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Neue Vorwürfe Wurde Strauss-Kahn Opfer einer Intrige?

Neue Recherchen legen nahe, dass Strauss-Kahn Opfer eines Komplotts geworden ist, als er wegen der Vergewaltigung eines Zimmermädchens verhaftet wurde. Frankreichs Regierung dementiert, doch die Indizien sind brisant.
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Dominique Strauss-Kahn wurde von Nafissatou Diallo der Vergewaltigung beschuldigt. Quelle: AFP

Dominique Strauss-Kahn wurde von Nafissatou Diallo der Vergewaltigung beschuldigt.

(Foto: AFP)

Paris/New York/DüsseldorfEin Artikel, der eine Reihe von Ungereimtheiten im Fall DSK aufdeckt, heftige Dementis der französischen Regierung und die Ankündigung des amerikanischen Investigativ-Journalisten Edward Jay Epstein, vielleicht schon am Dienstag ein Beweis-Video zu veröffentlichen, haben die Gerüchte um eine politische Verschwörung gegen den Ex-IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn neu aufflammen lassen.

Offenbar so intensiv, dass sich die französische Regierung zu öffentlichen Stellungnahmen gezwungen sah. Innenminister Claude Guéant nannte die Vorwürfe am Sonntag im Fernsehen  „pure Fantasie“; Jean-François Copé, der Chef der UMP-Partei von Präsident Nicolas Sarkozy, bezeichnete sie als „lächerlich“. Anhänger von Strauss-Kahn haben die französischen Behörden dagegen zur Untersuchung neuer Vorwürfe gegen die Regierungspartei UMP aufgefordert.

Anlass ist ein Artikel im „New York Review of Books“ vom Wochenende, in dem der US-Journalist Edward Epstein Details zur Zimmermädchen-Affäre veröffentlicht hatte. Die Affäre hatte Strauss-Kahn zum Rücktritt als IWF-Chef gezwungen und das Ende seiner Präsidentschaftsambitionen in Frankreich bedeutet.

In seinem Artikel im „New York Review of Books" berichtet Epstein, eine Freundin Strauss-Kahns, die kurzzeitig bei Sarkozys UMP gearbeitet habe, habe den damaligen IWF-Chef noch am Morgen seiner Festnahme davor gewarnt, dass sein Handy gehackt worden sein könnte, da eine seiner privaten SMS bei der UMP aufgetaucht sei. Laut Epstein ist Strauss-Kahns BlackBerry bis heute nicht wieder aufgetaucht.

Außerdem hat die Hotelangestellte, die ihn der Vergewaltigung beschuldigte, laut dem Bericht kurz vor und nach dem sexuellen Kontakt mit Strauss-Kahn mehrfach ein neben dessen Suite gelegene weitere VIP-Suite aufgesucht. Ihre Vorgesetzte, die sie später auf dem Gang getroffen habe, habe sie erst nach einem erneuten Besuch in diesem Raum alarmiert.

Das Hotel Sofitel weigert sich, die Identität des möglichen Gastes in der Nachbarsuite von DSK preiszugeben. Auch ist laut Epstein ungeklärt, warum die Hotelangestellte das Zimmer von DSK überhaupt betreten hatte. Normalerweise beginnt das Personal nicht damit, die Zimmer zu säubern, wenn noch ein Gast vor Ort ist.

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17 Kommentare zu "Neue Vorwürfe: Wurde Strauss-Kahn Opfer einer Intrige?"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • @ eli und stubi

    Seid Ihr beide von der Boulevard-Presse geschickt, um von den Hintergründen abzulenken? Immerhin hattet Ihr sechs Auftritte mit dem gleichen Geschwafel.

  • @ eli, Ihre Empörung scheint mir gespielt zu sein.
    Wenn Sie den Artikel und die Kommentare gelesen hätten,
    würden Sie sich mehr Gedanken über das Komplott machen.
    Vielleicht hat ihm die Verhaftung das Leben gerettet, es gibt viele Möglichkeiten, jemand aus dem Verkehr zu ziehen, wenn es um hunderte von Milliarden oder um ein Präsidentenamt geht.

  • Wenn man seinen Schwan. nicht unter Kontrolle hat, selbst schuld. Traurig, dass diese unmoralischen Ungestüme im IWF sitzen.

  • Mhm, es hatte mich sowieso gewundert, dass DSK gleich nach der Tat so ins Scheinwerferlicht gezerrt wurde. Im Wildweststaat USA sollte zwar auch gelten, dass das Recht im Zweifel für den Angeklagten auszulegen ist, aber wenn die Ober-Schuldenmacher Super-Sarko und Barack einen von der Spitze des IWF und von einer möglichen Regierung weg haben wollen. Bin mal gespannt....

  • @ Stubi
    # Ist es normal fuer einen verheirateten Mann in sehr gehobener oeffentlicher Posititon, wilden Sex mit dem Hotelpersonal zu haben? Wohl kaum. Ist der Taeter Opfer einer Intrige? Da musste der Taeter schon mitspielen, um in diese Opferrolle gedraengt zu werden. #

    Stubi scheint ja stubenrein zu sein und empört sich zu Recht über DSK's Verhalten. In dem Artikel steht aber nichts über wilden Sex mit dem Personal. Es war eher wie mit Monica Lewinsky.
    In dem zitierten Video ist von Freudentänzen des Personals die Rede, dass es gelungen ist, DSK auftragsgemäß hereinzulegen. Ich meine mich zu erinnern, dass das weibliche „Opfer“ unter dem Verdacht stand, Prostituierte gewesen zu sein.

    Schade für uns Deutsche, dass DSK sich nicht beherrschen konnte, das hätte uns Milliarden von Rettungsschirm-Euros erspart. Und die Fiskal-Diktatur unseres Dr. jur. Mabuse, alias Schäuble.

  • HB-ZITAT aus "Planspiele für den schlimmsten Fall..."

    @ Euyonimus: "Aktueller Stand im "Planspiel":
    Nach Informationen von Reuters aus Finanzkreisen will Griechenland direkt mit seinen privaten Gläubigern verhandeln. Es werden offenbar Erleichterungen von bis zu 75% angestrebt.
    Bislang sind die Banken nur bereit, einen Schuldenschnitt von etwas mehr als 50% zu akzeptieren.
    Marktteilnehmer rechnen mit einer recht hohen Annahmequote, da es nicht viele Alternativen gebe."

    Endlich kommt Bewegung in die verkorkste Situation: Endlich verhandeln die beiden allein Verantwortlichen, die Kreditgeber und die Kreditnehmer in Athen über die Lösung ihres Problems, ohne die Regierungen und Steuerzahler anderer Ländern hineinzuziehen.

    In Fachkreisen nennt man das einen BRADY-PLAN. Einen solchen hat übrigens bereits im Jan. 2011 der IWF in Athen dem Papandreou vorgeschlagen, der den Plan unter dem Titel "Reprofiling" akzeptiert hat. Aber dann kam es hinter den Kulissen zum Komplott aller Griech-Gläubiger gegen diesen Plan, sowohl privater (Ackermann, Sarkozy, Blankfein) als auch staatlicher (Schäuble) Gläubiger.
    Die wollten lieber wieder die Volkswirtschaften mit ihren Bürgern bezahlen lassen, mit dem "Euro-Rettungsschirm-Trick".

    Rein zufällig war im Januar der damalige IWF-Chef Strauss-Kahn persönlich in Athen, der sich kurz danach rein zufällig "selbst aus dem Verkehr gezogen hat".

    Sein Rivale Nicolas Sarkozy hat in doppelter Hinsicht davon profitiert:
    (1) Als Emporkömmling der Französischen Großbanken, die sich leichtfertig in Griechenland engagiert haben, weil ja der Steuerzahler das Verlustrisiko trägt, nach allgemein herrschender Meinung in den einschlägigen Banker/Finanzminister-Kreisen.
    (2) Als Rivale bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen.

  • Wen wundert das? Überraschung ist es sowieso nicht. Allerdings muß man auch DSK heißen, um in eine solche Falle zu tappen.

  • # Der Journalist Epstein, der für seine investigativen Reportagen und Bücher bekannt ist, ist davon überzeugt, dass jemand versucht hat, Strauss-Kahns zu erwartende Kandidatur für die französischen  Präsidentschaftswahlen zu Fall zu bringen. #

    In einem Kommentar zu einem anderen aktuellen HB-Titel „Ausstieg aus der Euro-Zone“ vom 25.11.2011 ist ein noch wichtigerer Grund als die Wahlen genannt: Der Crash des ganzen IIF/CDS-Finanzimperiums, das was Ackermann mit dem Super-GAU orakelt. Dazu hätte es bereits im Januar 2011 durch den vom damaligen IWF-Chef DSK geplanten BRADY-PLAN in Athen kommen können. Betroffene die US-Finanzindustrie, besonders Goldman Sachs, die seit ihren Bilanzbetrügereien in Athen zu Zeiten Mario Draghis sehr viel zu verlieren haben, besonders wenn es zum „CDS Default Showdown in Athens“ kommt. Deshalb war IIF-Ackermann kürzlich persönlich in Athen, deshalb haben die „Märkte“ so panisch auf die Ankündigung eines Volksentscheides reagiert, der mit der offiziellen Bankrotterklärung endlich zum Credit Default führen würde.

    Das erklärt auch, warum DSK in New York „sich aus dem Verkehr“ gezogen hat, ebenso wie das seltsame Verhalten der amerikanischen Behörden.

  • Ohh, hier scheint es Insider zu geben. Erzähl uns mehr!

    Ja er ist unschuldig, auch wenn es manche nicht glauben wollen und kurz nach dem Amerika Thema kam doch das gleiche in Frankreich auf, seltsam oder?
    Wenn das mal kein Zufall ist. Die Arbeitslosenzahlen von Frankreich wurden auch gerade veröffentlicht, ich glaube Napoleon möchte noch eine Amtszeit dran hängen. Ich sehe da auf jeden Fall ganz große Zusammenhänge.

  • Tatsache ist und bleibt, dass Sarkozy seit jeher ein Trickidick ist. Er verkörpert anzeichen, wie andere Diktatoren seit jeher auch.
    Es läauft nach dem Motto: wer nicht für micht ist, wird vernichtet. Und genau dies hat der kleine Gernegross schon immer hervorragend gekonnt.4p
    Wenn jemand etwas anderes glaubt als dass DSK mit seinen eigenen Schwächen (sex) aus dem Verkehr gezogen wurde, ist entweder ein lügner oder träumer.

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