtier nicht die Jagd. Und so sieht man sie auch heute noch, die Zootiere, die wahnsinnig geworden sind, die Stunde um Stunde im immer gleichen Kreis schreiten, den Kopf unaufhörlich hin und her weben.
      Andere setzen sich zur Wehr. Elefanten werden auch heute noch in vielen Zoos im direkten Kontakt zu ihren Pflegern gehalten. Dabei, so zeigen neueste Untersuchungen, akzeptieren sie keineswegs den Menschen als ranghöheres Herdenmitglied. Vielmehr gehorchen sie, weil sie gelernt haben, dass Ungehorsam schmerzhaft bestraft wird. Immer wieder kommt es jedoch vor, dass ein Elefant sich gegen seinen Pfleger wehrt - mit tödlichem Ausgang. In den letzten 15 Jahren starben 23 Elefantenpfleger in Zoos und Safariparks durch Angriffe von Elefanten, 30 wurden zum Teil schwer verletzt.

    • Der Tod der Pflegerin ist sehr tragisch, aber:

      Warum mußte der Tiger erschossen werden/sterben, noch dazu, wo es ja der MENSCH war, der einen FEHLER gemacht hat? Nach Aussage des Zoodirektors hätte sich die Pflegerin nicht in dem Gehege aufhalten dürfen (s. Zitat unten). Ich gehe davon aus, daß der Tiger sein Revier verteidigen wollte, ein aus meiner Sicht artgerechtes, also normales Verhalten. Und wir sind doch alle für artgerechte Haltung, oder???
      Warum hätte eine Betäubungsspritze nicht gereicht? Warum ist der Zoo offenbar auf solche Vorfälle nicht vorbereitet und hält diese Art Waffe nicht oder nicht einsatzfähig vor? Warum stellt keiner diese Fragen? Ist es gerecht, ein Tier, welches sich normal verhält, zu töten?

      Bei meinen Überlegungen gehe ich davon aus, daß der Tiger von der Frau bereits abgelassen hatte und daß die Bergung der leblos daliegenden Pflegerin ohnehin durch das Großaufgebot der Polizei mit entsprechenden Diskussionen über Vorgehen/Zuständigkeiten verzögert war. Durch diese wenig professionell anmutenden Abläufe könnte möglicherweise wertvolle Zeit verlorengegangen sein. Insoweit kann der relative Zeitverlust bis zur Wirkung der Betäubung (max. ein paar Minuten) im Vergleich zum Todesschuß kein Argument sein. Bei einem so großen ZOO sollte selbstverständlich sein, daß immer ein ausgebildeter Schütze mit geeigneten (Betäubungs-)Waffen vor Ort ist. Dieser darf bei einer Nothilfe-Situation IMMER schießen, dazu bedarf es keiner "Anweisung der Einsatzleitung". Der ZOO-Direktor oder sein Vertreter ist doch wohl zu jedem Zeitpunkt für seinen Laden verantwantwortlich und hat die geeigneten Mittel zur Gefahrenabwehr sofort - und ohne Polizei-Erlaubnis - zu ergreifen.

      http://www1.wdr.de/themen/panorama/tigerausbruch104.html
      Zitat: "Nach Angaben des Kölner Zoos hatte sich die langjährige Mitarbeiterin des Kölner Zoos in einem Bereich aufgehalten, den sie in dem Moment nicht hätte betreten dürfen."

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