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Hauptbahnhof Mannheim Aufräumen nach dem Zugunglück

Nach dem Unfall zwischen einem Güterzug und einen Eurocity in Mannheim beginnen die Aufräumarbeiten, noch am Sonntag soll die Strecke freigeräumt sein. Unklar ist immer noch, wie es zu dem Unglück kommen konnte.
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Spezialkräne räumen in Mannheim auf
Aufräumarbeiten nach Zugunglück
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Großes Aufräumen am Mannheimer Hauptbahnhof - und auch Erleichterung: Wo am Freitagabend ein Güterzug und ein Eurocity zusammenstießen, richten am Sonntag zwei riesige rote Kräne die umgekippten Container wieder auf und heben die Lok des Güterzuges aus dem Gleisbett. Die Aufräumarbeiten laufen auf Hochtouren, rund 40 Mitarbeiter der Bahn wollen die Strecke so schnell wie möglich freiräumen.

(Foto: dpa)
Aufräumarbeiten nach Zugunglück
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Sie setzen schweres Gerät ein, darunter Hilfszüge und die 75-Tonnen-Kräne, die extra aus Leipzig und Fulda geordert wurden. Wenn sie ihre Arbeit abgeschlossen haben, wird nur noch wenig daran erinnern, dass es am Freitagabend fast zu einer Katastrophe gekommen wäre.

(Foto: dpa)
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Gegen 20.50 Uhr rammt der Güterzug den Eurocity mit 250 Passagieren. Durch den Zusammenstoß kippen zwei Waggons des Personenzuges um - und mit ihnen 110 Fahrgäste. Die Wagen liegen auf der Seite, die Räder am Fahrgestell ragen in die dunkle Nacht hinein. „Ich habe den Zusammenstoß zuerst nicht wahrgenommen“, sagt Harald Geppert kurz nach dem Unfall der „Rhein-Neckar-Zeitung“ aus Heidelberg. „Erst als unser Waggon in Schieflage geraten ist, habe ich gemerkt, dass etwas passiert sein musste.“

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Der 61-Jährige war mit seiner Frau und einem neunjährigen Enkel auf dem Weg von Günzburg nach Trier. „Als unser Wagen dann umstürzte, brach keine Panik aus und es gab auch kein Geschrei. Alle waren starr vor Schock“, sagte Geppert. Er habe sofort seine hinter ihm sitzenden Familienangehörigen versorgt, die beide nach der Befreiung durch die Feuerwehr ins Krankenhaus eingeliefert wurden.

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Von den neun Waggons des Eurocitys 216, der auf dem Weg von Graz nach Saarbrücken war, entgleisten fünf. Zwei davon kippten um. Bei dem Güterzug, der von Duisburg nach Ungarn fahren sollte, kam unter anderem die Lokomotive von den Schienen ab, zwei Container stürzten auf den Schotter. 35 Menschen mussten ärztlich betreut werden, 14 davon kamen in Krankenhäuser. In Lebensgefahr befand sich keiner der Fahrgäste. „Wir haben richtig Glück gehabt dass niemand gestorben ist“, sagt der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) bei einem Besuch an der Unfallstelle.

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Ein Grund dafür, dass der Unfall so glimpflich ablief, war auch das gedrosselte Tempo der beiden Züge bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof. Vielen Passagieren steht am Freitagabend dennoch der Schock ins Gesicht geschrieben. Die Rettungskräfte konnten die Fahrgäste schnell aus den Waggons befreien. Anschließend stehen und sitzen viele von ihnen in der Dunkelheit am Bahnsteig in Mannheim.

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Aufräumarbeiten nach Zugunglück
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Von den medizinischen Betreuern sind die Fahrgäste nach der Schwere ihrer Verletzungen geordnet und versorgt worden. Eine ältere Frau trägt einen Druckverband am Kopf, ein kleiner Junge steht zwischen den Menschen. „Wo ist mein Koffer?“, fragt er. „Wird der auch gerettet?“ Vielen wird wohl erst später bewusst, wie knapp sie einer Katastrophe entgangen sind.

Für die Bundespolizei ist die Arbeit auch dann noch nicht abgeschlossen, wenn die Gleise von den Unfallwagen befreit sind. Nach wie vor ist völlig unklar, warum der Güterzug den Eurocity seitlich rammte. Experten sind am Wochenende auf der Unfallstelle unterwegs, sie sichern Spuren, werten elektronische Daten aus. Eine Sprecherin der Bundespolizei sagt: „Wir sind noch in der Sammelphase.“

(Foto: dpa)

Mannheim Nach dem Zugunglück mit Dutzenden Verletzten will die Bahn die Strecke am Mannheimer Hauptbahnhof noch am Sonntag wieder freigeräumt haben. Von 13.00 Uhr an soll der Abtransport der Güterzuglok, eines entgleisten, aber stehenden Waggons des Eurocitys sowie der beiden umgekippten Wagen vorbereitet werden, sagte ein Sprecher des Unternehmens. Später sollen Kräne die Waggons auf die Gleise hieven.

Der Güterzug war am Freitagabend gegen einen Eurocity mit 250 Passagieren gefahren. 110 davon saßen in zwei Waggons, die bei dem Unfall umkippten. 35 Menschen wurden verletzt, 4 von ihnen schwer. Die Ursache war auch am Sonntagmorgen noch unklar.

Gegen 18.30 Uhr gaben die Ermittler am Samstag die Unfallstelle für das Unternehmen frei. Gut viereinhalb Stunden später trafen die beiden Bergekräne ein. Schon in der Nacht wurden die Lok des Eurocitys und die transportierfähigen Waggons beider Züge weggezogen. Auch die herabgefallenen Container des Güterzugs seien weggeräumt worden, sagte der Bahn-Sprecher. Rund 40 Menschen waren im Einsatz.

Eigentlich hatten die Güterwaggons und die Lok in die Gleise gesetzt, mit den Containern beladen und auf ein Abstellgleis gezogen werden sollen. Weil die Verankerung aber zu sehr beschädigt war, mussten die Arbeiter die Container mit Lastwagen abtransportieren.

Parallel arbeiten die Ermittler mit Hochdruck an der Klärung der Unfallursache. Spezialisten unter anderem der Bundespolizei und der Unfalluntersuchungsstelle des Bundes hatten die Unfallstelle untersucht. Das niederländische Unternehmen ERS Railways wollte ebenfalls Fachleute nach Mannheim schicken.

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