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„Goldener Windbeutel“ Baden-Württemberg will Negativpreis nicht

Baden-Württemberg will den „Goldenen Windbeutel“ nicht: Das Land hat die Negativauszeichnung der Verbraucherorganisation Foodwatch abgelehnt. Das Land hatte sich den „Preis“ für eine Alete-Werbung verdient.
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Mit einem überdimensionalen Windbeutel in der Hand klingelt Foodwatch-Mitarbeiter Oliver Huizinga beim Staatsministerium Baden-Württemberg in der Villa Clay. Daneben steht eine als „Kinder-Mahlzeit“ verkleidete Aktivistin und hält ein Zettel mit der Aufschrift: „Herr Kretschmann, ich will keine Werbelüge mehr sein.“ Quelle: dpa
„Goldener Windbeutel“

Mit einem überdimensionalen Windbeutel in der Hand klingelt Foodwatch-Mitarbeiter Oliver Huizinga beim Staatsministerium Baden-Württemberg in der Villa Clay. Daneben steht eine als „Kinder-Mahlzeit“ verkleidete Aktivistin und hält ein Zettel mit der Aufschrift: „Herr Kretschmann, ich will keine Werbelüge mehr sein.“

(Foto: dpa)

Stuttgart Erst wollte Nestlé den „Goldenen Windbeutel 2014“ nicht, jetzt hat auch das Land Baden-Württemberg die Negativauszeichnung der Verbraucherorganisation Foodwatch abgelehnt. Die Landesregierung sei der „offensichtlich unzutreffende Adressat“, schrieb Staatskanzleichef Klaus-Peter Murawski (Grüne) an Foodwatch.

Sie sei für die angeprangerte Babynahrung des Herstellers Alete nicht verantwortlich. Am Montagmittag war die Organisation mit einem Transparent „Wir können alles. Außer Babynahrung“ vor das Staatsministerium gezogen - scheiterte aber mit dem Versuch, den „Goldenen Windbeutel“ zu übergeben.

Ursprünglich sollte der „Windbeutel“ an den Nestlé-Konzern und seinen damaligen Babynahrungshersteller Alete gehen. Nestlé nahm aber die „Auszeichnung“ nicht an und bezeichnete die Kritik als nicht nachvollziehbar. Daraufhin nahm Foodwatch das Land Baden-Württemberg in den Blick, das über die Beteiligungsgesellschaft BWK mittelbar Teilhaber von Alete ist.

Foodwatch zufolge wird die „Alete Trinkmahlzeit“ fälschlicherweise als gesund und babygerecht angepriesen. Tatsächlich handele es sich um eine kalorienreiche Trinkmahlzeit, die Überfütterung und Karies fördere. Das Land rate vom Verzehr solcher Produkte ab, profitiere aber über die BWK vom Verkauf, so die Kritik von Foodwatch. Murawski schrieb, die Organisation erwecke den Eindruck, das Land habe irgendwelche Handlungsmöglichkeiten.

Das sei „einfach falsch“. BWK teilte auf Anfrage mit, dass eine baby- und kleinkindgerechte Eignung der Produkte und damit die Einhaltung höchster Qualitätsansprüche an erster Stelle stünden. Daher werde das Unternehmen kontinuierlich prüfen, ob und wie etwa Rezepturen nochmals verbessert werden könnten.

  • dpa
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