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Explosion im Chemiewerk

Feuerwehrleute inspizieren Anlagen des Unternehmens Unipetrol, die bei dem Unglück im tschechischen Kralupy nad Vltavou zerstört wurden.

(Foto: Reuters)

Explosion Sechs Menschen sterben bei Chemie-Unfall in Tschechien

Bei einer Explosion in einem Chemiewerk in Tschechien sind sechs Menschen gestorben, zwei weitere wurden verletzt ins Krankenhaus gebracht.
Update: 22.03.2018 - 14:43 Uhr Kommentieren

Kralupy nad Vltavou Bei einer Explosion in einem Chemiewerk in Tschechien sind sechs Menschen ums Leben gekommen. Zwei Arbeiter seien schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht worden, teilte die Feuerwehr am Donnerstag mit. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot im Einsatz, darunter zwei Rettungshubschrauber. In dem petrochemischen Betrieb in der Industriestadt Kralupy nad Vltavou (Kralup an der Moldau), etwa 25 Kilometer nordwestlich von Prag, werden Treibstoffe und Grundstoffe für die Kunststoffindustrie hergestellt.

Es ist die schwerste Katastrophe in der tschechischen Chemieindustrie seit mehr als drei Jahrzehnten. Das Unglück habe sich auf dem Raffineriegelände der Firma Unipetrol ereignet, teilte das Unternehmen mit. Unipetrol zählt zu den größten Unternehmen mittel-Ost-Europas und gehört mehrheitlich dem polnischen Mineralöl- und Tankstellenkonzern PKN Orlen, dem größten europäischen Ölverarbeiter. Laut Unipetrol sei die Situation nun unter Kontrolle, und es bestehe keine Gefahr für die Öffentlichkeit.

Zu der Explosion kam es nach Angaben des Krisenstabs der Stadt bei der Reinigung eines leeren Tanks für Treibstoffe. Wahrscheinlich seien nicht alle Sicherheitsvorschriften eingehalten worden. Ein Feuer brach demnach aber nicht aus.

In der Raffinerie gab es – vermutlich nach Reinigungsarbeiten – Explosion. Bild: idnes.cz
Sicht auf das Unipetrol-Werk

In der Raffinerie gab es – vermutlich nach Reinigungsarbeiten – Explosion.

Bild: idnes.cz

Der Betrieb in der Fabrik war erst vor kurzem für Wartungs- und Modernisierungsmaßnahmen heruntergefahren worden. Ein Experte soll nun die genaue Unglücksursache feststellen. Dazu werden unter anderem Augenzeugen befragt. Mit dem Ergebnis wird erst in einigen Tagen oder Wochen gerechnet. „Die chemische Produktion ist an und für sich eine sehr sensible Angelegenheit“, sagte Unipetrol-Sprecher Petr Kaidl im tschechischen Fernsehen CT.

Präsident Milos Zeman und Regierungschef Andrej Babis sprachen den Angehörigen der Toten ihr Beileid aus. Der tschechische Innenminister Lubomir Metnar eilte an den Unglücksort. In Kralupy nad Vltavou war es in einem benachbarten Werk bereits vor zweieinhalb Jahren zu einer Explosion gekommen, bei der zwei Arbeiter verletzt wurden. Bei einem der schlimmsten Chemieunglücke auf dem dem Gebiet des heutigen Tschechien waren 17 Menschen im Juli 1974 bei einer Explosion in einer Fabrik bei Most (Brüx) in Nordböhmen gestorben.

  • dpa
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