Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Kreativ gegen Wucher Brasilianer zahlen mit dem „Surreal“

Seite 2 von 2:
Eine Wohnung für 1500 Euro Miete - pro Tag

Wer im berühmten Strand-Stadtteil Ipanema in diesem Juni und Juli eine Wohnung mieten möchte, wird mindestens 1500 Euro dafür zahlen müssen - pro Tag, versteht sich. Eine Nacht im Drei-Sterne-Hotel liegt bei rund 365 Euro - zweieinhalbmal so teuer wie sonst.

Der FGV zufolge betrifft die „olympische Inflation“ vor allem den Dienstleistungssektor, besonders in den nobleren Vierteln. „Jenseits der touristischen Gebiete können die Verbraucher von Rio günstigere Produkte finden“, sagt der Ökonom Fabio Bentes.

Seit Rio zur Olympia-Stadt gekürt wurde, sind laut einer aktuellen Studie in einigen Stadtvierteln die Ladenmietpreise fast zehnmal stärker gestiegen als die Inflation - ein Argument, dass die Ladenbesitzer gern anführen, um die steigenden Warenpreise zu erklären. Angesichts der Aussicht, dass die Preise wohl bis 2016 nicht sinken werden, finden die Gründerinnen von „Rio Surreal“ einen Boykott angebracht. „Não pague!“ (Bezahlen Sie nicht!) empfiehlt das Motto der Website, auf der täglich neue Kuriositäten gepostet werden.

Eines der Phänomene, die der Wucher erzeugt hat, ist die Verabredung zum „Isoporzinho“, einem Stelldichein mit Selbstverpflegung. Das Wort leitet sich von den Kühlboxen aus Styropor (isopor) ab, mit denen sonst vor allem fliegende Händler Kaltgetränke transportierten. Nun ist der Kühler auch für Brasiliens Mittelschicht cool genug, um sich selbst zu versorgen. Zu einem „Isoporzinho“ kommen rasch auch mal mehrere Tausend Menschen im öffentlichen Raum zusammen.

„Das ist keine politische Geste, auch kein Protest. Wir wollen einfach mit Freunden etwas trinken gehen, ohne ein Vermögen für die Rechnung zu bezahlen“, sagt Guigga Tomaz, der eine Facebook-Seite für die Verabredung zum „Isoporzinho“ eingerichtet hat. Der Seite entsprang auch der Aufruf, eigene Stühle mit an den Strand zu nehmen. Denn auch die Liegestuhl-Miete kostet mittlerweile das Dreifache.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
  • dpa
Startseite
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

0 Kommentare zu "Kreativ gegen Wucher: Brasilianer zahlen mit dem „Surreal“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.