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Justiz Europäischer Gerichtshof prüft Jagdrecht

Weil ein Baden-Württemberger sich durch das deutsche Jagdrecht diskriminiert fühlt, klagt er vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Der Mann lehnt die Jagd ab, muss sie aber als Grundbesitzer dulden.
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Eine Jagdgesellschaft in Heitlingen bei Hannover. Landbesitzer müssen die Jäger dulden. Quelle: dpa

Eine Jagdgesellschaft in Heitlingen bei Hannover. Landbesitzer müssen die Jäger dulden.

(Foto: dpa)

StraßburgDer Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) prüft derzeit, ob Landbesitzer die Jagd auf ihren Grundstücken erlauben müssen. Ein 56-Jähriger aus Stutensee in Baden-Württemberg hat gegen die automatische Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft geklagt, weil er die Jagd aus ethischen Gründen ablehnt. Der Mann besitzt bis zu 75 Hektar Wiesen in Rheinland-Pfalz. Er rügt, dass er als Eigentümer von Grundstücken unter 75 Hektar nach deutschem Recht automatisch Mitglied in einer Jagdgenossenschaft ist und die Jagd auf seinem Grundstück dulden muss.

Das deutsche Jagdrecht diene nur dem Freizeitvergnügen der Jäger, sagte sein Freiburger Anwalt Michael Kleine-Kosack am Mittwoch vor der großen Kammer des EGMR in Straßburg. Falsch, sagte dagegen die Vertreterin der Bundesregierung, Stefanie Schmahl. Das Jagdrecht diene ausschließlich dem Allgemeinwohl, der Ökologie und der Kontrolle des Wildbestandes. Dies ist auch das Argument der Jagdverbände, die Stellungnahmen einreichen dürfen.

Der Kläger berief sich auf den Schutz des Eigentums. Er machte auch das Diskriminierungsverbot der Europäischen Menschenrechtskonvention geltend, weil Besitzer von Ländereien über 75 Hektar frei entscheiden können und nicht automatisch verpflichtet sind, den Abschuss von Rehen und anderen Tieren zuzulassen. Sein Anwalt verwies auf Studien, denen zufolge sich der Wildbestand in Zonen ohne Jagd selbst reguliert. Es gebe keine statistische Begründung dafür, dass die Jagd im Interesse der Allgemeinheit notwendig sei.

Dem widersprachen Jagdschützer. Besonders bei Wildschweinen könne von „Selbstregulierung“ keine Rede sein. Weil verstärkt „Wildschweinfutter“ wie Weizen, Raps und Mais angebaut würde, gäbe es bei den Borstentieren mittlerweile 300 Prozent mehr Nachwuchs, erklärte der Deutsche Jagdschutzverband in Berlin. „Ohne Jagd würde sich die Wildschweinpopulation pro Jahr verdreifachen“, hieß es.

Im Januar dieses Jahres hatte die kleine Kammer des EGMR die Beschwerde des Grundbesitzers abgewiesen. Die automatische Mitgliedschaft in einer Jagdgenossenschaft sei durch das öffentliche Interesse gerechtfertigt, befanden die Straßburger Richter. Mit einem Urteil der großen Kammer des EGMR ist frühestens in sechs Monaten zu rechnen.

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  • dpa
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29 Kommentare zu "Justiz: Europäischer Gerichtshof prüft Jagdrecht"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Warum werden nicht gleich die Berufsgenossenschaften mit ins Boot genommen?

    Die gehört genauso vor die Menschenrechtskomission des EU-Gerichtshofes wie das Jagdrecht.

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Wie man(n) oder Frau in den Wald ruft, so schallt es heraus

  • Ihre Mitgliedschaft in einer Sekte, werter Nimrod, (sie werden nicht müde die Sekte zu erwähnen) ist weder Thema im Artikel noch beim EGMR. Dementsprechend ersparen sie uns ihre Hasstiraden und privaten Querellen.

  • http://de.wikipedia.org/wiki/Universelles_Leben

  • http://fraumitbart.wordpress.com/2011/02/22/932-tag-alternatives-leben/

  • Habe noch keinen Jäger Wildtiere züchten gesehn.

    Bin selbst Grundbesitzer und züchte Limousine u. Cherolaisrinder.
    Nach Ansicht meiner Berufskollegen (und das sind nicht wenige) und von der Fläche
    (die kann sich auch sehen lassen) hoffen das sich die Querulanten u.ihre Jünger im Nirvana der Versenkung wieder finden.

  • Die Arroganz verschiedener Nimrode schlägt doch dem Fass den Boden aus. Die Jäger züchten und mästen auf unserem Grundeigentum damit sie uns Landwirten den Wildschaden vergüten können. Sind wir nicht mit der Wildtiermast einverstanden sind wir Mitglieder einer Sekte. Sie werden sich noch wundern, wieviele meiner Berufskollegen ihrem Treiben einen Riegel vorschieben werden, sollte der KLäger Hermann Recht bekommen!

  • Ich würde gerne eine Stellungnahme des DBV
    (Deutsher Bauernverband) lesen.
    Wo Landwirten die Lukrative Einnahmequelle(Wildschaden) entzogen wird.
    Die Idealisten, Weltfremden vom "Alternativen Leben"(Sekte) müßten den Grundeigentümern den Wildschaden bezahlen.
    Auch etliche hier im Forum müßten KRÄFTIG spenden.
    bei den Vorhandenen und Zukünftigen Maisfeldern. (Biogas)

    Die die sich hier so weit aus dem Fenster lehnen, dürften enen Sonder-Boni bezahlen.

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