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Nepal Mindestens 40 Tote bei schweren Nachbeben

17 Tage nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal haben weitere Beben den Himalaya-Staat erschüttert. Eines hatte die Stärke 7,4 – fast so heftig wie vor drei Wochen. Mindestens 40 Menschen wurden getötet.
Update: 12.05.2015 - 18:25 Uhr Kommentieren

Erdbeben-Opfer: „Alle sind verängstigt“

Kathmandu Ein gewaltiges Nachbeben hat zweieinhalb Wochen nach dem verheerenden Erdbeben in Nepal den Himalaya erschüttert. Mindestens 70 Menschen kamen durch Erdrutsche, einstürzende Häuser und herabfallende Trümmer ums Leben. Allein in Nepal gab es offiziellen Angaben zufolge weit mehr als 1200 Verletzte. Die am schwersten getroffenen Distrike Dolakha und Sindhupalchowk östlich von Kathmandu seien völlig verwüstet, sagte ein Sprecher des Innenministeriums am Dienstag. Das Geoforschungszentrum in Potsdam warnt, es könne auch weiter westlich noch Nachbeben geben.

In Nepal starben nach offiziellen Angaben 52 Menschen bei dem Nachbeben. In Indien kamen mindestens 17 Menschen ums Leben und in China eine Frau. Die Zahl könne aber weiter steigen, wenn Berichte aus den entlegenen Gebieten einträfen, sagte Laxmi Dhakal vom Innenministerium. Dort seien ganze Siedlungen von Erdrutschen verschüttet worden. Der einzige internationale Flughafen Nepals wurde erneut vorübergehend stillgelegt.

Die US-amerikanische Geologiebehörde USGS gab die Stärke des neuen Bebens mit 7,3 an, mit dem Epizentrum 76 Kilometer östlich von Kathmandu. Das Deutsche Geoforschungszentrums in Potsdam (GFZ) spach von 7,2. Beim Beben vor zweieinhalb Wochen war eine Stärke von 7,8 gemessen worden. Seitdem wurden mehr als 8000 Tote geborgen.

Während die Erde mehr als 40 Sekunden lang zitterte, rannten die Nepalesen an zahlreichen Orten nach draußen. „Die Menschen waren alle total verängstigt und schrien“, sagt Sunjuli Singh, die für die Hilfsorganisation World Vision in Kathmandu arbeitet. „Sie versammelten sich in der Mitte der Straßen, möglichst weit weg von den Wänden, aus Angst, diese würden einstürzen.“ Zahlreiche Gebäude - durch das verheerende Beben vor 17 Tagen schon instabil geworden - stürzten ein.

Im Abstand von wenigen Minuten folgten am Dienstag weitere, schwächere Beben. Manche Menschen waren in Panik, andere lagen sich in den Armen. „Wir sind alle aus unseren Büros gerannt. Manche Menschen haben geweint. Das Nachbargebäude hat frische Risse“, sagte Ely Shrestha in Kathmandu.

Die Menschen begannen erneut damit, Zelte auf öffentlichen Plätzen und in ihren Gärten aufzubauen - dabei hatten sie diese oft erst vor wenigen Tagen abgebaut und waren in ihre Häuser zurückgekehrt. Die Menschen benötigten dringend mehr Planen, sagte Bauingenieur Guido Krauss, der für die Hilfsorganisation Help in Nepal die Aufbauarbeiten koordiniert. „In ein paar Wochen beginnt die Monsunzeit“, sagte Krauss der Deutschen Presse-Agentur. Auch Nahrungsmittel, Medikamente und Werkzeuge würden benötigt.

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