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Fake-Foto aus dem 19. Jahrhundert Lilienthal fliegt über Spandau

Ganz ohne Photoshop: Schon vor 120 Jahren wurden Fotos manipuliert. Ein Wissenschaftler hat jetzt eine historische Aufnahme mit dem schwebenden Flugpionier Lilienthal als Montage entlarvt.
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Ein historisches Foto (Ausschnitt) des Lilienthal-Fotografen Alex Krajewsky aus dem Nachlass von Otto Lilienthal (1848-1896). Quelle: dpa
Lilienthal-Foto als Montage entlarvt

Ein historisches Foto (Ausschnitt) des Lilienthal-Fotografen Alex Krajewsky aus dem Nachlass von Otto Lilienthal (1848-1896).

(Foto: dpa)

Anklam Der Flugpionier Otto Lilienthal (1848-1896) schwebt mit seinem Hängegleiter über einer Stadt mit Kirchturm und Häusern, im Vordergrund des Bildes eine idyllische Wasserfläche. Das Foto, das von 1894 stammen soll, lässt ein weiteres verwegenes Abenteuer Lilienthals vermuten, der zwei Jahre später an den Folgen eines Flugunfalls starb. Doch die Aufnahme ist nach Angaben eines Experten ein Fake, eine Montage: Sie zeige zwar Lilienthal bei einem seiner Flugversuche - allerdings nicht über der Stadt, die sich unter seinen Füßen ausbreite.

Mitarbeiter des Otto-Lilienthal-Museums in Anklam in Mecklenburg-Vorpommern haben jetzt das Rätsel um dieses ungewöhnliche Bild gelöst, das zusammen mit dem fotografischen Nachlass bereits seit 1999 im Museum verwahrt wird. „Die Skyline gehört zu Spandau, einer damals noch eigenständigen Stadt vor den Toren Berlins“, sagt Museumsdirektor Bernd Lukasch der Deutschen Presse-Agentur. Anhand von aktuellen Bildern und einem Besuch hat er den Standort identifiziert.

Ein genauer Blick auf das Bild zeige, dass sich der Hintergrund um den fliegenden Lilienthal heller vom Himmel abhebe. Lukasch vermutet: Der Fotograf hat auf den großformatigen Kollodium-Papierabzug mit der Skyline Spandaus ein zweites Glasnegativ gelegt und - wie damals üblich - in der Sonne belichtet. Das Original-Bild vom fliegenden Lilienthal entstand am Hauptmannsberg bei Stölln - seinem favorisierten Flugplatz. Es wurde 1893 vom Lilienthal-Fotografen Alex Krajewsky gemacht und dieser hatte - so fügt sich die Geschichte eventuell zusammen - sein Atelier in Spandau.

Der englische Luftfahrt-Historiker Charles Gibbs-Smith bezeichnet Lilienthal als den vielleicht ersten „Medien-Star“. Die fotografische Dokumentation der Flüge sei ihm fast ebenso wichtig gewesen wie seine Flugversuche selbst. Vielfach lud der Pilot Fotografen zu seinen Experimenten ein, um seine Flugapparate wie auch die Flüge dokumentieren zu lassen.

Gleich zwei innovative Entwicklungen
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