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Nachwuchs-Hacker Kinderleicht Programmieren lernen

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Coding-Euphorie muss wachsen

„Codieren zeigt dir, wie unsere Gesellschaft funktioniert“

Malou Weiße, 26 und Medienpädagogin, betreut die Jungen und Mädchen an den Stationen in der Krefelder Mediothek. Sie findet: „Coden steckt in so vielen Tätigkeiten und Prozessen in unserer Gesellschaft drin, es ist nicht ein Fachgebiet. Ich glaube, für Kinder ist es heutzutage wichtig, mit Informatik, Technik und Coden in Berührung zu kommen, um die Gesellschaft zu verstehen und um zu verstehen, was möglich ist.“ Wenn es ein Problem gebe, müsse man das nicht immer direkt den Informatikern überlassen. Selbst junge Leute seien in der Lage dazu, Probleme in kleine Teile zu zerlegen, um nach einer Lösung zu suchen.

Neben Coding Schulen gibt es einige Initiativen wie „Jugend hackt“, die bundesweit vom Auswärtigen Amt und speziell in NRW vom Familienministerium gefördert wird, oder „App Camps“, die Schülern Programmiergrundlagen vermittelt und Lehrern Unterrichtsmaterialien kostenlos zusammenstellt. Ab Herbst können junge Erwachsene sogar Software Engineering an der von Internet-Unternehmer Thomas Bachem gegründeten „Code University“ in Berlin studieren. Die Website verspricht den zukünftigen Studierenden, dass sie – die „Architekten der digitalen Welt“ – Probleme mit Programmiersprachen und Software lösen werden.

In der Mediothek gilt es, noch nicht die Probleme der Welt zu lösen, sondern erst einmal ein kleines Problem in Teile zu zerlegen. Simon sitzt an einem Laptop und soll dem kleinen Roboter „Lightbot“ den Weg weisen. Es sieht aus wie ein lustiges Computerspiel – dahinter steckt aber eine vereinfachte Programmiersprache. Er kann ihm sagen: einen Schritt geradeauslaufen, rechts drehen, links drehen, hüpfen oder Licht einschalten. In jedem Level muss Lightbot alle Lichter anmachen. „Laufen, jump, Licht, laufen, rechts, laufen, Licht“, sagt er vor sich, während er die Befehle auf dem Bildschirm anklickt. Malou erklärt: „Wir lehren bewusst keine Programmiersprachen. Die Kinder sollen das einfach mal ausprobieren. Wir wollen zeigen, dass logisches Denken wichtig ist, um zu verstehen, wie der Prozess funktioniert.“ Diesen Prozess hat der 13-Jährige spätestens nach Level 2.3 verstanden. Er muss ein Extra-Kästchen programmieren, eine sogenannte Prozedur, die er in den eigentlichen Befehl mit „P1“ einfügen kann. „Ah, das ist ja einfach, dann kann ich einfach eine Schleife bauen“, ruft er. Malou, die ihm über die Schulter schaut, lächelt. Ihren Tipp, den die anderen Schüler in diesem Level brauchen, behält sie für sich.

Neben Simon sitzt Justus, der fast genauso schnell die Aufgaben löst wie er. Justus – 1,77 Meter groß – geht in die siebte Klasse. Er langweile sich ein bisschen, sagt er, „vor allem in Mathe und den Naturwissenschaften.“ Mit seinen Eltern und seiner Klassenlehrerin hat er jetzt ausgemacht, dass er im nächsten Schuljahr ein paar Stunden die Woche Zeit bekommt: Er wird dann JavaScript lernen, eine Programmiersprache.

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    Doch damit sind Justus und seine Eltern eine Ausnahme. Viele lehnen den frühen und intensiven Kontakt mit dem Programmieren im Unterricht ab. Je länger sie bildschirmfrei aufwachsen, desto besser, sind einige der Meinung – wie auch Kunstpädagoge Rolf Lankau. Er behauptet: „Kein Mensch lernt digital.“ Und er sieht im digitalen Lernen eher ein Geschäftsmodell als richtigen Unterricht. Vor der Mittelstufe brauche man weder PC noch Tablet, noch Smartphone, noch Netzzugang. Laut Hirnforscher Manfred Spitzer werden die Kinder sogar zunehmend lernunfähig und können schlechter aufpassen, wenn sie zu viel Zeit am PC verbringen. Selbst der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Josef Kraus, glaubt nicht an die Digitalisierung des Unterrichts. „In Grundschulen hat ein Computer nichts zu suchen“, sagte er der WirtschaftsWoche. Außerdem gebe es keine einzige Studie, die belege, dass das Lernen mit digitalen Medien irgendeinen Vorteil bringe.

    Roboter aus Spülbürsten
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