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Frankfurt, München, London Winter lähmt Flughafen-Drehkreuze

Schnee und Eis wirbeln die Flugpläne unter anderem in Frankfurt, München und London durcheinander, mit Folgen für weitere Airports. Auch auf den Straßen geht es hoch her, der Zugverkehr ist ebenfalls beeinträchtigt.
Update: 21.01.2013 - 12:18 Uhr Kommentieren

Flughäfen versinken im Schnee

Frankfurt/LondonDas Winterwetter bringt den Flugplan in Frankfurt und München ins Rutschen. Auf den Straßen behinderten in Deutschland vielerorts Schnee und Eis den Verkehr. Etwa 180 Flüge wurden in Frankfurt am Montag gestrichen, allein Lufthansa sagte nach Angaben des Flughafenbetreibers Fraport 140 Verbindungen ab. „Es kommt mit Sicherheit noch zu Verspätungen“, sagte ein Fraport-Sprecher.

Auf dem Flughafen München sollten am Montag 200 Flüge ausfallen. Ein Sprecher des Airports forderte Reisende auf, sich im Internet zu informieren. Glatte Straßen gab es in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Bayern, Berlin, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen. Immer wieder kam es zu Unfällen. Mehrere Menschen wurden verletzt.

Der Fraport-Sprecher sagte, noch schneie es, es müsse weiter enteist werden. „Eisregen erwarten wir heute nicht mehr.“ Der Flugplan müsse sich jetzt erst wieder einpendeln. Eisregen hatte am Sonntag Deutschlands größten Airport vorübergehend lahmgelegt. In München empfahl die Lufthansa ihren Passagieren, anstelle von innerdeutschen Flügen auf die Bahn umzusteigen. Das Ticket könne in einen Bahn-Gutschein umgetauscht werden, sagte eine Lufthansa-Sprecherin.

Auch am Flughafen Berlin-Tegel gab es am Montag Verspätungen und Flugausfälle. „Grund dafür ist der Eisregen in Frankfurt und München am Sonntag“, sagte Flughafensprecher Ralf Kunkel. Betroffen sind vor allem Flüge von und nach Frankfurt oder München. Wegen des Winterwetters fielen auch am Flughafen Leipzig/Halle Verbindungen aus. Wie ein Sprecher sagte, seien vorerst die Verbindungen von und nach Frankfurt/Main sowie München betroffen.

Londons Flughafen Heathrow streicht wetterbedingt mehr als 100 Flüge

Auch in Großbritannien sorgten winterliche Verhältnisse für Probleme: Schnee und Eis führten am Londoner Flughafen Heathrow zu Verspätungen und Flugausfällen. Etwa 130 Flüge, zehn Prozent aller Flüge am Tag, wurden nach Angaben des Flughafens am Montag gestrichen. Am Sonntag seien sogar 20 Prozent aller Flüge ausgefallen. Aufgrund schlechter Sicht müssten die Abstände zwischen den Starts vergrößert werden, was Verspätungen und Ausfälle verursache, hieß es.

An dem größten europäischen Flughafen stört der Wintereinbruch bereits seit vergangenen Freitag den reibungslosen Ablauf. Nach Angaben der Flughafenleitung sind in den vergangenen Jahren mehrere Millionen in den Ausbau des Winterdienstes geflossen. Grund für die Investitionen war, dass an dem internationalen Drehkreuz im Dezember 2010 aufgrund schlechter Wetterbedingungen gleich für mehrere Tage der Betrieb fast vollständig still gestanden hatte.

Autobahnen in Berlin und Thüringen zeitweise gesperrt

Auf glatten Straßen wurden in Schleswig-Holstein bei Unfällen seit Sonntagabend sechs Menschen verletzt, wie die Polizei mitteilte. Auch in Niedersachsen gerieten am Montagmorgen viele Autos ins Rutschen. Zumeist blieb es laut Polizei bei Blechschäden. Jubel gab es bei tausenden Schülern in den Landkreisen Hameln-Pyrmont und Osnabrück: Dort erhielten die Kinder und Jugendlichen an allen allgemein- und berufsbildenden Schulen am Montag schulfrei wegen Glatteis.

Winterlich war die Lage auch in Bayern. Wie die Polizei in Bayreuth mitteilte, verwandelte Eisregen die Autobahn 9 zwischen den Anschlussstellen Bindlacher Berg und Trockau in eine Rutschbahn. Dort krachte es seit Sonntagabend mindestens 20 Mal. Mindestens drei Menschen wurden dabei leicht verletzt.

Auch in Thüringen kam es auf der A4 zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen. Mehrere Lkw saßen in der Nacht zum Montag auf winterglatter Fahrbahn an der Landesgrenze zu Hessen an Steigungen fest. Das Technische Hilfswerk (THW) war seit 3 Uhr nachts im Einsatz, um die Lastwagen wieder anzuschleppen. Es bildeten sich bis zu 50 Kilometer lange Staus. Am Morgen musste die A 4 bei Stadtroda in Richtung Frankfurt am Main nach einem Lkw-Unfall zeitweise voll gesperrt werden.

In Berlin musste am frühen Montagmorgen ein Abschnitt der Stadtautobahn A111 in Richtung Norden gesperrt werden. Betroffen war nach Angaben der Verkehrsinformationszentrale der Abschnitt zwischen Am Festplatz und Flughafen Tegel. In Hessen rutschten Autos in Gräben, Lastwagen steckten fest. „Man kann nur empfehlen, äußerst langsam zu fahren“, sagte ein Polizeisprecher in Wiesbaden. In Frankfurt und Darmstadt standen die Straßenbahnen zunächst still, in Kassel legte Schnee Busse und Bahnen auf manchen Strecken lahm. Vereiste Oberleitungen behinderten den Straßenbahnverkehr in Mannheim und Heidelberg sowie in der Region Bergstraße.

Eis und Schnee machten auch Belgien zu schaffen: Hochgeschwindigkeitszüge des Thalys, der Brüssel mit Paris und Deutschland verbindet, verkehrten mit teilweise erheblichen Verspätungen oder gar nicht. Mehrere Eurostar-Züge von Belgien nach Großbritannien wurden abgesagt. Die Bahnunternehmen rieten Kunden, ihre Reise möglichst zu verschieben.

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