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Heiligsprechung von Mutter Teresa Kalkutta feiert den „Engel der Armen“

Die Würdigung von Mutter Teresa ist auch für die indische Stadt Kalkutta ein großes Ereignis – denn hier hat sie fast 50 Jahre gelebt und gearbeitet. Der „Engel der Armen“ wird am Sonntag heilig gesprochen.
In Indien galt Mutter Teresa einige schon während der Zeit ihres Wirkens als „lebendige Gottheit“. Quelle: dpa
Mutter Teresa

In Indien galt Mutter Teresa einige schon während der Zeit ihres Wirkens als „lebendige Gottheit“.

(Foto: dpa)

KalkuttaGeboren wurde Mutter Teresa in Skopje, im heutigen Mazedonien. Doch keine Stadt steht so sehr für ihre Lebensleistung wie Kalkutta. In einem Slum der ostindischen Metropole gründete sie 1950 ihren Orden der „Missionarinnen der Nächstenliebe“. Und bis zu ihrem Tod am 5. September 1997 engagierte sie sich hier für die besonders Bedürftigen – für die „Ärmsten der Armen“, wie sie es selbst oft nannte. Noch zu Lebzeiten wurde sie für die aufopferungsvolle Arbeit mit dem Friedensnobelpreis gewürdigt. Am Sonntag wird sie im Vatikan nun heiliggesprochen.

Die als Agnes Gonxha Bojaxhiu geborene Nonne hatte auch ihre Kritiker. Einige warfen ihr eine geradezu romantisierende Verklärung der Armut vor. Auch an der praktischen Qualität der Pflege in ihren Häusern und Kliniken wurde bisweilen gezweifelt. Doch am Vorabend der Heiligsprechung durch Papst Franziskus überwiegen gerade in Kalkutta die positiven Erinnerungen an die Frau, die viele einstige Wegbegleiter bis heute einfach „Mutter“ nennen.

Gautam Lewis wurde als Kind von seinen Eltern verstoßen, nachdem er an Polio erkrankt war. Die katholische Nonne aus Europa rettete ihn: Im Alter von sieben Jahren wurde er von ihrem Orden in Kalkutta aufgenommen. „Sie hat uns alle wie eigene Kinder behandelt. Sie war unser Schutzengel“, sagt der Inder.

Nach einiger Zeit in Neuseeland hat der 39-Jährige inzwischen in Großbritannien eine Flugschule für Menschen mit einer Behinderung. Mutter Teresa habe ihm sein jetziges Leben erst ermöglicht, sagt er. Von daher sei die Heiligsprechung für ihn „nur eine Formalität“. „Für die meisten von uns, für die meisten in Kalkutta, ist ‚Mutter‘ bereits eine Heilige.“

Sunita Kumar ist in einem wohlhabenden Viertel der indischen Stadt aufgewachsen. Ihre Familie lebte weit entfernt von den Slums, in denen die „Missionarinnen der Nächstenliebe“ aktiv waren. Im Laufe von drei Jahrzehnten der ehrenamtlichen Unterstützung wurde sie später aber zu einer engen Vertrauten von Mutter Teresa – und zwischenzeitlich auch zur Sprecherin des Ordens.

„‚Mutter‘ war mein Vorbild. Ich habe ‚Mutter‘ lange begleitet und dabei gelernt, wie bescheiden man leben kann. Wie hart sie für die Armen gearbeitet hat, die Liebe und Fürsorge, die sie ihnen gegeben hat, das war einfach unglaublich“, sagt Kumar. Die indische Künstlerin malte in späteren Jahren auch mehrere Porträts der kleinen, gebückten Nonne im weiß-blauen Gewand. Dass die Frau, die sie so sehr inspiriert habe, nun heiliggesprochen werde, mache sie „sehr froh und glücklich“, sagt sie.

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„‚Mutter‘ war für uns eine lebendige Gottheit“
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