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Frankreich Erhöhte Sicherheitsvorkehrung vor Algerienspiel

Nach dem Achtelfinaleinzug der Algerier gab es Unruhen und 74 Festnahmen in Frankreich. Vor dem Spiel gegen Deutschland setzt die Regierung deswegen auf Abschreckung. Allein in Lyon sind über 500 Polizisten im Einsatz.
30.06.2014 - 16:14 Uhr Kommentieren
Algerische Fußballfans in Marseille nach dem Einzug ins Achtelfinale. Die Algerier stellen den größten Anteil der Zuwanderer in Frankreich. Quelle: ap

Algerische Fußballfans in Marseille nach dem Einzug ins Achtelfinale. Die Algerier stellen den größten Anteil der Zuwanderer in Frankreich.

(Foto: ap)

Paris Als Reaktion auf die Unruhen nach dem Achtelfinaleinzug Algeriens bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien mit 74 Festnahmen in französischen Städten hat die Regierung die Sicherheitsvorkehrungen vor dem Spiel der „Wüstenfüchse“ am Montag gegen Deutschland (22.00 Uhr/ZDF) erhöht. So werden allein im Osten der Großstadt Lyon, in dem viele algerische Einwanderer leben, mehr als 500 Polizisten im Einsatz sein. Der Bürgermeister von Nizza verbot ausländische Fahnen im Stadtzentrum.

Harlem Desir, Frankreichs Staatssekretär für europäische Angelegenheiten, rief dazu auf, „friedlich zu feiern“ und „keine Gewalt aufkommen“ zu lassen. Er würde sich freuen, „wenn wir unser Land nicht in kleine Gruppen spalten, sondern friedlich zusammenleben.“

Desir trat damit auch den jüngsten Kommentaren der rechten Parteiführerin Marine Le Pen von der Front National entgegen, die nach den Ausschreitungen im Anschluss an das 1:1 gegen Russland striktere Migrationsgesetze und ein Ende der doppelten Staatsbürgerschaft gefordert hatte. Die Algerier stellen den größten Anteil der Zuwanderer in Frankreich.

In Nizza griff Bürgermeister Christian Estrosi der konservativen UMP zu einer umstrittenen Maßnahme. Er verbot per Dekret „das Zurschaustellen ausländischer Fahnen“. Als Begründung erklärte Estrosi: „Seit WM-Beginn haben wir leider nicht hinnehmbares Verhalten gesehen, das den öffentlichen Frieden stört.“

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