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Mit dem Hammer im Wutraum Zuflucht für gestresste Manager

Hemmungslos den Ärger rauslassen: Ein Wutraum macht's möglich. Wer hier ein komplett eingerichtetes Zimmer bucht, darf alles darin kurz und klein schlagen. Harmloser Spaß oder ein Einfallstor für Gewalt?
12.04.2015 - 17:13 Uhr Kommentieren
Hier lässt sich ordentlich was zertrümmern. Quelle: dpa
Wutraum München

Hier lässt sich ordentlich was zertrümmern.

(Foto: dpa)

München Ein schmuckloses Hinterhofgebäude im Münchner Westen. Darin ein Büroraum. Grau, ungemütlich, spartanisch. Wohlfühlen soll sich hier niemand - das karge Zimmer ist ein Wutraum. Die Aufgabe: alles in 30 Minuten kurz und klein schlagen. Die Mittel: Baseball-Schläger und ein Vorschlaghammer. Das Ziel: Stressabbau, Entspannung und Spaß - behauptet der Veranstalter. Das Gefühl: durchwachsen und neugierig. „Sie kommen auf jeden Fall mit einem lachenden Gesicht raus, mit einem Glücksgefühl“, verspricht Hartmut Mersch, der den Wutraum Anfang März eröffnet hat.

1. Die Hemmschwelle

Wer gelernt hat, Gefühle im Zaum zu halten, macht nichts mutwillig kaputt. Nicht Computer, Telefone und Fernseher. Auch Tassen, Regale und Sofas schlägt man eigentlich nicht kurz und klein, weil man gerade Lust dazu hat. Der Baseballschläger liegt schwer in der Hand. „Die Hemmschwelle fällt nach ein paar Schlägen“, erklärt Mersch.

Die zehn merkwürdigsten Angstmacher
Clinophobie: Angst, ins Bett zu gehen
1 von 10

Wird es Abend, ergreift die Müdigkeit den Körper und die Clinophobiker beginnen zu zittern. Nicht aus müdigkeitsbedingter Schwäche. Sondern aus Angst davor, ins Bett zu gehen. Tag für Tag kämpfen sie dagegen. Für die meisten ist es der kuscheligste Moment des Tages. Für Menschen mit Clinophobie ist es eine grausame Vorstellung. Kinder glauben, ein Monster unter ihrem Bett zu haben. Erwachsene haben Angst davor, nie wieder aufzuwachen.

Quellen: Andrea Ege, Journalistin und PR-Expertin in „Die ganze Welt von 1 bis 10“/ zehn.de

(Foto: dpa)
Alliumphobie: Angst vor Knoblauch
2 von 10

So vergrault man nicht nur Vampire: Es ist unangenehm, mit jemandem zu reden, der aus dem Mund nach Knoblauch riecht. Doch noch unangenehmer ist es, wenn man sich allein vor der Knoblauchknolle fürchtet. Mit dem Anblick und dem Geruch – egal, ob aus dem Mund oder woher dieser sonst gerade kommt – kommen diese Menschen einfach nicht klar. Nicht selten graust es Alliumphobikern nicht nur vor Knoblauch, auch ganz normalen Zwiebeln gehen sie mehr als gerne aus dem Weg.

(Foto: Imago)
Chaetophobie: Angst vor Haaren
3 von 10

100.000 bis 150.000 Haare schmücken – mehr oder weniger – die Menschen. Täglich verlieren sie davon rund 60 bis 100 Stück. Jedes einzelne, egal an welchem Körperteil oder wo auf dem Boden liegend, versetzt Chaetophobiker in Panik. Friseursalons sind für sie ein moderner Auswuchs der Hölle. Jeder Schopf auf jedem Kopf ein monströses Ödem. Kahlköpfe haben sie deshalb am liebsten.

(Foto: dpa)
Ouranophobie: Angst vor dem Himmel
4 von 10

Der Horizont der von Ouranophobie geplagten Menschen beschränkt sich auf den Asphalt unter den Füßen. Draußen nach oben schauen geht gar nicht. Denn der Himmel ist angsteinflößend. Und versetzt sie in panische Angst. Jeder Innenraum erscheint wie ein Paradies – am liebsten ohne Fenster.

(Foto: dpa)
Apotemnophobie: Angst vor Personen mit Amputationen
5 von 10

Es ist furchtbar für Menschen, wird ihnen ein Körperteil amputiert. Genauso schlimm empfinden es Apotemnophobiker. Sie ertragen den Anblick eines nicht kompletten Körpers nicht. Ganz gleich wie lieb, nett und attraktiv ihr Gegenüber trotz des Handicaps ist. Meist sind sich diese Phobiker durchaus bewusst, dass von einer Person mit Amputation keine Gefahr aus geht. Nichtsdestotrotz sitzt ihnen die Angst vor ihnen im Nacken. Gleichzeitig graust es Apotemnophobikern natürlich – wie den meisten anderen Menschen – vor der Entfernung eines Körperteils.

(Foto: Reuters)
Geniophobie: Angst vor dem Kinn
6 von 10

Je kleiner das Kinn eines Menschen ist, desto besser besser ist es für Geniophobiker. Menschen mit Doppelkinn? Der absolute Schreck. Während Studien ergaben, dass Frauen Männer attraktiver finden, je kantiger ihr Kinn ist, tendieren weibliche Geniophobiker eher ins Gegenteil. Oder verlieben sich in Männer mit Vollbart.

(Foto: dpa)
Aulophobie: Angst vor Flöten
7 von 10

Ein harmloses Instrument, dennoch jagt es einigen Menschen Angst und Schrecken ein: die Flöte. Aulophobiker wollen keine Flöte sehen und reagieren mit Angstschweiss auf den ersten Ton. Der Höhepunkt wäre wahrscheinlich erreicht, wenn sie es nicht nur sehen und hören, sondern auch noch berühren müssten. Sicher erinnert sich der eine oder andere auch mit Panik an den früheren Flötenunterricht.

(Foto: Imago)

Also durchatmen, ausholen und Bäng! Eine Tasse zersplittert. Bäng! Der zweite Becher in Scherben. Die Schläge auf die Computertastatur sind schon sicherer. Schwarze Tastenteile wirbeln durch die Luft, wenig später hat der Schreibtisch eine Delle.

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    Das macht Spaß - und doch wieder nicht. „Die Hemmschwelle bedeutet, dass man soziale Kompetenzen hat, dass man gelernt hat, Sachen wertzuschätzen“, sagt der Lübecker Psychologe Laszlo A. Pota. „Eine Überwindung und Zerstörung von Sachen, die andere geschaffen haben, ist eine Grenzüberschreitung sich selbst, aber auch anderen gegenüber.“

    2. Die Möbel

    Trotzdem weiter - wer will schon aufgeben? Mit einem ohrenbetäubenden Rumms saust der Hammer auf den Schreibtisch, immer wieder. Das Holz splittert, es ächzt und kracht, bis das schwarze Möbelstück zusammenbricht. Der Hammer wiegt schwer, in den Armen zieht es schon ein bisschen. Und da ist ein Gedanke: Sicher gibt es Menschen, die sich über die ausrangierten Möbel freuen würden, die vor allem aus Wohnungsauflösungen stammen.

    Doch Martina Kreis von der Inneren Mission München beruhigt: „Es herrscht ein unglaubliches Angebot“, sagt die Leiterin der Gesellschaft Diakonia Secondhand in München. „Eiche rustikal kann ruhig zerschlagen werden, das bringen wir auch zur Entsorgung.“ Alten Trödel braucht keiner mehr. „Auch Menschen mit kleinem Geldbeutel sollten sich bei uns ein Möbelstück kaufen können, das wirklich schön ist.“

    Allerdings: Da sind diese Sammeltassen. Kitschig. Aber vielleicht Lieblingsstücke eines alten Ehepaares, das daraus immer seinen Morgenkaffee trank? Und die nun, nachdem beide tot sind, als Ramsch der Zerstörung preisgegeben sind. Respekt oder übertriebene Sentimentalität?

    „Gewalt ist immer ein Zeichen von Hilflosigkeit“
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