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Katholische Kirche Papst Franziskus wettert gegen Smartphones – und rät, sie aus dem Fenster zu schmeißen

Smartphones schaden Gläubigen, findet Papst Franziskus und rät, sie aus dem Fenster zu schmeißen. Dabei sind die Geräte für die päpstliche Vermarktung wichtig.
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Das Kirchenoberhaupt wendet sich gegen weltliche Wohlstandssymbole. Quelle: dpa
Papst Franziskus im Vatikan

Das Kirchenoberhaupt wendet sich gegen weltliche Wohlstandssymbole.

(Foto: dpa)

DüsseldorfKaum ist Papst Franziskus aus seinem einmonatigen Urlaub zurück, gibt er Gläubigen Ratschläge. Unter päpstliche Kritik fielen dieses Mal Smartphones. Das Streben danach sei ein Hinweis auf Götzenverehrung – ebenso wie das Streben nach Geld und Erfolg, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche bei seiner Generalaudienz am Mittwoch.

So würde die Werbung Smartphones so vermarkten, dass sie von ihren Besitzern dazu benutzt würden, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen. Doch die modernen „Götzen“ lenkten die Menschen von Gott ab und machten sie blind gegenüber der Liebe, so der Papst. Der heute vorhandene „Supermarkt der Götzen“ verspreche Glück, liefere es aber nicht.

Auch Menschen, die zu viel Zeit vor dem Spiegel verbringen oder zu Tarotkartenlegern gehen würden, fielen unter die Kategorie der Götzenverehrer. Der Papst rief die Gläubigen auf, ihren Götzen zu erkennen und „ihn aus dem Fenster zu werfen“.

Es ist nicht das erste Mal, dass Papst Franziskus sich gegen weltliche Wohlstandssymbole wendet. Erst im Mai hatte er in einer Veröffentlichung unmoralische Finanzgeschäfte, Steueroasen und Finanzderivate angeprangert. Die Finanzwelt sei ein Ort geworden, wo egoistisches Verhalten einzelner das Wohl der Allgemeinheit gefährde, hieß es in dem durch die vatikanische Glaubenskongregation veröffentlichten Dokument.

Gefährliche Finanzwelt

Vor allem die Derivate seien eine tickende Zeitbombe, welche den Märkten schaden könnten. Auch hatte der Papst angeprangert, dass die Finanzindustrie zu wenig dafür getan hätte, unmoralische Praktiken zu unterbinden.

Mit Smartphones kritisiert Papst Franziskus allerdings eine Industrie, von der sowohl sein Ansehen als auch jenes der katholischen Kirche profitieren. Denn der Vatikan nutzt bereits seit einiger Zeit Social-Media-Kanäle wie Instagram und Twitter, um sich selbst und auch den Papst zu vermarkten – Kanäle, die in der breiten Masse von Smartphone-Besitzern benutzt werden.

Derzeit hat der Papst allein auf Instagram 5,7 Millionen Abonnenten. Auf Twitter folgen dem als sehr volksnah geltenden Kirchenmann sogar 17,7 Millionen Menschen. Es ist also fraglich, ob die katholische Kirche als Organisation es so gut fände, wenn ein Großteil der Follower dem Ratschlag des Papstes folgen und ihre Smartphone-Götzen aus dem Fenster werfen würde.

Mit Material von AP.

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1 Kommentar zu "Katholische Kirche: Papst Franziskus wettert gegen Smartphones – und rät, sie aus dem Fenster zu schmeißen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich habe es geahnt, Smartphones sind des Teufels - hat der Vatikan eigentlich Aktien von
    Apple? Viel interessanter finde ich die neue Kampagne des Vatikans gegen die Todesstrafe.
    Ich bin kein Anhaenger der Todesstrafe - in Europa brauchen wir sie sicher nicht, aber in
    anderen Kulturkreisen sind die meisten Menschen dafuer, und ich finde, sie haben ein
    Recht auf diese Meinung. Ich kenne die Bibel relativ gut, aber ich finde dort keine schluessigen Argumente gegen die Todesstrafe, und die Kirche hat in den letzten 2000
    Jahre auch keine Argumente gefunden - im Gegenteil - ich glaube, ich brauche das nicht
    auszufuehren. Jesus war sicher ein Pazifist, aber er sagte auch, den Menschen die Aergernis geben, sollte man einen Muehlstein an Hals haengen und sie in der Tiefe des
    Meeres versenken. Wird dieses Zitat jetzt in der offiziellen Version ausgespart?