Frankreich, Italien, Spanien und Griechenland Waldbrände in Südeuropa treffen auch Urlauber

Viele südeuropäische Länder kämpfen mit den Folgen der Hitze – und zahlreichen Waldbränden. Besonders hart hat es zuletzt Frankreich und Spanien getroffen. Ein Überblick der betroffenen Regionen.
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So gefährlich ist die Sommerhitze

ParisTrockenheit, Hitze, Wind - das kann in Waldgebieten schnell zu einer hochbrisanten Kombination werden. Waldbrände lassen in einigen Ländern Südeuropas die Feuerwehren nicht zur Ruhe kommen. In einigen Fällen sind auch Urlauber betroffen.

Die seit Tagen bei Bordeaux wütenden Brände haben die Helfer allmählich im Griff. Knapp 600 Hektar Pinienwald verbrannten, was etwa der Größe Gibraltars gleichkommt. Der zuständige Präfekt sprach am Dienstag von einer Rückkehr zur Normalität. Das bedeutet in dieser trockenen und windigen Gegend an der Atlantikküste auch: Rund 1000 Brände im Jahr. Auch an der Mittelmeerküste mussten bereits zahlreiche Brände gelöscht werden. Am Montag wurden rund 10 000 Urlauber von drei Campingplätzen bei Fréjus in Sicherheit gebracht. Sie konnten abends wieder zurückkehren.

Wo die Natur die meisten Schäden hinterlassen hat
Weniger Tote und Sachschäden
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Naturkatastrophen haben die Menschheit in diesem Jahr bislang deutlich weniger getroffen als in den vergangenen Jahrzehnten. Zu diesem Ergebnis ist die Münchener Rückversicherungsgesellschaft in ihrer Naturkatastrophenbilanz gekommen. Demnach sind im ersten Halbjahr 2015 annähernd 16.000 Menschen ums Leben gekommen – mehr als die Hälfte davon bei dem Erdbeben Ende April in Nepal. Im Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre seien 27.000 Tote zu beklagen gewesen. Insgesamt waren von Januar bis Juni Schäden von 35 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen, während der Durchschnittswert der vergangenen 30 Jahre rund 64 Milliarden US-Dollar betrug.

Quelle: Munich RE

Erdbeben in Nepal
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Am 25. April verursachte ein Erdbeben der Stärke 7,8 in ganz Nepal, vor allem in der Hauptstadt Kathmandu, katastrophale Zerstörungen – es ist das stärkste Beben seit mehr als 80 Jahren. 8.850 Menschen wurden getötet, etwa drei Millionen Menschen wurden obdachlos. Bei einem weiteren Beben der Stärke 7,3 zweieinhalb Wochen später kamen nochmals 230 Menschen ums Leben.

Nach dem Erdbeben in Nepal
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Das Erdbeben hat viele Häuser und Teile des kulturellen Erbes der Menschheit zerstört. Der Gesamtschaden betrug demnach 4,5 Milliarden US-Dollar, davon waren nur 140 Millionen US-Dollar versichert. Die Dimension der Schäden offenbart sich bei der Betrachtung der Wirtschaftskraft: Sie machten knapp ein Viertel des Bruttoinlandsprodukts eines Jahres aus.

Wintersturm in den USA und Kanada
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Die USA wurde Ende Februar in eine dicke Winterdecke gehüllt. Eine Reihe von Winterstürmen, die Anfang des Jahres den Nordosten der USA und Kanadas trafen, war für die Versicherungswirtschaft die teuerste Naturkatastrophe. Der versicherte Schaden betrug 1,8 Milliarden US-Dollar, die Gesamtschäden 2,4 Milliarden US-Dollar. In Boston fielen den Winter hindurch insgesamt fast drei Meter Schnee – ein absoluter Rekord.

Schneechaos in den USA
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Zwölf Tote, gestrichener Unterricht, Stromausfälle und viele Unfälle: Zeitweise waren Zehntausende Menschen während den schweren Schneefällen ohne Strom. Tausende Flüge mussten gestrichen oder umgeleitet werden. Insgesamt entstanden durch den harten Winter 2014/15 in den USA direkte Gesamtschäden von 4,3 Milliarden US-Dollar. Die indirekten Schäden durch Flugverspätungen, Stromausfälle und Geschäftsunterbrechungen sind hierbei nicht einberechnet.

Unwetter in Mexiko und dem Süden der USA
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Tote, viele Verletzte, zerstörte Häuser und durch die Luft gewirbelte Autos in Mexiko: Verheerende Unwetter und Stürme haben den Süden der USA und den Norden Mexikos in Katastrophengebiete verwandelt. Insgesamt verursachte das Unwetter zwischen April und Juni jeweils Schäden über einer Milliarde US-Dollar, davon war jeweils rund eine dreiviertel Milliarde US-Dollar versichert.

Am stärksten war Texas betroffen
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Mit am stärksten war die Region Wimberley in Texas von den Unwettern betroffen, allein dort wurden 400 Gebäude zerstört, mehr als 1000 beschädigt. Im ersten Halbjahr betrug der Schaden in den USA durch solche Unwetter, die teilweise von Tornados oder Hagel begleitet wurden, 6,5 Milliarden US-Dollar, davon waren 4,8 Milliarden US-Dollar versichert.

Der bisher schlimmste Brand des Sommers hat bei Òdena in Katalonien in zwei Tagen knapp 1300 Hektar Wald und Agrarfläche zerstört. Das entspricht rund 1500 Fußballfeldern. Am Sonntag wurden rund 800 Menschen aus Wohngebieten zeitweise in Sicherheit gebracht. Die seit Sonntag etwa 65 Kilometer nordwestlich von Barcelona wütenden Flammen wurden am Montagabend auch dank abflauender Winde unter Kontrolle gebracht worden, wie Medien am Dienstag unter Berufung auf Feuerwehrsprecher berichteten. Mehrere Feuerwehreinheiten seien dennoch die ganze Nacht im Einsatz geblieben, um die Erde feucht zu halten und ein Wiederaufleben der Flammen zu verhindern. Ein Landwirt aus Òdena räumte ein, er habe das Feuer ohne Absicht mit einem Strohzerkleinerer verursacht. Ihm wird Fahrlässigkeit vorgeworfen.

Auch in Italien herrscht wegen der langen Hitzewelle in einigen Gegenden extreme Waldbrandgefahr, darunter auf der Ferieninsel Sardinien und in Südtirol. Insgesamt verzeichnete das nationale Forstamt etwa 50 Brände im ganzen Land, betroffen war demnach vor allem die südliche Region Kampanien mit etwa 20 Bränden.

In Griechenland wurden aktuell keine größeren Brände gemeldet - allerdings bleibt die Waldbrandgefahr bei extremer Trockenheit und Temperaturen um die 39 Grad Celsius sehr hoch. Die Behörden sind in Alarmbereitschaft.

  • dpa
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