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Haftentlassung Klatten-Erpresser wieder frei

Mit einer Lügengeschichte erpresste ein Schweizer Gigolo Millionen von der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten. Seine Haftstrafe hat er mittlerweile abgesessen - doch das Lösegeld bleibt verschwunden.
13.07.2014 - 11:13 Uhr Kommentieren
Multimilliardärin Susanne Klatten wurde im Jahr 2009 übel mitgespielt. Quelle: dpa

Multimilliardärin Susanne Klatten wurde im Jahr 2009 übel mitgespielt.

(Foto: dpa)

Hamburg/München Der Erpresser der BMW-Großaktionärin Susanne Klatten hat seine Haft abgesessen und ist in die Schweiz zurückgekehrt. Sein Anwalt Egon Geis bestätigte am Sonntag einen entsprechenden Bericht des „Spiegels“. Der als Gigolo-Erpresser bekanntgewordene Schweizer Helg Sgarbi hatte die Multimilliardärin Klatten und weitere Frauen verführt und mit einer Lügengeschichte zu Millionenzahlungen veranlasst.

2009 wurde er wegen gewerbsmäßigen Betrugs und versuchter gewerbsmäßiger Erpressung zu sechs Jahren Haft verurteilt. In dem Prozess hatte er keine Angaben darüber gemacht, wo das ergaunerte Geld geblieben ist.

Nach einem Urteil des Landgerichts Augsburg hat Klatten (52) Anspruch auf Rückzahlung von rund 9,5 Millionen Euro: sieben Millionen für sie selbst, den Rest für zwei andere geschädigte Frauen. Sgarbi saß seine Strafhaft in Landsberg am Lech ab.

Anschließend kam er für sechs Monate in Erzwingungshaft, denn Klatten verlangt weiter Auskunft über den Verbleib des Geldes. Entsprechend gesetzlichen Vorgaben endete die Beugehaft am 4. Juli. Ob und wie Klatten nun an die verlorenen Millionen kommt, ist unklar.

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    Eine weitere Person, die wissen könnte, wo sich das Lösegeld befinden, ist der Italiener Ernano Barretta. Der mutmaßliche Drahtzieher der Erpressung war zuletzt in zweiter Instanz zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Er bestreitet bis heute jede Beteiligung. Eine letztinstanzliche Entscheidung steht noch aus.

    Die Milliardärin und der Gigolo
    Der wegen Betrugs und Erpressung im "Klatten-Prozess" angeklagte Schweizer Helg Sgarbi (M) wird am Montag (09.03.09) in Muenchen (Bayern) in einen Saal des Landgerichts gefuehrt. D
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    Der Erpresser der Milliardärin Susanne Klatten hatte im August 2008 vor dem Landgericht München I überraschend ein Geständnis abgelegt. Sein Anwalt Egon Geis verlas eine Erklärung, in der der angeklagte Schweizer Helg Sgarbi die Vorwürfe umfassend einräumt. Mit dem Geständnis Sgarbis blieb Klatten sowie drei weiteren Frauen eine Aussage vor Gericht erspart.

    (Foto: dpa)
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    Die BMW-Großaktionärin Klatten (damals 46 Jahre alt) selbst hatte das Verfahren gegen den Übersetzer, der sechs Sprachen sprechen soll, mit ihrer Anzeige ins Rollen gebracht. Die Staatsanwaltschaft warf Sgarbi in vier Fällen Betrug besonderer Schwere und in zwei Fällen zusätzlich versuchte Erpressung besonderer Schwere vor. Der Schweizer hatte die Frauen in edlen Wellness-Hotels kennengelernt und Beziehungen begonnen. Als er seine Erpressungsversuche startete, hatte er laut Anklage von Klatten und zwei anderen Frauen binnen eineinhalb Jahren bereits 9,4 Millionen Euro freiwillig bekommen.

    (Foto: dpa)
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    Der Andrang der Journalisten vor dem Münchner Landgericht war damals groß: Ein derartiger Prozess um Verführung, Reichtum, Erpressung und Betrug hat Seltenheitswert.

    (Foto: dpa)
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    Dementsprechend waren die Plätze im Zuschauerraum schnell besetzt.

    (Foto: AP)
    Susanne Klatten
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    Sie war an die Öffentlichkeit gegangen – und gewann: Bei der Klage Susanne Klattens war der Hauptbeschuldigte am 9. März 2009 vom Landgericht München I wegen Betrugs und versuchter Erpressung zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt worden. Immerhin ein Teil des Geldes wurde sichergestellt.

    (Foto: ap)
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    Während seiner Haft hatte der Schweizer Helg Sgarbi stets zum Verbleib des Geldes geschwiegen. Das wollte Klatten nicht hinnehmen.

    (Foto: AP)
    Ball des Sports 2013
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    Deshalb ging Susanne Klatten (hier mit ihrem Ehemann Jan Klatten im Februar 2013) nun zum nächsten Schritt über und landete den nächsten Coup: Sie erzwingt nun, dass ihr Erpresse in Beugehaft bleiben muss.

    (Foto: dpa)
    • dpa
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