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Kanada Bahnunternehmen gibt Lokführer Schuld an Zugunglück

Nachdem ein Zug mit 7200 Tonnen Rohöl an Bord führerlos durch die kanadische Nacht schoss und in einem kleinen Ort entgleiste, schiebt der Unternehmer die Schuld auf seinen Mitarbeiter. Die Polizei geht von 50 Toten aus.
11.07.2013 - 07:32 Uhr 3 Kommentare
Aus der Luft wird das Ausmaß des Zugunglücks deutlich. Quelle: AFP

Aus der Luft wird das Ausmaß des Zugunglücks deutlich.

(Foto: AFP)

Lac-Mégantic Für die verheerende Tankzug-Explosion in der kanadischen Provinz Québec war nach Angaben des Zugeigentümers der Lokführer verantwortlich. „Die Handbremsen in dem Zug waren nicht ordnungsgemäß angezogen, und dies lag in der Verantwortung des Angestellten“, sagte der Vorsitzende des US-Bahnunternehmens The Montreal, Maine & Atlantic, Edward Burkhardt, am Mittwoch beim Besuch des Unglücksortes Lac-Mégantic. Die Polizei von Québec ging von insgesamt 50 Todesopfern aus.

Der mit Rohöl beladene Zug war in der Nacht zum Samstag führerlos durch den Touristenort gerast und entgleist. Mehrere Kesselwagen explodierten. Durch den dadurch ausgelösten Großbrand wurde das Zentrum des 6000-Einwohner-Ortes zerstört. 2000 Einwohner mussten die Stadt verlassen.

Der Lokführer habe zwar versichert, dass er die Bremsen angezogen habe, sagte Burkhardt weiter. Aber wenn dies der Fall gewesen wäre, „dann hätten wir diesen Vorfall nicht gehabt“. Der Angestellte sei vom Dienst suspendiert, gegen ihn werde ermittelt. „Ich denke nicht, dass er noch einmal für uns arbeiten wird“, sagte der Bahn-Manager.

Bei seinem Besuch in Lac-Mégantic wurde Burkhardt von Buhrufen wütender Einwohner empfangen, da er bisher jede Verantwortung für die Explosion von sich gewiesen und der Feuerwehr die Schuld gegeben hatte. Diese habe während eines Zwischenstopps in der 13 Kilometer westlich von Lac-Mégantic gelegenen Stadt Nantes den Motor der Lok abgestellt und somit die Druckluftbremsen außer Betrieb gesetzt. Die Feuerwehr hatte in Nantes einen kleinen Brand am Zug löschen müssen, der jedoch nichts direkt mit der späteren Explosion zu tun hatte.

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    3 Kommentare zu "Kanada: Bahnunternehmen gibt Lokführer Schuld an Zugunglück"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Wieso machen Feuerwehrleute überhaupt Lokomotiven aus ?

    • Wenn eine nicht angezogen Handbremse bei einem Güterzug offenbar ganze Ortsteile auslöschen kann, frage ich mich warum so eine vorzeitliche Technik überhaupt legal sein kann. Sollte nicht so schwierig sein, sowas fehlerfrei zu automatisieren. Vielleicht hätte man die Zulassungsvortschriften mal der Zeit anpassen sollen.

    • Es ist ja ungemein beruhigend, daß immer die Lokführer oder Piloten an derartigen Unfällen schuld sind und nicht in etwa die involvierten Firmen.

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