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Kommentar zu den Folgen des Absturzes Die Angst fliegt mit

Sich in ein Flugzeug zu setzen, ist Vertrauenssache. Wir vertrauen darauf, dass der Pilot alles daran setzt, die Maschine sicher ans Ziel zu bringen. Bei Flug 4U 9525 war das nicht so. Unser Vertrauen ist beschädigt.
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Alexander Möthe ist Redakteur im Ressort Agenda.
Der Autor

Alexander Möthe ist Redakteur im Ressort Agenda.

Angst ist irrational. Als Instinkt ist sie für den Menschen überlebenswichtig, macht uns vorsichtig, lässt uns vor Gefahrensituationen fliehen. Logischen Argumenten ist sie kaum zugänglich. Angst ist in unseren Genen so angelegt, dass sie alle anderen Instinkte überlagert.

Flugangst ist eine der irrationalsten Ängste. Flugzeuge werden ständig gewartet, die Crew exzellent ausgebildet. Die Statistik weist die Luftfahrt als eines der sichersten Transportmittel aus. Dennoch kennt gut ein Drittel der Deutschen das Gefühl, dem Flugzeug nicht vertrauen zu können, vom Unwohlsein bis hin zur panischen Angst. Gängigste Erklärung hierfür: die Angst vor dem Fliegen ist die Angst vor Kontrollverlust.

Sich in ein Flugzeug zu setzen, das ist eine Sache von Vertrauen. Von Urvertrauen. Mögliche technische Mängel, Luftlöcher, Wetterphänomene, das alles fliegt unterbewusst mit. Wir vertrauen jedoch darauf, dass der Pilot alles daran setzt, die Maschine sicher ans Ziel zu bringen. Auch in seinem eigenen Interesse.

„Der Pilot will doch selbst leben“, so das Argument, wenn man beim Einsteigen zu dem Teil der Bevölkerung wird, der ein ungutes Gefühl hat. Millionen Menschen legen täglich unter dieser Prämisse die Kontrolle über ihr Leben in die Hände von Piloten. Aber auch Zugführern, Busfahrern oder anderen Verkehrsteilnehmern.

Das, was heute über den Absturz von Flug 4U 9525 bekannt wurde, untergräbt dieses Urvertrauen. Es drängt sich unwillkürlich eine irrationale Frage auf, die aus Angst gespeist wird: Was, wenn der Pilot nicht leben will?

Es gibt zahllose Ratschläge, die gegen Flugangst helfen sollen. Sie alle zielen darauf ab, die Symptome zu bekämpfen, nicht die Ursache. Im Kern geht es darum, dass es die Angst vor etwas Unvorstellbarem ist. Doch das Unvorstellbare ist jetzt sehr real. Und auch, wenn der tägliche Arbeitsweg im Auto viel gefährlicher ist; beim nächsten Flug wird sie da sein, diese Angst. Egal, wie irrational sie sein mag.

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1 Kommentar zu "Kommentar zu den Folgen des Absturzes: Die Angst fliegt mit"

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  • Lieber Herr Möthe, was soll eigentlich Ihre journalistgische Schönrednerei von Gefühlen und Flugängsten. Wir haben es hier zutun mit einem gemeinen hinterhältigen Massenmord, Diese kriminelle Energie ist durch nichts mehr zu überbieten

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