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Missbrauchsprozess Sicherungsverwahrung für Detlef S.

Nach dem sexuellen Missbrauch seiner Kinder in 160 Fällen kommt Detlef S. womöglich nie mehr auf freien Fuß. Das Landgericht Koblenz verurteilte ihn zu vierzehneinhalb Jahren Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung.
22.03.2011 - 13:05 Uhr Kommentieren
Detlef S. kommt womöglich nie mehr auf freien Fuß. Quelle: dpa

Detlef S. kommt womöglich nie mehr auf freien Fuß.

(Foto: dpa)

Koblenz Der 48-jährige hatte zugegeben, seine heute 18-jährige Tochter, eine 27 Jahre alte Stieftochter und deren Zwillingsbruder missbraucht zu haben. Beide Töchter verkaufte er zudem für Sex an Männer. Mit der Stieftochter zeugte er sieben Kinder. Mit dem Urteil entsprach das Gericht der Forderung von Staatsanwalt und Nebenklägern.

Bis Dienstag hatte der Angeklagte nur die Übergriffe auf seine Tochter eingeräumt und zugegeben, sieben Kinder mit seiner Stieftochter gezeugt zu haben. Die Staatsanwaltschaft bezeichnete das Geständnis als ein „taktisches Vorgehen“ des Mannes. Er zeige keine wirkliche Reue. An der rechtlichen Bewertung habe sich durch das Geständnis nichts geändert. Staatsanwalt und Nebenklage hatten in der Vorwoche 14 Jahre und sechs Monate Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung für den Angeklagten gefordert.

Dass der 48-Jährige voll schuldfähig ist, hatte ein Gutachter bereits zuvor attestiert und auf das antisoziale und manipulierende Verhalten des Angeklagten hingewiesen.

Ursprünglich hatte sich Detlef S. wegen 350 Straftaten zwischen 1987 und 2010 verantworten müssen. Diese Zahl wurde zwar auf rund 160 Fälle von sexuellem Missbrauch und Vergewaltigung sowie Beihilfe zu diesen Taten reduziert - laut Staatsanwaltschaft ist das aber nur die Spitze des Eisbergs. Auch von schweren Misshandlungen war die Rede.

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    Die Verteidigung hatte auf neuneinhalb Jahre Gefängnis plädiert. Die Kinder des Mannes traten im Prozess als Nebenkläger auf.

    Der 48-Jährige hatte zunächst nur die Übergriffe auf seine leibliche Tochter und die Vaterschaft für die Kinder seiner Stieftochter gestanden. Medien nannten den Mann in Anlehnung an den österreichischen Kriminalfall den „deutschen Fritzl“. Ein Brief der Tochter brachte im August 2010 die Ermittlungen ins Rollen.

    • dpa
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