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Journalistenpreis Pulitzer-Preis geht erstmals an drei Online-Medien

Bei der Verleihung der renommierten Pulitzer-Preise sind erstmals drei Online-Medien ausgezeichnet worden. Unter den ausgezeichneten Medien ist auch ein gemeinnütziges Projekt, das ein neues Modell aufzeigt, wie investigativer Journalismus funktionieren kann.
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Twitter-Feed der

Twitter-Feed der "Seattle Times". Die US-Zeitung wurde für ihre Twitter-Aktivitäten ausgezeichnet.

(Foto: Screenshot)

HB NEW YORK. Das gemeinnützige Internet-Projekt "Pro Publica" erhielt gemeinsam mit dem " New York Times Magazine" einen der begehrten Preise für investigativen Journalismus. Die "Seattle Times" wurde in der Kategorie "Breaking News" für ihren Einsatz von Twitter-Nachrichten in der Berichterstattung über eine tödliche Schießerei ausgezeichnet. Und der Cartoonist Mark Fiore erhielt einen Preis für seine beweglichen Karikaturen, die auf der Website des "San Francisco Chronicle" erscheinen.

Die größte Zahl an Preisen räumte aber erneut eines der großen traditionellen Blätter ab. Die "Washington Post" wurde in gleich vier Kategorien ausgezeichnet: für internationale Berichterstattung, Features, Kommentar und Kritik. Die Online-Medien würden aber zunehmend stärker, betonte Sig Geissler von der Columbia Universität, die die Preisverleihung organisiert.

Online-Journalisten fühlen sich endlich ernstgenommen

Für ProPublica, eine von mehreren Stiftungen getragene Website für investigativen Journalismus, bedeute der Pulitzer-Preis eine große Anerkennung, sagte der leitende Redakteur Stephen Engelberg. "Das vermittelt dem Rest der Medienwelt: "Jawohl, sie sind hier, sie sind echt, sie machen richtig ernstzunehmenden Journalismus.'"

ProPublica gewann den Preis für eine Reportage über die schwierige Arbeit von Ärzten in New Orleans nach dem Hurrikan "Katrina". Bei den Recherchen arbeitete das Online-Medium mit dem "New York Times Magazine" zusammen. Die "New York Times" gewann unabhängig davon die Pulitzer-Preise in den Kategorien Inlandsberichterstattung und erklärende Reportagen.

Der zweite Preis für investigativen Journalismus ging an die Zeitung "Philadelphia Daily News" für eine Reportage über Missstände in einer Drogenbekämpfungseinheit der Polizei.

Überraschungserfolg für winzige Lokalzeitung

In der Königskategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" wurde überraschend eine winzige Lokalzeitung ausgezeichnet: Der "Bristol Herald Courier", ein Blatt mit sieben Reportern und einer Auflage von 33 000 Exemplaren, gewann den begehrten Preis für die Aufdeckung eines Skandals in Virginia. Energie-Unternehmen hatten dort zahlreiche Grundstücksbesitzer um Abgaben für Gasbohrungen gebracht.

Die Pulitzer-Awards sind nach dem 1911 gestorbenen Zeitungsverleger Joseph Pulitzer benannt und wurden erstmals 1917 verliehen. Dotiert sind sie mit je 10 000 Dollar, der Gewinner der Kategorie "Öffentlicher Dienst" erhält eine Goldmedaille. Die Pulitzer-Preise gelten als höchste Auszeichnung im amerikanischen Journalismus.

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