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Korruptionsskandal in Spanien Felipes Schwester steht kurz vor der Anklage

Der Generationswechsel an Spaniens Hof sollte Ruhe bringen – doch ein Skandal bleibt. Die Korruptionsvorwürfe gegen den Schwager des neuen Königs erreichen nun offenbar auch Felipes Schwester Cristina.
23.06.2014 - 12:58 Uhr Kommentieren
Spaniens Infantin Cristina hatte im Februar bestritten, von den Geschäften gewusst zu haben, auf einen Großteil der Fragen aber ausweichend geantwortet. Quelle: AFP

Spaniens Infantin Cristina hatte im Februar bestritten, von den Geschäften gewusst zu haben, auf einen Großteil der Fragen aber ausweichend geantwortet.

(Foto: AFP)

Madrid Kurz nach dem Thronwechsel in Spanien wird das Königshaus womöglich von den Ermittlungen gegen Felipes Schwester Cristina eingeholt. Sie müsse noch in dieser Woche mit einer Anklage rechnen, berichtete die Zeitung „El Mundo“ am Montag. Grund ist der Korruptionsskandal um Cristinas Ehemann Iñaki Urdangarin.

Nach Informationen der Zeitung will Ermittlungsrichter José Castro Cristina gemeinsam mit ihrem Mann auf die Anklagebank setzen - trotz ihrer Beteuerung, sie habe von nichts gewusst. Castro, der Cristina Geldwäsche und Steuerbetrug zur Last legt, werde seine Entscheidung möglicherweise an diesem Mittwoch bekanntgeben, hieß es in Madrid.

Die 49 Jahre alte Tochter des abgetretenen Königs Juan Carlos I. war zusammen mit dem früheren Handballstar Urdangarin (46) Teilhaberin des Unternehmens Aizoon. Nach Ansicht der Ermittler handelte es sich dabei um eine Scheinfirma, um staatliche Gelder aus einer Stiftung abzuzweigen. Die gemeinnützige Nóos-Stiftung wird von Urdangarin geleitet. Er wird unter anderem der Unterschlagung öffentlicher Gelder, Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Dokumentenfälschung bezichtigt.

Bei einem Verhör in Palma de Mallorca hatte Cristina im Februar bestritten, von den Geschäften gewusst zu haben, auf einen Großteil der Fragen aber ausweichend geantwortet. „Faule Ausreden“, meinten viele Kommentatoren. Auch Urdangarin hat die Vorwürfe gegen sich stets zurückgewiesen. Die Staatsanwaltschaft ist dagegen, Cristina anzuklagen. Es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass sie in die illegalen Geschäfte ihres Mannes verwickelt gewesen sei.

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    Spanien schmückt sich für die Krönung
    Spain's King Juan Carlos and his son Crown Prince Felipe attends the signature ceremony of the act of abdication at the Royal Palace in Madrid
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    Für Spanien ist eine neue Epoche angebrochen: König Juan Carlos hat nach fast vier Jahrzehnten auf dem Thron seine Abdankung unterzeichnet. Damit ist ab Donnerstag sein Sohn Felipe neuer König von Spanien. Juan Carlos unterzeichnete am Mittwochabend das Gesetz zu seinem Thronverzicht. Allerdings blieb der 76-Jährige noch bis Mitternacht im Amt. Erst dann tritt das Abdankungsgesetz - mit seiner Veröffentlichung im Amtsblatt - in Kraft. Am Donnerstag soll der 46-jährige Felipe im Parlament feierlich zum neuen König vereidigt werden.

    (Foto: Reuters)
    Spain's King Juan Carlos Queen Sofia Crown Prince Felipe and Princess Letizia attend the signature ceremony of the act of abdication at the Royal Palace in Madrid
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    Der Abdankung im königlichen Palast im Zentrum von Madrid wohnten etwa 160 geladene Gäste bei. Dazu gehörten Noch-Königin Sofía, der künftige König Felipe VI. und seine Frau Letizia (41) sowie andere Mitglieder der königlichen Familie. Auch Spaniens Ministerpräsident Mariano Rajoy, Mitglieder der Regierung und andere führende Repräsentanten staatlicher Institutionen waren dabei.

    (Foto: Reuters)
    King Juan Carlos I Abdication and King Felipe VI Proclamation
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    Als Schauplatz der Zeremonie hatte Juan Carlos den symbolträchtigen Säulensaal des Palasts ausgewählt. Dort hatte Spanien 1985 seinen Beitritt zur Europäischen Gemeinschaft unterzeichnet, wie die Europäische Union damals hieß. Juan Carlos hatte vor gut zwei Wochen überraschend seine Abdankung angekündigt. Damit der Thronverzicht rechtlich wirksam werden konnte, verabschiedete das Parlament im Eilverfahren ein entsprechendes Gesetz.

    (Foto: dpa)
    Tourists walk past a souvenir store with a sign featuring the image of Spain's King Juan Carlos and Crown Prince Felipe in central Madrid
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    Spanien macht sich schick für die Krönung von Felipe. Am Donnerstag übernimmt er die Königswürde von seinem Vater Juan Carlos.

    (Foto: Reuters)
    King Juan Carlos I Abdication and King Felipe VI Proclamation
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    Mit Letizia bekommt Spanien auch eine neue Königin. Die ehemalige Journalistin hat bei ihren zukünftigen Untertanen allerdings eher bescheidene Beliebtheitswerte.

    (Foto: dpa)
    King Juan Carlos I Abdication and King Felipe VI Proclamation
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    Die Statue von König Carlos III. auf der Puerta del Sol in Madrid. Auch die Balkone wurden zu Ehren der Krönung Felipes geschmückt.

    (Foto: dpa)
    King Juan Carlos I Abdication and King Felipe VI Proclamation
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    Auch Tassen mit dem Konterfei von Felipe dürfen in jedem gut sortierten Souvenir-Laden nicht fehlen.

    (Foto: dpa)

    Der Skandal trug unter anderem dazu bei, dass die Popularitätswerte der königlichen Familie in den Keller gesunken sind. Nachdem sein Vater Juan Carlos Mitte voriger Woche offiziell abgedankt hatte, versprach Felipe VI. bei seiner Vereidigung am Donnerstag mehr Bürgernähe und kündigte an, das Königshaus zu erneuern.

    Cristina ist das erste Mitglied der Königsfamilie, das jemals als Beschuldigter in einer Korruptionsaffäre vernommen wurde. An den Feierlichkeiten zum Thronwechsel waren sie und Urdangarin nicht beteiligt. Das Vorgehen der Justiz entspreche den üblichen demokratischen Gepflogenheiten, kommentierte „El Mundo“. Immerhin habe der frühere König Juan Carlos selbst immer wieder versichert: „Vor Gericht sind alle gleich“.

    • dpa
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