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Haft in Saudi-Arabien Menschenrechtler fordern Freilassung von Ägypterin

Wer sich mit der saudi-arabischen Herrscherfamilie einlässt, lebt gefährlich. Dies zeigt der Fall Naglaa Wafa. Nach einem Streit mit einer Prinzessin wurde sie eingesperrt - und wird trotz Protesten bis heute gefoltert.
29.08.2012 - 18:36 Uhr Kommentieren
Menschenrechtler in der ganzen arabischen Welt setzen sich für die Freilassung der Familienmutter, hier ein undatiertes Bild, ein. Quelle: dpa

Menschenrechtler in der ganzen arabischen Welt setzen sich für die Freilassung der Familienmutter, hier ein undatiertes Bild, ein.

(Foto: dpa)

Kairo Die Herrscherfamilie Al-Saud gibt in Saudi-Arabien nicht nur politisch den Ton an. Die zahlreichen Prinzen und Prinzessinnen spielen auch im Geschäftsleben des islamischen Königreichs eine wichtige Rolle. Doch wer sich mit ihnen einlässt, lebt gefährlich, wie der Fall der in Riad inhaftierten ägyptischen Event-Designerin Naglaa Wafa zeigt.

Die Mutter von zwei Jungen, für deren Freilassung sich jetzt Menschenrechtler in der ganzen arabischen Welt einsetzen, wurde nach einer beruflichen Auseinandersetzung mit einer Prinzessin nicht nur zu fünf Jahren Haft verurteilt. Sie wird auch immer wieder ausgepeitscht.

Ihre in Ägypten lebenden Eltern hatten nach der Festnahme im September 2009 erst geschwiegen. Denn sie hatten geglaubt, sie könnten die Freilassung ihrer Tochter eher durch diskrete Bemühungen erwirken als durch Zeitungsberichte. Doch nachdem ägyptische Aktivisten im vergangenen April erstmals über das Schicksal von Naglaa Wafa berichtet hatten, brach ihr Vater jetzt sein Schweigen.


Dem Nachrichtenportal „Ahram Online“ sagte der Vater Jahia Wafa, seine Tochter sei mit ihrem damaligen Ehemann und den Kindern vor sieben Jahren nach Riad gezogen. Dort begann sie eine Karriere als Hochzeitsplanerin und Event-Designerin. Sie gründete die Firma Al-Hanaya. Wie in Saudi-Arabien üblich, nahm sie eine Einheimische als Teilhaberin mit ins Boot. Mit der Prinzessin sei seine Tochter in Kontakt gekommen, als diese die Anteile der Teilhaberin übernommen habe, erklärt der Vater in dem Interview.

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    Seinen Informationen zufolge lief alles gut, bis die Prinzessin seiner Tochter eines Tages einen Scheck in Höhe von zwei Millionen Rial (rund 424 000 Euro) übergeben habe, verbunden mit dem Auftrag, ein Restaurant zu eröffnen. Über dieses Projekt sei es dann zu Auseinandersetzungen mit der Entourage der Prinzessin gekommen. Seiner Darstellung zufolge brachten die Mitarbeiter der Prinzessin ihre Chefin gegen die Ägypterin auf.

    Im September 2009 wurde Naglaa Wafa verhaftet. Die Vorwürfe blieben unklar. Eineinhalb Jahre saß sie in Untersuchungshaft. Dann begann ihr Prozess vor einem Strafgericht. Der Prozess dauerte nach Angaben der Ägyptischen Organisation für Menschenrechte (EOHR) 13 Tage. Die Angeklagte habe ohne Anwalt erscheinen müssen.

    Schließlich wurde sie zu fünf Jahren Haft und 500 Peitschenhieben verurteilt. 300 Peitschenhiebe seien seiner Tochter bereits verabreicht worden, berichtet der Vater. Die EOHR hat jetzt einen Beschwerdebrief an die Vereinten Nationen geschickt. Doch saudische Menschenrechtler glauben, dass der Ägypterin nur ein Gnadenakt von König Abdullah helfen kann. Die Frage ist nur, wie gut ihre Chancen auf eine Begnadigung stehen. Denn die Prinzessin, deren Namen Wafas Familie bisher nicht öffentlich genannt hat, gehört nach Informationen aus Kairo zum engsten Familienkreis des Königs.

     

    • dpa
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