Frauen in Hosen Hillary Clinton und die Mode

Es ist immer noch so: Wenn Frauen politisch ins Rampenlicht rücken, wird auch darauf geschaut, was sie anhaben. Das hat auch Hillary Clinton erfahren, oft zu ihrem Leidwesen. Mittlerweile begegnet sie dem mit Humor.
Als First Lady hatte man Hillary Clinton oft noch in Röcken und Kleidern gesehen – mit Bob-Frisur, manchmal glatt, manchmal wellig. Quelle: dpa
Hillary Clinton

Als First Lady hatte man Hillary Clinton oft noch in Röcken und Kleidern gesehen – mit Bob-Frisur, manchmal glatt, manchmal wellig.

(Foto: dpa)

WashingtonHillary Clinton ist es gewohnt, dass sie ihr Fett wegkriegt. Auch von den Modekritikern. Über lange Jahre hatten sie wenig Gutes über sie zu sagen. Ihr Hippie-Stil als junge Frau, die große Brille, das notorische Haarband, matronenhaften Röcke, und dann natürlich – o Schreck – die Frisur, das Gummiband.

Mehr als einmal beklagte die inzwischen 68-Jährige, dass nach wie vor bei Frauen immer auch darauf geachtet werde, wie sie aussehen, was sie tragen. „Euer Haar wird eine wichtige Botschaft aussenden“, sagte sie beispielsweise 2001 ironisch in einer Rede vor Universitätsabsolventen. „Darüber, welche Hoffnungen ihr für die Welt habt, welche Hoffnungen und Träume für euer Haar.“

Spiel, Satz und Sieg für Clinton
Clinton und Trump nach der Debatte
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Rund 100 Millionen Menschen haben in der Nacht eingeschaltet, als die beiden US-Präsidentschaftsbewerber Hillary Clinton und Donald Trump sich ihrer ersten gemeinsamen TV-Debatte stellten. Vielen politischen Beobachtern gilt Clinton als Siegerin des Duells. Doch wie haben die Zuschauer die Sendung empfunden? Das Marktforschungsinstitut ORC International hat gemeinsam mit dem Nachrichtensender CNN insgesamt 521 registrierte Wähler befragt, die die Debatte verfolgt haben. 26 Prozent von ihnen sehen sich als Republikaner, 41 Prozent als Demokraten und ein Drittel bezeichnet sich als unabhängig. Die Ergebnisse im Folgenden.

„Wer hat den besten Job in der Debatte abgeliefert – Clinton oder Trump?“
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Die Antwort auf diese Frage ist eindeutig: 62 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die demokratische Kandidatin besser geschlagen hat. Über Trump sagen das nur 27 Prozent. Sechs Prozent fanden beide gleich gut – und vier Prozent gaben an, dass sich in ihren Augen keiner der Kandidaten gut geschlagen hat. Damit schlug sich Clinton besser, Trump aber schlechter als erwartet: Im Vorfeld des TV-Duells sahen nur 58 Prozent der Befragten Clinton vorne, bei Trump waren es vor der Debatte noch 32 Prozent.

„Wer von beiden kann besser mit der Wirtschaft umgehen?“
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Bei dieser Frage sind die Wähler bisher weniger entschlossen. So halten 51 Prozent Clinton für kompetenter in Wirtschaftsfragen, 47 Prozent sehen Trump vorne. Gleiche Kenntnisse bescheinigen zwei Prozent der Befragten den beiden Kandidaten.

„Wer von beiden kann besser mit Terrorismus umgehen?“
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Trotz seiner markigen Pläne, die zum Teil gegen internationales Kriegsrecht verstoßen: Auch bei der Bekämpfung des internationalen Terrorismus trauen die Zuschauer Clinton (51 Prozent) nach der TV-Debatte mehr zu als ihrem Herausforderer (47 Prozent).

„Wer von beiden ist kompetenter in der Außenpolitik?“
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Noch drastischer fällt der Unterschied in außenpolitischen Fragen auf. Clinton als ehemaliger Außenministerin der USA trauen 62 Prozent der Befragten eine höhere diplomatische Kompetenz zu. Trump sahen nach der Debatte nur 35 Prozent vorne.

„Wer war die stärkere Führungspersönlichkeit?“
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Auch hier konnte die Demokratin punkten. Insgesamt sahen 56 Prozent der befragten Zuschauer mehr Führungspotenzial bei Clinton als bei Trump (39 Prozent). Interessant ist das vor allem im Hinblick auf eine andere Frage: Wer schien authentischer? Clinton, die oft als kühle Machtpolitikerin dargestellt wird, liegt auch hier mit 52 Prozent vorne. Bei Trump waren es nur 40 Prozent.

„Wer hat seinen Gegner länger attackiert?“
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Klarer Vorteil Trump: Während 33 Prozent Clinton als angriffslustiger sahen, antworteten das 56 Prozent der Befragten über den Milliardär.

Jetzt, in diesem Wahlkampf, wird immer noch bisweilen darüber gesprochen und geschrieben, was Clinton trägt. Aber der Tenor ist anders, das Urteil nahezu einhellig: Clinton hat ihren Stil gefunden, „einen zeitlosen ästhetischen Look, der für sie geeignet ist“, wie etwa die „Washington Post“ beschrieb.

Hillary Clinton ist die Lady in Pants, die Frau im Hosenanzug, sei es in einem einzigen farblichen Guss oder als zweifarbiges Ensemble, eine Hose mit einem „Power-Jacket“, ohne viel Tamtam. Keine Mode-Ikone wie manche Schauspielerinnen oder auch die Noch-First Lady Michelle Obama mit ihren ärmellosen Etuikleidern. Aber jemand, der sich einen bestimmten Stil zu eigen gemacht hat. Damit fühlt sie sich sichtlich wohl - als Frau, Politikerin und vor allem sie selbst, wie es gleich mehrere Medien formulierten.

Bisher verzichteten die meisten Medien darauf, der Frage nachzugehen, wie viel die Spitzenkandidatin der Demokraten eigentlich für ihre Wahlkampf-Garderobe ausgibt. Die „New York Post“ gab trotzdem eine Schätzung ab – demnach waren es bisher ungefähr 200.000 Dollar – mit einer einzelnen Tweed-Jacke, die mehr als 12.000 Dollar gekostet haben soll. Aber: Auch Donald Trump mag es gediegen, liebt Brioni-Anzüge, von denen die meisten Amerikaner nur träumen können.

Clintons klassischer Look sind Jacken – gerne in knalligen Farben wie Blau und Rot. Und oft sie an den Schultern schmal und in der Hüftgegend etwas weiter geschnitten. Als First Lady hatte man Hillary oft noch in Röcken und Kleidern gesehen – mit Bob-Frisur, manchmal glatt, manchmal wellig. Wie viele andere Frauen auch, hatte sie wechselnde Modephasen, aber ihre zunehmend prominente politische Rolle brachte auch Konflikte.

So lehnte es Clinton in ihrem ersten Präsidentschaftsrennen 2008 ab, sich für das Magazin „Vogue“ ablichten zu lassen – sie fürchtete, das könne sie zu feminin erscheinen lassen.

Macht Macht krank?
Clinton an Lungenentzündung erkrankt
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Am Freitag stellte der Arzt die Diagnose: Lungenentzündung. Doch erst am Sonntag, nach einem wackeligen Auftritt bei einer Gedenkveranstaltung zum 11. September, wurde die Erkrankung der demokratischen US-Präsidentschaftsbewerberin Hillary Clinton bekannt. Nun steht die 68-Jährige in der Kritik: Hätte sie ihre Wähler gleich nach der Diagnose informieren müssen? Und beeinflusst ihr Gesundheitszustand womöglich ihre Fähigkeit, das höchste Amt im Staate auszuüben?

George W. Bush, ehemaliger US-Präsident (Republikaner)
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Dabei sind Erkrankungen von Politikern keine Seltenheit. So fiel ihr Amtsvorgänger George W. Bush im Januar 2002 in Ohnmacht – wegen eines Hustenanfalls. Der Politiker verschluckte sich beim Fernsehen an einer Brezel. Sein Arzt Richard Tubb stellte daraufhin fest, dass Bush allgemein eine relativ niedrige Pulsfrequenz habe.

George H. W. Bush, ehemaliger US-Präsident (Republikaner)
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Auch Bushs Vater, George Bush senior, fiel einmal in Ohnmacht – allerdings während eines Staatsbesuchs in Tokio. Im Januar 1992 war Bush offiziellen Angaben zufolge an einer Grippe erkrankt, aber dennoch zu einem Treffen mit dem damaligen japanischen Premier Kiichi Miyazawa gereist. Beim gemeinsamen Abendessen musste sich Bush übergeben und wurde für einige Sekunden bewusstlos. Ein EKG, das später zur Sicherheit aufgezeichnet wurde, habe aber keine Auffälligkeiten gezeigt, so die damalige Mitteilung des Weißen Hauses.

Helmut Schmidt, ehemaliger Bundeskanzler (SPD)
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Das ist allerdings noch nichts im Vergleich mit Helmut Schmidt. Der inzwischen verstorbene Altbundeskanzler verriet im vergangenen Jahr, dass er während seiner Zeit als Politiker ungefähr 100 Mal in Ohnmacht gefallen sei. Schuld sollen schwere Kreislaufstörungen gewesen sein, die ihn jedoch nie davon abgehalten hätten, seine „politische Pflicht zu tun“, so Schmidt damals.

Agnes Alpers, ehemalige Bundestagsabgeordnete (die Linke)
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Auch die Linken-Abgeordnete Agnes Alpers fiel bei der Ausübung ihres Amtes in Ohnmacht. Im Juni 2013 brach Alpers nach einer Rede im Bundestag zusammen und musste vor Ort wiederbelebt werden. Sie erlitt einen Schlaganfall. Nach 1,5 Jahren Rehabilitation in einer Bremer Klinik lebt sie seit Februar 2015 in einem Pflegeheim. Ihr Mandat legte sie im März aus gesundheitlichen Gründen nieder.

Horst Seehofer, bayerischer Ministerpräsident (CSU)
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Er ist bekannt als bayerischer Löwe, doch während der Klausurtagung der CSU in Wildbad Kreuth erlitt Parteichef Horst Seehofer einen Schwächeanfall. Bei einem Vortrag am Nachmittag kollabierte der 67-Jährige. Auch hier nannten Vertraute eine Grippeerkrankung als Grund für den Zusammenbruch.

Matthias Platzeck, ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsident (SPD)
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In seinen fünf Monaten als SPD-Parteichef erlitt Matthias Platzeck zwei Hörstürze, einen Kreislauf- und einen Nervenzusammenbruch. Aus gesundheitlichen Gründen legte Platzeck deshalb im April 2006 sein Parteiamt nieder und arbeitete weiter als brandenburgischer Ministerpräsident. Auch dieses Amt gab er später ab – nachdem er 2013 einen Schlaganfall erlitt.

Über solche Dinge, so heißt es, denkt sie jetzt nicht mehr nach, gehört selbstbewusst der „Schwesternschaft der reisenden Hosenanzüge“ an, wie sie es einst formulierte. Und fällt es auch nicht sehr stark ins Auge, variiert sie, so weit es diese Outfits erlauben: in der Farbe, der Länge der Jacke, dem Halsabschluss, dem Material.

Der britische „Telegraph“ befand sogar: „Sie ist ein begeisterter Kollaborateur mit Planet Fashion geworden.“ Aber vielleicht meinte das Blatt ja auch etwas Anderes: Im Vorfeld der Modewoche haben mehrere Designer private Schauen veranstaltet, um Geld für Clintons Wahlkampf zu sammeln.

Längst macht sie selber auch nicht nur Scherze über ihre Kleidung, sondern auch über ihr Haar. Amerika werde es nicht im Weißen Haus grau werden sehen, sagte sie im vergangenen Jahr zum Wahlkampfantritt. „Ich färbe es seit Jahren.“

  • dpa
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