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Mexiko Jahrhundert-Beben fordert 61 Menschenleben

Ein Erdstoß der Stärke 8,2 lässt halb Mexiko erzittern. Viele Gebäude stürzen ein, Städte sind ohne Strom, Dutzende Menschen kommen ums Leben. Allerdings: Es hätte wohl noch weitaus schlimmer kommen können.
09.09.2017 - 09:26 Uhr Kommentieren

Mexiko trauert – Schweres Erdbeben fordert dutzende Todesopfer

Mexiko-Stadt Das Jahrhundert-Erdbeben in Mexiko hat Dutzende Menschen das Leben gekostet und Hunderte obdachlos gemacht. 61 Menschen seien bei dem Beben der Stärke 8,2 getötet worden, sagte Präsident Enrique Peña Nieto am Freitag bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Süden des Landes. Die Regierung ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. „Es war ein zerstörerisches Beben“, sagte Peña Nieto.

In den Bundesstaaten Oaxaca, Chiapas und Tabasco im Süden des Landes stürzten zahlreiche Häuser ein. Die Rettungskräfte suchten den ganzen Tag in den Trümmern nach Verschütteten. „Meine Gebete gelten denen, die ihr Leben verloren haben und ihren Familien“, sagte Papst Franziskus bei einer Messe in Kolumbien.

Die Streitkräfte verlegten rund 1800 Soldaten in die Katastrophenregion. Es wurden Sammelstellen für Lebensmittel und Kleiderspenden eröffnet. „Das Wichtigste ist die Versorgung mit Wasser und Lebensmitteln. Außerdem müssen die Betroffenen medizinisch versorgt werden“, sagte Präsident Peña Nieto bei einem Besuch in Juchitán.

Das Zentrum des Bebens lag im Pazifik, 137 Kilometer südwestlich von Tonalá im Bundesstaat Chiapas in 19 Kilometern Tiefe. Rund 50 Millionen Menschen spürten die heftigen Erdstöße, auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt. Zeitweise waren rund 1,5 Millionen Menschen ohne Strom. Im Zentrum der Hauptstadt schwankte sogar das Unabhängigkeitsdenkmal mit dem goldenen Engel auf der Spitze.

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    Mitten in den Aufräumarbeiten musste sich Mexiko zudem auf Probleme durch „Katia“ vorbereiten. Der Wirbelsturm „Katia“ ist an der Ostküste Mexikos als Hurrikan auf Land getroffen. Dabei schwächte sich der Sturm in der Nacht zum Samstag (Ortszeit) nach Angaben des US-Hurrikanzentrums in Miami zunächst auf Hurrikan-Kategorie eins ab. „Katia“ zog von Tecolutla im Bundesstaat Veracruz weiter landeinwärts in Richtung Westen und verlor weiter an Stärke. Daraufhin wurde „Katia“ als tropischer Wirbelsturm eingestuft, der Spitzen-Windgeschwindigkeiten von 70 Kilometern pro Stunde erreicht. Den Erwartungen der US-Wetterexperten zufolge könnte sich der Wirbelsturm im Laufe des Samstags auflösen.

    Es war das stärkste Beben in Mexiko seit 85 Jahren. Das letzte Mal hatte ein Beben 1932 in dem lateinamerikanischen Land die Stärke 8,2 erreicht. Beim schwächeren aber weitaus verheerenderen Beben im Jahr 1985 waren Tausende Menschen gestorben. Weil das Epizentrum der Erschütterung weiter von Mexiko-Stadt entfernt war als 1985, blieb die Mega-Metropole diesmal weitgehend verschont.

    „Mein Haus hat sich hin und her bewegt wie eine Hängematte und ich habe befürchtet, dass es zusammenbricht“, sagte der 85-jährige Juan Martínez Ramos in San Cristóbal in Chiapas. „Ich hatte Angst, dass ich an einem Herzinfarkt sterben könnte.“

    Am stärksten wurde die Stadt Juchitán im Bundesstaat Oaxaca getroffen. Allein dort kamen 36 Menschen ums Leben. Das Rathaus fiel vollkommen in sich zusammen. Ein Mann zog die mexikanische Flagge aus dem Schutt, knüpfte sie an eine Stange und pflanzte sie auf den Trümmerberg. Innenminister Miguel Ángel Osorio Chong teilte das bewegende Video bei Twitter und schrieb dazu: „In den schwierigsten Momenten zeigen sich Mexiko und die Mexikaner von ihrer besten Seite.“

    In elf Bundesstaaten fiel am Freitag die Schule aus. Experten untersuchten die Gebäude auf mögliche Schäden. Wegen der Tsunami-Gefahr wurden an den Küsten von Oaxaca und Chiapas rund 8000 Menschen in Notunterkünfte gebracht.

    Mexiko befindet sich in einer der weltweit aktivsten Erdbebenzonen. Der Großteil der Landmasse liegt auf der sich westwärts bewegenden nordamerikanischen Erdplatte. Unter diese schiebt sich die langsam nach Nordosten wandernde Cocosplatte. Der Boden des Pazifischen Ozeans taucht so unter die mexikanische Landmasse ab. Das führt immer wieder zu Erschütterungen an der Südküste Mexikos.

    • dpa
    • rtr
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