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Klimawandel Juli war weltweit heißester Monat seit 1880

Was sind schon 0,08 Grad? Im Juli war es der Unterschied zum bisher heißesten Monat, weil wieder ein Höchststand gebrochen wurde. Das Klima eilt von Hitzerekord zu Hitzerekord – ein Problem für die Menschheit?
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Im Juli 2015 wurde der weltweit heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen – auf Platz zwei folgt der Juli 2014. Quelle: dpa
16,61 Grad Celsius

Im Juli 2015 wurde der weltweit heißeste Monat seit Beginn der Wetteraufzeichnungen gemessen – auf Platz zwei folgt der Juli 2014.

(Foto: dpa)

New York Der vergangene Monat war weltweit der heißeste seit Beginn der globalen Wetteraufzeichnungen vor 135 Jahren. Nach Angaben des US-Wetteramtes NOAA betrug die Durchschnittstemperatur im Juli 16,61 Grad Celsius. Das waren 0,08 Grad mehr als der bisherige Rekordmonat – der Juli vergangenen Jahres. Der Juli 2015 habe 0,81 Grad über dem Mittel des 20. Jahrhunderts gelegen, teilte die Behörde am Donnerstag in Washington mit. Auch die ersten sechs Monate zusammen seien das heißeste erste Halbjahr seit 1880 gewesen.

Bei den Temperaturen an Land war der vergangene Monat zwar nur der sechstwärmste Juli mit 0,96 Grad über dem Durchschnitt des 20. Jahrhunderts. Dafür waren die Ozeane heißer als je zuvor in den vergangenen 135 Jahren. Gerade der Pazifische und der Indische Ozean hätten sich mehr als sonst aufgeheizt.

Wo die Hitze zum Problem wird
Hitzewelle in Deutschland
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Das extreme Wetter macht Mensch und Natur zunehmend zu schaffen. An der Uniklinik Mainz zum Beispiel wird befürchtet, dass mit jedem weiteren Hitzetag mehr Menschen in die Notaufnahme eingeliefert werden. Mit akuten Kreislaufproblemen kämpften vor allem alte Menschen. Am Donnerstag versorgte die Klinik schon fünf Notfälle, darunter einen völlig ausgetrockneten Mann, der zeitweise auf der Intensivstation behandelt werden musste.

(Foto: dpa)
Auswirkungen auf die Gesundheit
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„Die Kollegen sind für weitere Einsätze gewappnet“, sagte ein Sprecher der Klinik. Infusionen und Kühldecken stünden bereit. Laut einer Studie steigt nach dem dritten Tag einer Hitzewelle die Zahl der Menschen, die in der Notaufnahme medizinisch betreut werden müssten.

(Foto: obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH)
Hitze weicht Straße auf
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Die Gluthitze kann zu einer Gefahr im Straßenverkehr werden und verursacht Schäden an Autobahnen. Vorfälle gab es aktuell etwa auf der A7 in Hamburg und auf der A5 bei Heidelberg. „Der Asphalt reagiert auf die Hitze und je heißer es wird, desto weicher werden die Fahrbahnen“, sagte ein Sprecher des Regierungspräsidiums Stuttgart. Der ADAC warnte, Autobahnen und Landstraßen könnten aufbrechen oder es entstünden Dellen. Verkehrsteilnehmer sollten besonders vorsichtig fahren und den Sicherheitsabstand vergrößern.

(Foto: dpa)
Straßenschäden durch große Hitze
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Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) will verstärkt Autobahnen überwachen. Er habe einen Aktionsplan gegen Hitzeschäden auf den Autobahnen aufgelegt, sagte er der „Passauer Neuen Presse“ vom Freitag. Spezielle Messfahrzeuge würden untersuchen, wo die Gefahr für Blow-ups - aufgeplatzte Straßenabschnitte - am höchsten sei. „Alle Schäden werden umgehend repariert.“

(Foto: dpa)
Klimaanlage fällt aus
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Bei der Bahn fielen Klimaanlagen aus. Die Deutsche Bahn will für die besonders betroffene Linie Berlin-Amsterdam zwei Ersatzzüge bereitstellen. Sie sollen eingesetzt werden, wenn die Luftkühlung in anderen IC auf der Strecke versagt, teilte ein Bahnsprecher mit. Bei etwa einem Dutzend Intercitys auf der Linie Berlin-Amsterdam hatten die Klimaanlagen am Donnerstag ihre Arbeit eingestellt. Insgesamt mehrere Hundert Fahrgäste mussten deshalb in Osnabrück umsteigen und mit anderen Zügen weiterfahren. Manche Intercity-Waggons auf der Strecke sind mehr als 30 Jahre alt.

(Foto: dpa)
Badeunfälle
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Allein in Nordrhein-Westfalen wurden in den vergangenen Tagen vier Tote nach Badeunfällen gezählt, am Donnerstag ein 20-Jähriger an einem See in Leverkusen. In Mecklenburg-Vorpommern bereiten sich die Rettungsschwimmer auf einen großen Ansturm von Badegästen an der Ostseeküste vor. Alle Haupttürme und die wichtigsten Nebentürme seien besetzt, sagte die DLRG-Einsatzleiterin. „Niemand muss in einem unbewachten Strandbereich baden gehen.“

(Foto: dpa)
Hoher Wasserverbrauch
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In einigen Regionen droht Wasserknappheit. Nach einem Versorgungsengpass wegen Hitze und Trockenheit hat der Oldenburgisch-Ostfriesische Wasserverband (OOWV) die Verbraucher aufgefordert, Leitungswasser sparsam zu verwenden. Der Verband bat die Kunden, auf unnötiges Rasensprengen zu verzichten und Wasser in Pools nicht vorschnell auszutauschen.

(Foto: dpa)

Das bekam auch das Nordpolarmeer zu spüren. In der Arktis gab es den Wissenschaftlern zufolge gut 900 000 Quadratkilometer weniger Eis als im Jahrhundertschnitt – ein Minus von 9,5 Prozent. Das ist das wenigste Eis seit 2009, zuvor hatte es aber schon sieben Sommer mit noch weniger Eis um den Nordpol gegeben.

In der Antarktis war der Trend übrigens gegenläufig: Da gab es diesen Sommer etwas mehr Eis als sonst, immerhin 3,8 Prozent mehr als im Mittel des 20. Jahrhunderts. Allerdings waren es gut 360 000 Quadratkilometer weniger als vor einem Jahr.

Auf das Halbjahr betrachtet waren die ersten sechs Monate 0,85 Grad Celsius wärmer als der Schnitt des vergangenen Jahrhunderts. Damit hat dieses Jahr das Jahr 2010 als das mit der heißesten ersten Hälfte seit 1880 abgelöst. An Land wurden 1,34 Grad mehr als im Mittel gemessen, im Wasser 0,67 Grad – beides neue Rekorde.

„In weiten Teilen Deutschlands herrscht extreme Trockenheit“

  • dpa
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