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Nach Jahrhundertregen Berlin räumt auf

In weiten Teilen Deutschland überflutete starker Regen Straßen und Keller. In Berlin ist von einem Jahrhundertregen die Rede. Was die Regenfälle angerichtet haben, wird nach und nach sichtbar.
30.06.2017 Update: 30.06.2017 - 19:32 Uhr Kommentieren

Land unter in Berlin – so haben Sie die Hauptstadt noch nie gesehen

Berlin Nach den sintflutartigen Regenfällen in Nord- und Ostdeutschland hat sich die Lage am Freitag leicht entspannt. Die Berliner Feuerwehr hob am Nachmittag den Ausnahmezustand auf, die Auswirkungen des Unwetters waren aber noch deutlich spürbar. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnete für das Wochenende in vielen Regionen weiter mit Dauerregen. Die Intensität der Niederschläge lasse aber nach, hieß es.

In Berlin ebbte der Jahrhundertregen etwas ab. Alle U-Bahnen fuhren am Nachmittag wieder, viele Keller waren ausgepumpt. Doch die Schäden durch Tief „Rasmus“ waren noch nicht errechnet. Nach Angaben der Berliner Wasserbetriebe fielen seit Donnerstagmittag in Spandau 153 Liter Regen pro Quadratmeter, in Wilmersdorf 150 Liter, wie Sprecher Stephan Natz sagte. „Durchschnittlich für Berlin sind rund 580 Liter im Jahr. Es ist also die Menge eines Vierteljahres innerhalb von 18 Stunden gefallen.“ Solche Ereignisse wiederholten sich statistisch gesehen nur alle 100 Jahre.

Die heftigen Regenfälle hatten das Kanalsystem überfordert. „Es ist zu massiven Überläufen gekommen“, sagte Natz. Weder Klärwerke noch unterirdische Speicher hätten die Wassermassen aufnehmen können, Schmutzwasser sei in Berliner Gewässer gelaufen. Das Landesamt für Gesundheit riet vom Schwimmen in Berliner Badeseen ab. Da ungeklärte Abwässer in die Gewässer gelaufen seien, drohe eine erhöhte Belastung mit Krankheitserregern.

Die Feuerwehr rückte bis Freitagmittag mit 1400 Helfern zu rund 1750 Einsätzen aus. Am Flughafen Tegel lief der Betrieb seit dem frühen Freitagmorgen wieder normal. In der Nacht hatten dort noch rund 180 gestrandete Fluggäste übernachtet. Die Wetterstation Tegel registrierte nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes die höchste Regenmenge in Berlin: 197 Liter. Übetroffen wurde der Wert noch von Oranienburg - dort maß der Wetterdienst Meteogroup „sagenhafte“ 260,6 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden.

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    In Mecklenburg-Vorpommern setzte der Starkregen der Open-Air-Szene zu. Einige Vorstellungen wurden am Donnerstagabend abgebrochen, etwa die Premiere der Schlossinselfestspiele Wolgast. Der Starkregen habe Technik und Schauspieler gefährdet, sagte eine Sprecherin.Größere Schäden meldete die Polizei aber nicht.

    Allerdings brachte der Regen die Seen der Region an ihre Grenzen. Der Schweriner See, der Tollensesee sowie die Mecklenburger Oberseen wie Müritz, Kölpinsee, Fleesensee und Plauer See erreichten ihre oberen Stauziele fast, wie Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte.

    Ausnahmezustand in der Hauptstadt bleibt in Kraft
    Land unter in Berlin
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    Auch in der Nacht hat der starke Regen Teile Deutschlands weiter in Atem gehalten. Vor allem in Berlin schüttete es über Nacht stundenlang weiter.

    (Foto: Reuters)
    Berliner Feuerwehr
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    Kein Ende in Sicht: Auch am Freitagmorgen war die Berliner Feuerwehr weiter im gesamten Stadtgebiet unterwegs, um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen abzupumpen. Der Ausnahmezustand wurde am Morgen über 8.00 Uhr hinaus verlängert. Mit mehr als 600 Berufsfeuerwehrleuten kämpften die Einsatzkräfte am Morgen noch gegen die Wassermassen.

    (Foto: Reuters)
    Regenspaziergang
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    Zumindest was den Verkehr anging, beruhigte sich die Lage in der Hauptstadt aber etwas. Auf der A100 waren nach mehreren nächtlichen Sperrungen am Morgen keine weiteren Störungen bekannt, wie die Polizei mitteilte. Viele Berliner blieb trotzdem nichts anderes übrig als durch die überfluteten Straßen zu waten.

    (Foto: Reuters)
    Unwetter in Berlin
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    Die parkenden Autos der Berliner blieben nicht vom Unwetter verschont: Im Gleim-Tunnel in Berlin sind einige Fahrzeuge in- und übereinander geschoben worden.

    (Foto: dpa)
    Überflutete Stationen
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    Der S-Bahn-Verkehr war ohne Probleme angelaufen. Nur manche U-Bahn-Linien waren wegen Wassereinbruch in Stationen weiter unterbrochen.

    (Foto: Reuters)
    Flughafen Tegel
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    Hier läuft der Verkehr wieder an: Am Flughafen Tegel erwartete ein Sprecher am Morgen keine größeren Unterbrechungen mehr – im Gegensatz zum Vortag. Viele Maschinen konnten gestern nur eingeschränkt starten oder landen, es gab Verspätungen. Etwa 180 Menschen mussten die Nacht auf dem Flughafen verbringen. Der Flughafen Schönefeld war kaum betroffen.

    (Foto: dpa)
    Charlottenburg
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    Eine Frau versucht sich mit dem Regenschirm im Stadtteil Charlottenburg vor dem starken Regen zu schützen.

    (Foto: dpa)

    An den Flüssen gab es zunächst keinen Grund zur Beunruhigung. Die Lage an der Elbe sei unkritisch, ein Hochwasser sei nicht zu erwarten. Die Pegel der übrigen Fließgewässer wiesen steigende Tendenz auf. Allerdings rechnete Backhaus aufgrund der Vorhersagen von Meteorologen landesweit mit einer Verschärfung der Lage. Der Regen sollte noch bis in die Nacht zu Samstag anhalten.

    Auch in Niedersachsen und Bremen mussten Einsatzkräfte vollgelaufene Keller und Firmengebäude leerpumpen, größere Schäden entstanden jedoch nicht. In Hannover rückte die Feuerwehr bis zum späten Donnerstagabend etwa 175 Mal aus. In Bremen stürzte ein Baum auf ein parkendes Auto, verletzt wurde aber niemand.

    Heftig erwischte es im Kreis Oldenburg auch die Gemeinden Wildeshausen und Sandkrug (Hatten). Rund 50 Mal rückte dort die Feuerwehr aus. Neben nassen Kellern und überfluteten Straßen stürzte das Dach einer Autowaschanlage unter den Wassermassen ein.

    Für diese Schäden zahlt die Versicherung
    Immobilien
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    Unwetterschäden an Häusern oder Wohnungen übernehmen Gebäudeversicherungen standardmäßig oft nur teilweise. Immobilienbesitzer sollten daher dringend ihre genaue Vertragsbedingungen kennen...

    (Foto: dpa)
    Blitz- und Hagelschäden werden übernommen
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    Unwetterschäden übernehmen Gebäudeversicherungen standardmäßig oft nur teilweise. Typische Wohngebäudeversicherungen decken in der Regel Sturm- und Hagelschäden sowie Blitzeinschläge ab.

    (Foto: dpa)
    Nicht jede Versicherung zahlt für Überschwemmungen
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    Schäden durch Überschwemmungen aber tragen sie nur, wenn ergänzend auch eine Elementarschadenversicherung vereinbart wurde

    (Foto: dpa)
    Elementarschadenversicherung empfohlen
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    Elementarschadensoptionen werden heute beim Abschluss einer neuen Wohngebäudeversicherung meistens automatisch mit angeboten, können von den Kunden aber abgewählt werden. Bei alten Verträgen fehlt dagegen oftmals ein Versicherungsschutz gegen Erdrutsche, sehr starken Schneefall oder die Sturzfluten aus überlaufenden Bächen und Gullys.

    (Foto: dpa)
    Hausrat
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    Auch bei der Versicherung der Wohnungseinrichtung ist die Lage ähnlich. Die normalen Hausratsversicherungen treten zwar für Folgeschäden durch Sturm und Hagel ein, außerdem greifen sie bei Wasserschäden durch geplatzte Leitungen.

    (Foto: obs)
    Überflutungsschäden sind nicht berücksichtigt
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    Schäden durch Überflutungen von außen decken sie aber nicht automatisch ab. Für solche Fälle muss eine zusätzliche Elementarschadensabdeckungsoption vereinbart werden, die ergänzend greift.

    (Foto: dpa)
    Autoschäden
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    Bei Schäden an geparkten oder stehenden Autos greift die Teilkaskoversicherung. Das gilt etwa für Beulen, die durch umstürzende Bäume oder Hagelschlag entstehen. Auch bei plötzlichen Überschwemmungen etwa in Tiefgaragen übernimmt sie die Schäden.

    (Foto: dpa)
    • dpa
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